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Nachfolge: Dieter Althaus ist neuer Ministerpräsident von Thüringen

Der thüringische CDU-Parteichef Dieter Althaus ist neuer Ministerpräsident des Landes. Der Landtag wählte den 44-Jährigen am Donnerstag in Erfurt im ersten Wahlgang mit der erforderlichen absoluten Mehrheit.

Thüringen hat einen neuen Ministerpräsidenten. Der Landtag in Erfurt wählte den CDU-Landesvorsitzenden Dieter Althaus zum Regierungschef und damit zum Nachfolger des zurückgetretenen Bernhard Vogel. Der 44-jährige Althaus erhielt im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit.

Für ihn votierten 47 Landtagsabgeordnete; 34 stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich. Die CDU-Fraktion verfügt im Erfurter Landtag mit 49 von insgesamt 88 Mandaten über die absolute Mehrheit. Althaus tritt die Nachfolge des 70-jährigen Vogel an, der nach mehr als elfjähriger Amtszeit am Vormittag offiziell seinen Rücktritt erklärt hatte.

Vogel hatte überraschend seinen Rücktritt angekündigt

Vogel hatte auf dem CDU-Parteitag in Gera vor knapp zwei Wochen überraschend seinen Rücktritt angekündigt, um seinem Wunschnachfolger die Chance zu geben, sich bis zur Landtagswahl 2004 zu profilieren. Althaus ist Lehrer für Mathematik und Physik. Fünf Jahre vor der Wiedervereinigung trat er in die CDU-Blockpartei ein. Mit der Wahl zum Mitglied des ersten Thüringer Landtags begann für den Vater zweier Kinder eine steile Karriere: Von 1992 bis 1999 war er Kultusminister, danach übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion im Erfurter Landtag. Seit November 2000 ist er auch Landesvorsitzender der thüringischen Christdemokraten.

Zum Ende seiner elfjährigen Amtszeit hatte Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel eine positive Bilanz gezogen. "Es ist ungeheuer viel geschehen (...) das Land ist nicht wiederzuerkennen", sagte Vogel am Donnerstag im ARD- "Morgenmagazin". Am Ziel sei man aber noch nicht. "Man kann aber Mut fassen, das noch verbleibende Stück des Weges in den nächsten Jahren erfolgreich zurückzulegen."

Vogel spricht sich für Merkel als Kanzlerkandidatin aus

Bernhard Vogel sprach sich zudem für eine Kanzlerkandidatur der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel aus, falls es Neuwahlen geben sollte. Sie habe das erste Zugriffsrecht, sagte er der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeine" (Donnerstagausgabe). Zudem habe ihr Verzicht auf eine Kandidatur vor der Bundestagswahl im September 2002 ihre Position in dieser Hinsicht "deutlich gestärkt".