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Nach Skiunfall: Merkel empfängt Sternsinger auf Krücken

Geht es um das Wohlergehen der Kinder, beißt Angela Merkel die Zähne zusammen. Trotz des Beckenringbruchs hat die Kanzlerin Sternsinger im Kanzleramt empfangen – andere Termine musste sie absagen.

Der petrolfarbene Blazer und die schwarze Stoffhose wurden heute von einem unfreiwilligen Accessoire begleitet: Nach ihrem Skiunfall im Weihnachtsurlaub muss Angela Merkel ihren ersten offiziellen Termin mit Krücken bestreiten. Am Dienstag empfing die Bundeskanzlerin Sternsinger aus der ganzen Republik im Kanzleramt.

Mit stützendem Rednerpult sprach Merkel über das Leiden der Kinder durch Armut und Krieg. Besonders das Schicksal der syrischen Flüchtlingskinder hob sie hervor. Viele von ihnen seien in einem Camp im Libanon untergekommen. Den Sternsingern spendete die Kanzlerin Geld, um dort ein Schulprojekt zu unterstützen. Zum Dank für die Einladung und die Spende segneten die Sternsinger das Kanzleramt. Sie werden jedes Jahr ins Kanzleramt eingeladen. Sternsinger gehen von Tür zu Tür und sammeln Geld für Wohltätigkeitsprojekte, die notleidenden Kinder auf der ganzen Welt helfen sollen.

Wegen eines Ski-Unfalls beim Winterurlaub in der Schweiz muss Merkel in den nächsten Wochen zeitweise von zuhause aus regieren. Die 59-Jährige zog sich bei einem Sturz auf der Langlaufloipe einen schmerzhaften Bruch im Beckenbereich zu. Auf Anweisung der Ärzte soll sie nun bis Ende Januar "viel liegen", wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag mitteilte. Termine in Berlin versuche sie wahrzunehmen.

Mehrere Termine abgesagt

Für diese Woche musste die CDU-Vorsitzende bereits mehrere Termine absagen. Dazu gehört auch der "Antrittsbesuch" ihrer dritten Amtszeit im Nachbarland Polen. Auch eine Klausur des CDU-Vorstands musste verschoben werden. Die erste Kabinettssitzung in diesem Jahr am Mittwoch will Merkel aber auf jeden Fall persönlich leiten. Ansonsten wäre SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel an der Reihe gewesen.

Der Unfall ereignete sich bereits vor Silvester, als Merkel zusammen mit ihrem Ehemann Joachim Sauer zum Skiurlaub im Engadin war. Das Paar verbringt die Weihnachtsferien dort schon seit längerer Zeit in einem Dorf in der Nähe von St. Moritz. Anfangs sei die Kanzlerin nur von einer schmerzhaften Prellung ausgegangen, sagte Seibert. Am vergangenen Freitag stellten die Ärzte dann aber einen "unvollständigen Bruch im linken hinteren Beckenring" fest - das bedeutet, dass ein Knochen nicht gebrochen, aber angebrochen ist.

Andra Wöllert mit DPA