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Nach Edathy-Affäre Bundesrat will Handel mit allen Kinder-Nacktfotos verbieten


Der Fall Edathy soll Konsequenzen haben: Der Bundesrat will den Handel mit sämtlichen Nacktfotos von Kindern verbieten. Noch dürfen Bilder von spielenden nackten Kindern ver- und gekauft werden.

Der Handel mit Kinderpornos ist in Deutschland verboten, mit Bildern von nackten Kindern beim Baden oder Spielen bislang noch nicht. Der Bundesrat macht im Kampf gegen Kinderpornografie jetzt Druck: Die Länderkammer hat zwei Entschließungsanträge auf den Weg gebracht und die Bundesregierung zu raschem Handeln aufgerufen. Der Vorstoß der Länder solle zeigen, "dass Bund und Länder an einem Strang ziehen und aufs Tempo drücken", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Jeder Handel mit Nacktaufnahmen von Kindern gehöre verboten, nur private Familienbilder sollten straffrei bleiben. Der Bundesrat sei nicht länger gewillt, "offensichtliche Lücken im Gesetz zu dulden".

Hintergrund der Debatte um eine mögliche Verschärfung von Gesetzen gegen Kinderpornografie ist die Affäre um den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy. Der hatte sich mit seinen Bestellungen von Fotos nackter Kinder offenbar am Rande der Legalität bewegt. Schon im Februar hatte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ein Verbot erwogen. Niemand dürfe "mit dem Körper von Kindern und Jugendlichen Geschäfte machen", sagte Maas. Derzeit prüft er, wie künftig der Handel mit Nacktbildern von Kindern bestraft werden kann. Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will schärfere Regeln für Kinderfotos, die aufreizend, aber nicht explizit pornografisch sind.

Speziell die kommerzielle Vermarktung dieser Nacktbilder müsse unterbunden werden, heißt es in dem Entschließungsantrag Thüringens, der ebenso wie eine Vorlage Hessens an die zuständigen Ausschüsse verwiesen wurde. Darin heißt es, Strafbarkeitslücken bei sogenannten Posing-Bildern seien nicht hinnehmbar.

jen/AFP/DPA DPA

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