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Hashtag #Laschetlacht "Nachbarn sind bei dem Hochwasser umgekommen, aber über solche Dinge kann Herr Laschet nur lachen"

Der lachende Armin Laschet bei seinem Besuchs in Erftstadt während der Rede des Bundespräsidenten 
Der lachende Armin Laschet bei seinem Besuchs in Erftstadt während der Rede des Bundespräsidenten 
© Marius Becker / POOL / AFP
Das Verhalten des CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet bei einem Besuch im Katastrophengebiet Erftstadt hat in den sozialen Medien eine Welle der Entrüstung hervorgerufen – die zehn wichtigsten Tweets im Wortlaut.

Er möchte der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden, doch der Kandidat hat sich nicht unter Kontrolle: Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Ansprache den Bewohnern von Erftstadt im Hochwassergebiet von Nordrhein-Westfalen sein Mitgefühl ausdrückt, feixt der Ministerpräsident des gleichnamigen Bundeslandes mit seinen Begleitern, die im Hintergrund zu sehen sind. Die Gruppe hat offensichtlich ihren Spaß, wie Film- und Fotoaufnahmen belegen.

Die Episode "Lachanfall im Hochwassergebiet" oder "Laschet lacht mitten im Leid" von Samstag führte auf Twitter rasch zu dem neuen Hashtag #Laschetlacht und avancierte im Laufe des Sonntags zum Top-Trend-Thema auf Twitter – neben #LaschetRuecktritt.

Wie sehr es sich der Kanzlerkandidat der Union mit Hochwasseropfern und potenziellen Wählern mehr als nur verscherzt hat, zeigen Tweets wie diese:

Auch in Bezug auf das Coronavirus ist der Kanzlerkandidat der CDU und seine Umgebung alles andere als ein Vorbild.

User @Kai Margardt  kommentiert zynisch: "Kaum is Mutti mal kurz in Amerika, bauen die Kids nur Scheiße..." und verweist auf den Hastag #LaschetDarfNichtKanzlerWerden.

Wer sind die Personen, die mit Laschet lachen?

"Der Mann neben Laschet ist RWE-Lobbyist", weiß User @TorstenLuetten. Für ihn sei das "CDU-Korruption vom feinsten". "Das ist ungefähr so, als ob du auf der Beerdigung mit dem Killer scherzt." Abgeordnetenwatch hat die Person rechts von Laschet genauer identifiziert.

Armin Laschet hat auf die Reaktionen in den sozialen Medien noch am Samstag reagiert. Doch das ging im Netz nach hinten los. Eine Entschuldigung für ein Fehlverhalten hört sich anders an. Der Laschet-Tweet macht es für @Marianna Henning nur noch schlimmer.

Wie peinlich Laschets Auftreten in Erftstadt war, darauf weisen auch der Tweet einer Lokalpolitikerin hin, die nicht mit ihm zusammen in der Runde der Lachenden gesehen werden möchte. "In den sozialen Medien kursiert das Gerücht, ich wäre als stellvertretene Bürgermeisterin auf den Aufnahmen des Steinmeier-Videos zu sehen und Teil der lachenden Gruppe," schreibt Stephanie Bethmann von den Grünen auch ihrem Twitter-Account. "Ich war dort nicht und mir fehlen auch immer noch die Worte für die fehlende Empathie derjenigen die dort Witze machen."

Bei den Filmaufnahmen mit dem lachenden Laschet handelte es sich eher um einen reinen Medientermin, was das Verhalten des Ministerpräsidenten noch unerklärlicher macht.

Hier wurden Steinmeier und die Personen in seinem Hintergrund nicht heimlich beobachtet und mit dem Handy gefilmt, sondern der Presse gegenüber gab das Staatsoberhaupt ein offizielles Statement ab.

Für Peter Dabrock, der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, ist Laschets Auftritt vom Samstag im Katastrophengebiet keine Petitesse, sondern eine "Pietätlosigkeit gegenüber den Opfern".

Dutzende von weiteren Kommentaren zum Thementrend auf Twitter finden Sie neben dem Hashtag #Laschtlacht auch unter  #unwählbar und #LaschetDarfNichtKanzlerWerden.


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