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Interview

Offener Facebook-Brief: "Widerstand ist unsere demokratische Pflicht": Michel Abdollahi spricht über seinen Brief an Merkel

NDR-Journalist und TV-Moderator Michel Abdollahi hat mit seinem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Nerv getroffen. Tausende feiern Abdollahi für seine Worte. Doch es gibt auch Kritik.

Michel Abdollahi: TV-Moderator wird für offenen Brief an Merkel gefeiert – sein Appell ist eindeutig

Nach den Ereignissen in Chemnitz und Köthen ist die Stimmung in Deutschland hitzig. Weite Teile der Gesellschaft sind in Aufruhr. Angst, Zorn und Sorgen mischen sich mit politischem und gesellschaftlichem Engagement. Rechts, Links und sehr viel dazwischen  – selten waren die Fronten im Nachkriegsdeutschland so verhärtet wie in den letzten Tagen.

TV-Moderator, NDR-Journalist und Poetry Slammer Michel Abdollahi hat sich nun mit einem emotionalen Brief an die Bundesregierung und Angela Merkel gewandt. Es sind Sätze wie "Lassen Sie es nicht zu, dass sich die Geschichte wiederholt" oder "Ich möchte nicht ein zweites Mal meine Heimat verlieren", die sich beim Lesen ins Gedächtnis brennen – und aufrütteln. (Was sonst noch in dem offenen Brief steht, lesen Sie hier.stern hat mit dem gebürtigen Iraner über seinen Brief, die Verrohung unserer Sprache und die Geschehnisse in Chemnitz gesprochen.

NDR-Journalist Michel Abdollahi

"Deutschland steht vor Scheideweg" – der emotionale Brief von Michel Abdollahi an Angela Merkel trifft einen Nerv

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stern: Wie waren die Reaktionen auf Ihren offenen Brief?

Michel Abdollahi: Überwältigend positiv. Ich habe sehr viel Dank und Liebe abbekommen. Das ist sehr schön und zeigt mir, dass viele meine Gedanken teilen. Die rassistischen Kommentare, die Trolle und Beleidigungen kann ich mittlerweile ganz gut im Kopf ausschalten. Sie wiederholen ja auch immer das Gleiche, die ewig gleichen Argumente, die gleichen vorgefertigten Texte. Es wird Zeit für etwas Neues.

Sie beschreiben ein sich wandelndes Klima in Deutschland. Wie erleben Sie die Veränderung ganz persönlich?

Ich erlebe sie, wie ich sie im Brief beschrieben habe: Es wird immer mehr und zunehmend unruhiger. Wie ich schrieb, erreichen mich immer mehr Hilferufe von Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder Glaubens herabgewürdigt werden. Das Letzte, was mich eben erreichte, ist das Bild im Anhang. Das beschreibt die Lage recht gut. Es macht den Leuten Angst.

Dieses Bild wurde Abdollahi über Facebook zugespielt. Es zeigt ein Ortsschild mit einem Zettel "Wir müssen draußen bleiben!"

Dieses Bild wurde Michel Abdollahi über Facebook zugespielt

Was genau wollen Sie mit dem Brief erreichen? Glauben Sie, die Bundesregierung oder Angela Merkel selbst werden auf Ihren Text reagieren?

Ich will nicht eines Tages gefragt werden, was ich denn damals gemacht habe, als die Situation immer bedrohlicher wurde: Ich habe still mitgehört und still genickt, wenn sich Leute dem Hass und der Gewalt entgegengestellt haben. Ich möchte reagieren und Leuten Mut machen, auch zu reagieren. Und natürlich habe ich die Hoffnung, dass der Brief den Weg zu seinen Adressaten findet. Viel mehr ist es ja aber Sinn eines Offenen Briefes, zum gesellschaftlichen Diskurs beizutragen.

Es ist unsere demokratische Pflicht

Sie melden sich ja immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen zu Wort. Viele andere Künstler haben lange geschwiegen oder schweigen immer noch. Hätten Sie sich da mehr Engagement gewünscht?

Ich wünsche mir immer, dass die Stimme der Vernunft lauter ist. Und ja, ich wünsche mir, dass sich noch mehr Persönlichkeiten aus der Öffentlichkeit zu Wort melden. Wobei ich sagen muss, dass wir auf einem guten Weg sind. Viele Führungspersonen und Vorstandschefs aus der Wirtschaft haben sich geäußert. Das #WirSindMehr-Konzert war überwältigend. Helene Fischer hat sich erbarmt und viele, viele weitere auch. Das ist ein Anfang und ich hoffe, dem schließen sich immer mehr an. Keiner darf Angst haben, gegen Fremdenhass, Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung, Hass und Intoleranz aufzustehen. Der Widerstand dagegen ist keine schöne Geste, es ist unsere demokratische Pflicht.

Sie sind selbst Poetry Slammer. Wie sehen Sie die Entwicklung der Sprache, die in der aktuellen Diskussion benutzt wird?

Dass die Sprache in bestimmen Kreisen zunehmend verroht, ist nicht neu. Aber sich jetzt am Wort "Hetzjagd" zu stören, während andere den rechten Arm heben – das ist schon absurd. Genau das wollen die Rechten. Wir hängen uns gerade an Worten auf, dabei sollten wir uns mit den Taten beschäftigen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.