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KPMG soll nachrechnen Deutsche Rüstungsprojekte auf dem Prüfstand


Das Debakel um den Euro-Hawk kostete Steuerzahler viele Millionen Euro - und den Ex-Verteidigungsminister fast das Amt. Ursula von der Leyen ordnet nun eine Überprüfung deutscher Rüstungsprojekte an.

Gut ein Jahr nach der Euro-Hawk-Affäre soll nun bald eine Unternehmensberatung damit beginnen, die pannenträchtigen Rüstungsvorhaben im Bundesverteidigungsministerium unter die Lupe zu nehmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag soll den Auftrag die Prüfungsgesellschaft KPMG bekommen. Ein Ministeriumssprecher betonte hingegen auf Anfrage, es gebe noch keine Entscheidung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im Februar angekündigt, die wichtigsten Rüstungsprojekte ihres Hauses mit Hilfe externer Berater durchleuchten zu wollen. Dies soll helfen, Strukturen und Prozesse auf Vordermann zu bringen, nachdem es bei großen Rüstungsprojekten in den vergangenen Jahren immer wieder Verzögerungen, Kostensteigerungen, technische Mängel und sonstige Pannen gab.

Auftrag hat ein Volumen von 400.000 Euro

Ursprünglich sollten die Ergebnisse der Prüfung bereits im Mai vorliegen, die Auftragsvergabe an ein externes Unternehmen verzögerte sich aber wegen rechtlicher Probleme. Wie "Süddeutsche Zeitung", "Spiegel Online" und "Handelsblatt" nun übereinstimmend berichteten, wählte das Ministerium inzwischen KPMG aus. Wegen einzuhaltender Einspruchsfristen soll das Votum demnach aber erst Ende des Monats öffentlich gemacht werden.

Nach Medienberichten war zunächst auch die Unternehmensberatung McKinsey ein Kandidat für den Auftrag. Allerdings soll - ebenfalls nach offiziell unbestätigten Berichten - die bisherige McKinsey-Beraterin Katrin Suder Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium werden. Dies hätte womöglich einen Interessenkonflikt bei der Vergabe des Prüfauftrags bedeutet, der nach Angaben von "Spiegel Online" ein Volumen von etwa 400.000 Euro hat.

Euro-Hawk scheiterte an fehlender Zulassung

Die studierte Physikerin Suder würde im Ministerium für Rüstungsfragen zuständig sein. Den früher für den Bereich verantwortlichen Staatssekretär Stéphane Beemelmans setzte von der Leyen im Februar ab, weil sie ihm die notwendigen Verbesserungen nicht zutraute.

Von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) war wegen Problemen beim Drohnenprojekt Euro Hawk massiv unter Druck geraten. Das Projekt war im Mai 2013 wegen fehlender Zulassung für den deutschen Luftraum gestoppt worden, nachdem bereits Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe getätigt worden waren.

amt/AFP AFP

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