VG-Wort Pixel

Mord an Politiker Peter Tauber attackiert Erika Steinbach scharf und gibt ihr Mitschuld am Tod von Walter Lübcke

Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat Erika Steinbach eine Mitschuld an dem Tod von Walter Lübcke gegeben 
Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat Erika Steinbach eine Mitschuld an dem Tod von Walter Lübcke gegeben 
© Rainer Jensen/Picture Allinace/Maurizio Gambarini/DPA
Hat Erika Steinbach mit ihrer Äußerungen zu der Ermordung von Walter Lübcke beigetragen? Ja, findet der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber und greift sie scharf an. 

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat erneut seinen Vorwurf bekräftigt, Erika Steinbach trage eine Mitschuld an dem Tod von Walter Lübcke. Die Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung sei "natürlich verantwortlich für die Folgen und Reaktionen" auf ihre Hetze gegen Walter Lübcke, schrieb Tauber auf Twitter. "Du trägst Mitschuld an seinem Tod. Deine Reaktion zeigt: Du weißt das ganz genau", so die eindeutige Schuldzuweisung. "Und noch schlimmer ist, dass du ihn gekannt hast und weißt, was für ein aufrechter und feiner Kerl er war. Bis heute gibt es kein Wort der Trauer von Dir für ihn. Wohl nicht, weil das der Gipfel der Heuchelei wäre", heißt in den Tweet weiter. 

Lübcke wurde am 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha mit einem Kopfschuss ermordet. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als rechtsextremes Attentat ein. Kurz vor seinem Tod war der CDU-Politiker zum Ziel von Anfeindungen geworden, nachdem Steinbach eine vier Jahre alte Aussage von Lübcke wieder in Erinnerung rief. 2015 hatte er bei einer Bürgerversammlung seine Asylpolitik verteidigt und gesagt: "Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen."

Im Februar 2019 griff Steinbach diese Aussage auf und schrieb auf Facebook: "Ich rate den Kritikern merkelscher Asylpolitk, die CDU zu verlassen und nicht ihre Heimat. Nichts hat sich nämlich wirklich gebessert, wenn man Herrn Maaßen hört." Daraufhin erhielt der Regierungspräsident zahlreiche Drohungen. 

Steinbach spricht von Diffamierung 

Tauber hatte deswegen schon kurz nach Tod von Lübcke in einem Gastbeitrag für die "Welt" Steinbach beschuldigt, zu der Tat beigetragen haben. Sie sei "durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes", schrieb Tauber dabei unter anderem. Die Gewaltbereitschaft von Rechts nehme zu. "Erika Steinbach, einst eine Dame mit Bildung und Stil, demonstriert diese Selbstradikalisierung jeden Tag auf Twitter", so Tauber. "Sie ist ebenso wie die Höckes, Ottes und Weidels durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes."

Steinbach hat die Vorwürfe gegenüber dem stern zurückgewiesen. "Die Behauptungen, ich sei mit Schuld am Tode von Herrn Lübcke sind ganz einfach infam", sagt sie. "Keine politische Meinungsverschiedenheit rechtfertigt Gewalt, gegen wen auch immer. Das habe ich deutlich gemacht. Herrn Lübcke kannte ich nur oberflächlich und habe ihn als freundlichen, umgänglichen Menschen in Erinnerung." Auf Twitter sprach Steinbach von einer Diffamierung. Tauber liege "voll daneben", hieß es in einem anderen Tweet. Steinbach war Anfang 2017 aus der CDU ausgetreten und setzt sich seitdem regelmäßig für die AfD ein.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand kein direktes Zitat von Erika Steinbach. Dies erreichte uns erst nachdem der Text veröffentlicht worden war und wurde entsprechend ergänzt.

ivi / <br/>

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker