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Machtkampf um CDU-Vorsitz in NRW: Röttgen fordert Laschet heraus

In der NRW-CDU kommt es offenbar zum Duell um den Parteivorsitz: Norbert Röttgen, Umweltminister in Berlin, will Medienberichten zufolge gegen den bislang einzigen Kandidaten Armin Laschet um die Nachfolge von Jürgen Rüttgers antreten. Die Basis soll entscheiden.

Der Machtkampf um die Führung der nordrhein-westfälischen CDU wird nach Zeitungsberichten wohl in einer Mitgliederabstimmung entschieden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen, 45, will nach Informationen der "Bild"-Zeitung und der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) gegen Armin Laschet, 49, antreten. Ein Sprecher der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf wollte sich am Montagabend dazu nicht äußern. Röttgen will sich nach Angaben der "Bild"-Zeitung am Mittwoch in der NRW-Landeshauptstadt offiziell zu seiner Kandidatur äußern.

Röttgen hat laut "Bild" am Montag mit dem noch amtierenden CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers, 59, gesprochen und dann am Abend gegen 18 Uhr Laschet telefonisch seine Pläne übermittelt. Der 45-Jährige habe außerdem einen Brief an alle Entscheidungsträger der Landes-CDU geschickt.

Parteibasis soll entscheiden

Nun plane die Partei mehrere Regionalkonferenzen, bei denen sowohl Röttgen als auch Laschet auftreten sollen, schreibt die "SZ". Nach diesen Konferenzen könnten die 160.000 Mitglieder der NRW-CDU entscheiden, wer ihre Partei künftig führen soll.

Laschet, der bisher der einzige Kandidat für die Nachfolge von Rüttgers an der Spitze des größten CDU-Landesverbandes war, nahm Röttgens Kampfansage laut "Bild" gelassen zur Kenntnis: "Ich nehme das jetzt so hin, dann sind wir eben zu Zweit." Kein Wunder, denn er hat für seine Kandidatur die Unterstützung des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, und des Landes-Generalsekretärs Andreas Krautscheid. Auch mehrere Bezirksvorsitzende der NRW-CDU hatten sich für Laschet ausgesprochen.

Der 59-Jährige war bis zur Landtagswahl im Mai 2010 Integrationsminister in NRW. Röttgen ist seit September 2009 Umweltminister im Kabinett Merkel. Die Unterstützer Röttgens hatten eine Beteiligung der Parteimitglieder an der Personalentscheidung für den Fall gefordert, dass es mehrere Kandidaten geben sollte. Dem war aus dem Lager Laschets nicht widersprochen worden. Der CDU-Landesvorstand will am 30. August das Verfahren für die Wahl des Vorsitzenden festlegen. Die offizielle Wahl muss auf einem Parteitag erfolgen.

joe/DPA / DPA