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Missglückter Anschlag: Bonner Bombe war doch nicht sprengfähig

Neue Erkenntnisse nach dem Bonner Anschlagsversuch: Der Sprengsatz hatte anders als bislang angenommen offenbar keinen Zünder. Zudem sollen die Fahnder ein Haar des Täters entdeckt haben.

Der beim versuchten Bonner Bombenanschlag verwendete Sprengsatz war offenbar weniger gefährlich als bislang geglaubt, weil er keinen Zünder hatte. "Die Bombe war nicht sprengfähig, weil ein Zünder fehlte", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") einen hohen Sicherheitsbeamten. Bisher hatte es geheißen, der Zünder sei wahrscheinlich ausgelöst worden, aber wegen eines Baufehlers nicht explodiert.

Die Ermittler sollen unterdessen einen neuen Hinweis auf den Täter entdeckt haben. In der blauen Reisetasche mit dem Sprengsatz sei ein Haar gefunden worden, berichtet die "Welt". Der Zeitung zufolge soll es von einem hellhäutigen, männlichen Europäer oder Nordamerikaner stammen. Es sei ersten Untersuchungen zufolge offenbar blond gefärbt worden. Ob es sich für eine DNA-Analyse eignet, sei bislang unklar. Die Ermittler gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass das Haar von dem Bombenleger stammt.

"Zu Einzelheiten geben wir keine Auskunft"

Bei der #link;http://www.stern.de/panorama/bonner-bombenfund-polizei-sucht-verdaechtigen-mit-mcdonalds-video-1941086.html; Suche nach den Tatverdächtigen# haben die Spuren in die Bonner Islamistenszene der "FAS" zufolge nicht weitergeführt. Man gehe davon aus, dass die Bundesanwaltschaft den Fall in den kommenden Wochen wieder abgeben werde, schreibt das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die Ermittler suchen unter anderem nach einem bärtigen Mann, der auf der Videoaufnahme einer Überwachungskamera eines Schnellrestaurants am Hauptbahnhof mit einer blauen Sporttasche zu sehen ist. Auf einem Fahndungsplakat wird der Mann als Europäer beschrieben. Außerdem wird nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht, der zuletzt im Besitz der Tasche gewesen sein soll.

Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt wollten sich zu den Berichten nicht äußern. "Zu Einzelheiten der Ermittlungen geben wir keine Auskunft", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Beim Bundeskriminalamt hieß es, mittlerweile gebe es 586 Hinweise zu dem versuchten Anschlag.

Die Tasche mit der Bombe war am 10. Dezember auf einem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofs abgestellt worden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung aus. Sie hatte deshalb die Ermittlungen übernommen.

mad/DPA/AFP / DPA