VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Ein Toter bei Demonstrationen in Belarus - Polizei setzt Blendgranaten und Gummigeschosse ein

Auch am Montagabend stießen in Minsk wieder Tausende Demonstranten mit der Bereitschaftspolizei zusammen
Auch am Montagabend stießen in Minsk wieder Tausende Demonstranten mit der Bereitschaftspolizei zusammen
© Sergei Gapon
Weißes Haus wegen Schusswaffenvorfalls abgeriegelt +++ Bahnstrecke Hamburg-Berlin nach Blitzeinschlag wieder frei +++ CSU-Generalsekretär kritisiert Zeitpunkt der Scholz-Nominierung +++ Die Nachrichtenlage am Dienstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

nach der umstrittenen Wiederwahl des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko ist es am zweiten Abend in Folge in der Hauptstadt Minsk zu schweren Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und regierungskritischen Demonstranten gekommen. Dabei kam ein Protestierender ums Leben. Der Mann sei durch einen Sprengsatz getötet worden, den er auf Polizisten habe schleudern wollen, teilte das Innenministerium mit. Ihm war demnach ein Sprengsatz in den eigenen Händen explodiert. Darüber hinaus wurden laut einer Polizeisprecherin mehrere Menschen bei den Protesten verletzt. Angaben zur Zahl der Verletzten machte sie nicht. Unklarheit herrschte unterdessen über den Aufenthaltsort der oppositionellen Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja.

Bereits die zweite Nacht infolge kam es landesweit zu Protesten, gegen die die Sicherheitskräfte hart vorgingen. In sozialen Medien gab es vielfach Videos, die zeigten, wie Uniformierte auf Menschen einprügelten. Es kursierten zudem Berichte, wonach die Polizei Blendgranaten abfeuerte, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Auch Gummigeschossen sollen eingesetzt worden sein. In 33 Orten des Landes habe es Aktionen gegeben, berichteten Medien.

Es gab zudem Medienberichte, wonach schwere Militärtechnik in das Zentrum von Minsk gebracht worden sei. Lukaschenko hatte im Wahlkampf mit dem Einsatz der Armee gedroht, um Putschversuche zu verhindern.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was ansonsten in der Nacht passiert ist:

Weißes Haus wegen Schusswaffenvorfalls abgeriegelt

Wegen eines Schusswaffenvorfalls ist das Weiße Haus am Montag abgeriegelt worden. US-Präsident Donald Trump teilte mit, außerhalb seines Amtssitzes habe der Sicherheitsdienst Secret Service jemanden durch Schüsse verletzt. Die Person, auf welche die Beamten geschossen hätten, sei bewaffnet gewesen. Sie werde soeben ins Krankenhaus eingeliefert. Zu sehen war, wie mit Schnellfeuergewehren bewaffnete Secret-Service-Beamte über den Rasen des Weißen Hauses liefen. Der Schusswaffenvorall ereignete sich nach Angaben Trumps jedoch außerhalb des Geländes seines Amtssitzes. Der Präsident hatte wegen des Vorfalls vorübergehend seine gerade laufende Pressekonferenz im Weißen Haus unterbrochen. Er kehrte dann aber nach wenigen Minuten in den Raum mit den Reportern zurück, um Informationen über den Vorfall zu liefern. 

Bahnstrecke Hamburg-Berlin nach Blitzeinschlag wieder frei

Nach einem Blitzeinschlag bei Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) am Montagnachmittag läuft der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin am Dienstagmorgen wieder ganz normal. Lediglich der Abschnitt zwischen Jasnitz und Ludwigslust werde wegen Arbeiten noch eingleisig betrieben, teilte die Deutsche Bahn mit. Das habe jedoch keine Auswirkungen auf den Verkehr. Wegen eines Blitzeinschlags und mehrerer Bäume im Gleis war seit Montagnachmittag der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin beeinträchtigt. Zunächst war ein Stück der Strecke gesperrt, die Züge wurden umgeleitet und verspäteten sich um rund eine Stunde. Gegen 20 Uhr hieß es dann, ein Gleis sei wieder frei, die ersten Züge könnten wieder auf der regulären Strecke fahren. Es könne aber weiter Verspätungen geben. Betroffen waren die ICE-Verbindungen ab Hamburg über Berlin und Halle oder Leipzig nach München. Sie wurden eine Zeit lang vom Hamburger Hauptbahnhof bis Berlin-Spandau umgeleitet. Auch die EC-Züge ab Kiel/Westerland über Hamburg, Berlin, Dresden nach Prag wurden bis Berlin-Spandau umgeleitet. Dadurch entfielen die Halte Büchen, Ludwigslust und Wittenberge. Als Ersatz hielten die Züge in Stendal.

