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Zankapfel CDU-Vorsitz in NRW Röttgen vs. Lachet - die Kontrahenten im Vergleich


Das Rennen zwischen Norbert Röttgen und Armin Lachetals gilt als offen: Beide Unionspolitiker könnten gewinnen, aber einer kann besonders viel verlieren.

Norbert Röttgen

Norbert Röttgen geht mit seiner Kampfkandidatur ein hohes Risiko ein. Sollte er sich durchsetzen, dürfte er zwar endgültig zur ersten Riege in der Union gehören. Ein durchaus mögliches Scheitern könnte allerdings seiner bislang steilen Karriere einen empfindlichen Dämpfer verpassen. Erschwert wird die Situation für den 45-Jährigen dadurch, dass er als Bundesumweltminister wegen seiner Haltung zur Atomenergie schon jetzt in der eigenen Partei massiv unter Druck steht. Er will im Gegensatz zu anderen Unionspolitikern nur eine moderate Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.

Der in Meckenheim bei Bonn geborene Röttgen muss damit in den kommenden Wochen auf zwei Feldern gleichzeitig um seine politische Zukunft kämpfen: Als Bundesumweltminister geht es für ihn darum, den künftigen Kurs der Union in der Energie- und Atompolitik mitzubestimmen. In seiner nordrhein-westfälischen Heimat muss er um die Unterstützung seiner Parteifreunde werben. Er setzt dabei auf eine Mitgliederbefragung und erklärt sich schon jetzt auch zu einer Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl bereit.

Der Jurist stand in den 1990er Jahren schon einmal an der Spitze der Jungen Union NRW, machte dann aber nicht in Düsseldorf, sondern in der Bundespolitik Karriere. Bereits seit 1994 sitzt er im Bundestag. Als Mitglied der "Pizza Connection" knüpfte er als einer der ersten CDU-Politiker Kontakte zu den Grünen. Bevor er vergangenes Jahr Bundesumweltminister wurde, war er von 2005 bis 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion. Der verheiratete Vater von zwei Söhnen und einer Tochter wäre vor vier Jahren allerdings fast in die Wirtschaft zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gewechselt - nun geht er in der Politik aufs Ganze.

Armin Laschet

Armin Laschet setzt bei seiner Kandidatur vor allem darauf, dass er in Düsseldorf besser als vom fernen Berlin aus die Auseinandersetzung mit der rot-grünen Minderheitsregierung suchen kann. Er wird von CDU-Landesgeneralsekretär Andreas Krautscheid und dem Düsseldorfer Fraktionschef Karl-Josef Laumann unterstützt. Das Trio wirbt bei den Mitgliedern dafür, dass ein Landespolitiker an der Spitze der Partei stehen sollte.

Auf die Kampfkandidatur Röttgens reagierte der 49-jährige Laschet zunächst gelassen. Scharfe Angriffe auf den Kontrahenten dürften ihm allerdings genauso wie Röttgen schwer fallen, da die beiden CDU-Politiker inhaltlich nicht weit auseinander liegen. Beide werden eher dem liberalen Flügel der Union zugerechnet. Die entscheidende Frage in der Auseinandersetzung dürfte also am Ende sein, ob die Parteimitglieder eher auf einen Landespolitiker oder doch auf ein noch bekannteres Gesicht aus der Bundespolitik setzen.

Laschet gilt als einer der Aufsteiger in Rüttgers' Regierungszeit. Als Deutschlands einziger Integrationsminister konnte der gebürtige Aachener bundesweit mit differenzierten Äußerungen zu Migration und Eingliederung Pluspunkte sammeln - manchmal allerdings mehr bei der politischen Konkurrenz als in der eigenen Partei. Der verheiratete Vater von drei Kindern hatte nach der schweren Wahlschlappe der Union bei der Landtagswahl im Mai schnell seine Ambitionen auf höhere Ämter offengelegt. Der Jurist und Journalist bemühte sich auch um den Fraktionsvorsitz im Landtag, unterlag aber knapp gegen Laumann.

Carsten Hauptmeier, AFP AFP

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