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Nach Spuckattacke auf Spahn Wie Rechte und Corona-Leugner seit Tagen den Gesundheitsminister verfolgen

Sehen Sie im Video: Nach Spuckattacke auf Spahn – Wie Rechte und Corona-Leugner seit Tagen den Gesundheitsminister verfolgen.


Seit mehreren Tagen wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei öffentlichen Auftritten angefeindet. Videos der Störaktionen werden in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten geteilt. 




Doch wer verbreitet die Videos? Wer ruft zu den Aktionen auf? Ein Faktencheck. 


Fall 1, 29. August 2020: 
Bei einem Wahlkampftermin in Bergisch Gladbach wird Spahn angepöbelt und nach seinen Angaben bespuckt worden. 


In verschiedenen Videos ist zu sehen, wie der CDU-Politiker mit Menschen ins Gespräch kommen will, diese ihn aber auspfeifen und anschreien. 


Nach Polizeiangaben hatten sich rund 50 Demonstranten in der Innenstadt versammelt und Spahn nach einer Veranstaltung mit Buh-Rufen empfangen. 


Gegen einen 39-jährigen Demonstranten sei Strafanzeige wegen Beleidigung des Ministers ergangen, teilt die Polizei mit. 


"Politik hat die Wahrheit nicht gepachtet, Diskussionen gehören zur Demokratie. Sie funktionieren aber nur, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören. Aber wenn geschrien,  gespuckt und gepöbelt wird, geht's halt leider nicht." 
[Spahn ggü. "Rheinischer Post"] 




Fall 2, 24. August 2020: 
Ähnliche Aufnahmen gibt es aus Wuppertal. 


Laut Polizei hatten sich auch dort bis zu 50 Menschen eingefunden, die gegen Spahns Corona-Politik protestierten. 


Videos zeigen, wie Spahn unter anderem lautstark beschimpft wird. 


Zudem ermittelt die Polizei gegen zwei Personen, die den Auftritt gestört haben sollen. Die beiden hätten das Auto Spahns blockiert und seien wegen Nötigung angezeigt worden, teilt die Polizei mit. 


"Es ist wichtig, miteinander zu reden und sich nicht gegenseitig niederzuschreien. Das ist nicht die Form von Dialog, die weiterhilft. Ich will versuchen, immer wieder ins Gespräch zu kommen – das Angebot mache ich, und das bleibt." 
[Spahn ggü. RTL und n-tv) 


Doch wer steckt hinter solchen Attacken? Entstehen sie zufällig vor Ort? Oder steckt ein System dahinter? 


In diversen Telegram- und Facebook-Gruppen sowie über verschiedene Twitter-Accounts wird seit Tagen Stimmung gegen Spahn gemacht. 


Es wird dazu aufgerufen, gezielt Veranstaltungen zu stören, die der Gesundheitsminister besucht. 


Die Bundesregierung und die CDU-Spitze verurteilen die Anfeindungen. 


Regierungssprecher Steffen Seibert spricht von "üblem Verhalten". Wer Politiker beschimpfe und gar bespucke, der wolle keinen Dialog. Diese Menschen wollten eine "brachiale Form des Protests", der nirgendwo hinführe. 


Auch das CDU-Präsidium verurteilte die Vorfälle scharf. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer twitterte, homophobe Beleidigungen und Bespucken seien inakzeptabel und mit nichts zu rechtfertigen. 
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Seit mehreren Tagen wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei öffentlichen Auftritten angefeindet – nach eigenen Angaben sogar bespuckt. Doch wer verbreitet die Videos im Netz? Wer ruft zu den Aktionen auf? Ein Faktencheck. 

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