CSU-Generalsekretär kritisiert Zeitpunkt der Scholz-Nominierung

CSU-Generalsekretär Markus Blume hat den Zeitpunkt der Nominierung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten der SPD scharf kritisiert. Blume äußerte in einem Interview der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag die Befürchtung, dass dadurch die Arbeit der großen Koalition erschwert werde. "Jetzt ist nicht die Zeit für Wahlkampf und Kandidatenkür. Unser Land steht vor großen Herausforderungen und riesigen Aufgaben in der Corona-Pandemie", sagte der CSU-Generalsekretär. Die "Ausrufung des Bundestagswahlkampfs in dieser schwierigen Phase" könne zu einer "Belastung" für das Regierungsbündnis werden, warnte Blume. Zum jetzigen Zeitpunkt als Überraschungscoup einen Kanzlerkandidaten aus dem Hut zu zaubern, sei "geradezu abenteuerlich". Offenbar habe es aber diese Überraschung gebraucht, um die Scholz-Gegner in der eigenen Partei zu überrumpeln. Ähnlich hatte sich zuvor CSU-Chef Markus Söder geäußert. "Kein Mensch in Deutschland hat Verständnis dafür, dass wir jetzt über Wahlkampf reden", sagte der bayerische Ministerpräsident. Scholz' frühe Nominierung sei "verheerend für die weitere Zusammenarbeit zum Thema Corona-Bekämpfung". Der SPD-Parteivorstand hatte Scholz am Montag einstimmig nominiert. Der Finanzminister betonte anschließend, dass sich die Sozialdemokraten durch seine frühzeitige Ausrufung zum Spitzenkandidaten nicht aus der Regierungsarbeit der GroKo verabschieden wollten. I

Gewerkschaft fordert mehr Schulpausen wegen hoher Temperaturen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert wegen der derzeitigen hohen Temperaturen mehr Erholungspausen an den Schulen. Den Lehrern und Schülern müssten mehr Möglichkeiten zur regelmäßigen Abkühlung verschafft werden, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Zudem müsse die Getränkeversorgung sichergestellt werden. Dies gelte vor allem für Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, in denen wegen des Coronavirus Maskenpflicht im Unterricht herrscht. Die Hitzefrei-Regelungen in NRW wurden von der Landesregierung inzwischen gelockert. Zum Schulstart an diesem Mittwoch gilt nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" auch für Oberstufen-Schüler, dass die Schulleitung den Unterricht absagen kann, wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen. Damit gilt für die Oberstufe dieselbe Regelung wie bereits für alle anderen Schüler.

Umfrage: Im Gastgewerbe sehen 60 Prozent ihre Existenz bedroht

Etwa 60 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Hotels in Deutschland sehen die Corona-Krise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers, über die die "Bild"-Zeitung (Dienstag) berichtete.

Demnach gaben 59,6 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, sie kämpften wegen der Folgen der Seuche ums wirtschaftliche Überleben. Für den Zeitraum Januar bis Juli nannten die Befragten im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 60,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei betrugen die Einbußen im März 63 Prozent, im April 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Landesminister informieren über Corona-Maßnahmen

In vielen Bundeländern hat die Schule gerade wieder begonnen oder der Unterrichtsbeginn steht kurz bevor. Die Corona-Maßnahmen variieren von Bundesland zu Bundesland und nicht jeder ist darüber glücklich, wie etwa der Streit um die Maskenpflicht zeigt. Im Laufe des Tages treten einige Landesminister vor die Presse, um über den Stand er Dinge zu informieren. Etwa NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, Sachsens Kultusminister Christian Piwarz und die Ministerpräsidenten Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburgs Landeschef Dietmar Woidke.

Maas will in Moskau über Ukraine-Konflikt und Libyen reden

Die Konflikte in der Ukraine und in Libyen stehen an diesem Dienstag im Mittelpunkt der ersten Russland-Reise von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) seit Beginn der Corona-Krise. Weitere Themen seines Gesprächs mit Außenminister Sergej Lawrow in Moskau sollen der Umgang mit dem Iran und die Zusammenarbeit mit Russland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sein. Möglicherweise kommen auch die zunehmenden Probleme in den Beziehungen zwischen beiden Ländern zur Sprache.

Prozessauftakt in Basel: 76-Jährige soll Siebenjährigen getötet haben

Eine 76-jährige Schweizerin steht wegen Mordes an einem Siebenjährigem vor Gericht. Die Frau soll am 21. März 2019 den ihr unbekannten Jungen in Basel auf offener Straße erstochen haben. Sie leidet laut Gerichtsunterlagen an Wahnvorstellungen. Der Prozess findet vor dem Basler Strafgericht statt.

Prozessbeginn gegen Berliner Clan-Chef

Der 53-jährige Angeklagte soll bei einer Verkehrskontrolle einen Beamten beschimpft haben. Gegen den Clan-Chef war zunächst per Strafbefehl eine Geldstrafe verhängt worden. Dagegen legte er Einspruch ein.

US-Außenminister besucht Brauerei in Pilsen

Mike Pompeo beginnt seine Europa-Reise in Tschechien Am Nachmittag stehen eine Kranzniederlegung und ein Brauereibesuch in Pilsen (Plzen) auf dem Programm. Die westböhmische Stadt wurde 1945 durch die US-Armee befreit. Weitere Stationen der Reise sind Ljubljana, Wien und Warschau. In Polen soll ein Vertrag über mehr US-Truppen unterzeichnet werden.

Happy Birthday Steve Wozniak

Der Mitbegründer von Apple wird 70 Jahre alt. Zusammen mit Steve Jobs hatte er die Computerfirma 1976 gegründet und war maßgeblich an der Entwicklung der ersten beiden Modelle Apple I und II beteiligt.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

nik/jek DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker