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Kiel: Protest gegen "unseligen Aufmarsch der Neonazis"

Rund 7000 Menschen haben in Kiel gegen eine Kundgebung von Rechtsextremisten protestiert. Angeführt wurde die Demonstration von der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Simonis und ihrem CDU-Herausforderer Carstensen.

Etwa 7000 Menschen haben am Samstag in Kiel gegen einen Aufmarsch von rund 300 Rechtsextremisten demonstriert. Nach Polizeiangaben waren etwa 2000 Beamte eingesetzt, um die beiden Demonstrationszüge voneinander zu trennen. Im Anschluss ist es in der Innenstadt zu Ausschreitungen gekommen. Gewalttätige Teilnehmer bewarfen auf dem Weg zum Bahnhof Polizisten mit Flaschen. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer ein. Einige Demonstranten drangen bis zum Bahnhof vor, wo sich die rund 300 Rechtsextremisten versammelt hatten, und warfen mit Steinen. Die Polizei riegelte den Bereich um den Bahnhof ab.

Am Vormittag waren zunächst mehr als 1500 Menschen einem Aufruf der im Landtag vertretenen Parteien, der Gewerkschaften und anderer Organisationen gefolgt und hatten gegen Rechtsextremismus demonstriert. Unter den Teilnehmern des Protestzugs vom Landeshaus in die Innenstadt waren Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), der CDU-Landeschef und Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Peter Harry Carstensen, sowie der Vorsitzende des DGB-Nord, Peter Deutschland.

Auf einer Abschlusskundgebung in der St. Nikolai-Kirche sagte Landtagspräsident Heinz-Werner Arens (SPD), Faschismus stehe für Gewalt und gegen Freiheit und Völkerverständigung. Er würdigte das Bündnis der Demokraten, das mit der Demonstration ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setze. Deutschland kritiserte angesichts des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dass Neonazis mit ihrer Demonstration in Kiel die Opfer von damals noch einmal verhöhnten.

Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hat sich sehr beeindruckt von der Demonstration gegen Rechtsextremisten gezeigt. "Es war eine Demonstration von friedlichen und engagierten Menschen", sagte die Ministerpräsidentin. Dies sei die richtige Antwort auf den "unseligen Aufmarsch der Neonazis" gewesen, erklärte Simonis.

DPA / AP / AP / DPA