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Legida-Demo in Leipzig: Demonstranten verprügeln Fotografen, zerstören Kamera

Bei der Legida-Demonstration in Leipzig kam es trotz Großaufgebots der Polizei zu Tumulten. Anhänger der islamkritischen Bewegung gingen auf Journalisten und deren Equipment los.

Selbst ein Großaufgebot der Polizei konnte am Ende die Ausschreitungen nicht verhindern: Bei der Legida-Demonstration in Leipzig wurden nicht nur Polizisten mit Böllern, Flaschen und Laserpointern verletzt. Auch auf Journalisten sind die Legida-Anhänger losgegangen. Laut "Leipziger Volkszeitung" hatten sich rund 50 Angreifer aus dem Legida-Block auf die Presseleute gestürzt. Ein Fotograf wurde zu Boden getreten, seine Kamera-Ausrüstung zerstört. Auch seien Menschen angespuckt und beschimpft worden. Die Polizei nahm drei Randalierer in Gewahrsam.


Auch der Blog "Publikative.org" berichtet, dass sich immer wieder Vermummte in kleineren Gruppen von den Legida-Anhängern lösten und Jagd auf Journalisten machten. Der Blog-Journalist Felix M. Steiner, 28, twitterte von der Demo, sprach später auch mit einem Fotografen, der von den Legida-Anhängern angegriffen und getreten wurde. Bei diesem Angriff ging auch die Kamera des Kollegen zu Bruch.


"Die Stimmung war äußerstr aggressiv", so Steiner. "Während der ganzen Veranstaltung sind immer wieder Vermummte auf uns Journalisten losgegangen. Und die Polizei hat nicht so eingegriffen, wie wir uns das gewünscht hätten."

"Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen", sagte ein Polizeisprecher. Vor dem Hauptbahnhof habe es Zusammenstöße von Legida-Anhängern und Gegendemonstranten gegeben. Gegen 22 Uhr habe sich die Lage beruhigt.


Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung äußerste sich besorgt über die Gewaltbereitschaft der islamfeindlichen Legida-Bewegung. "Die Maske ist gefallen: Das waren doch sehr, sehr aggressive und sehr stark dem NPD-nationalen Lager zugeordnete Menschen", Hier zeige sich ein deutlicher Unterschied zur Pegida-Bewegung in Dresden.


Legida-Anhänger planen neue Demos

Für kommende Woche seien bereits ein neuer Legida-Aufmarsch sowie Gegenkundgebungen angemeldet worden. Die Behörden suchten nach einem Konzept, um die Belastung für die Einwohner zu begrenzen und nicht wieder eine ganze Stadt in Ausnahmezustand zu versetzen. Jung verwies auf Angriffe, Pöbeleien und Beschimpfungen der Legida-Teilnehmer gegen Journalisten sowie Demonstranten des "No-Pegida"-Bündnisses. Die Legida-Bewegung habe deutlich gemacht, dass sie "einen deutsch-nationalen Staat mit einer deutschen Leitkultur" wolle.

jek/DPA/Reuters / DPA / Reuters