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Neustart Deutschland Was würden Sie verändern, wenn Sie das Sagen hätten? Weitere stern-Leser verraten ihre Ideen für Deutschland

Leserstimmen
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© plainpicture; Getty Images (4) ; Adobe Stock (4) Illustration: Veronique Stohrer
Eine Rentenversicherung für alle. Renditeverbot für Vermieter. Mehr Hilfe für den Einzelhandel. Kindergrundsicherung. stern-Leser schreiben uns, wie Deutschland sich verändern muss. Bei vielen geht es vor allem um eines: Mehr Gerechtigkeit. Machen Sie auch mit!

Neue Kraftstoffe entwickeln

„Ich würde klimaneutrale Kraftstoffe als Ersatz für Benzin, Diesel und Kerosin mit der gleichen Intensität entwickeln und produzieren lassen wie den Covid19-Impfstoff, um den Ölverbrauch, der mit 88 Millionen Barrel pro Tag (!) den größten Teil der globalen, menschengemachten CO2-Emissionen verursacht, drastisch zu senken.“  

Achim Behrenwaldt, Bremen

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Bestandsrentnern helfen

„Viele Rentnerinnen und Rentner leben in Armut. Ich würde dafür sorgen, dass all jene Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente bekommen, als Bestandsrentner von den Verbesserungen profitieren, die der Gesetzgeber für neuere Fälle durchgesetzt hat.“ 

Sabine Schmude, Hannover

Politiker-Versorgung beschneiden

„Ich würde das Direktmandat abschaffen. So entfallen Überhang- und Ausgleichsmandate und wenn der Direktkandidat oben auf der Liste seiner Partei steht, zieht er doch ins Parlament ein. Zweitens wird die Überversorgung aller Politiker, insbesondere der ehemaligen Bundespräsidenten, ohne Übergangsfrist ersatzlos gestrichen. Diese hatten während ihrer aktiven Zeit mehr Geld für die Altersvorsorge zur Verfügung als der normale Bürger.“

Karin Schmidt, Pirmasens

Alle Bürger zahlen ein

„Meine Vision von einer gerechteren Gesellschaft ist eine, in der alle Bürger in die Sozialversicherungssysteme einbezahlen. Insbesondere wünsche ich mir das für die Rentenversicherung, so dass nach österreichischem Vorbild sich auch Selbstständige, Beamte und Politiker beteiligen. Das würde eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre obsolet machen.“

Susanne Harant, Limburgerhof

Berufspolitiker? Nur mit Erfahrung

„Die Amtsperiode des Kanzlers müsste auf zwei Legislaturperioden à fünf Jahre begrenzt werden. Dieses Amt ist ein Knochenjob, und nach zehn Jahren sind die Amtsinhaber verbraucht. Außerdem: Wer Berufspolitiker werden möchte, egal ob auf Kreis- oder Bundesebene, muss eine mindestens vierjährige Vollzeit-Berufstätigkeit nachweisen. Wie soll sonst jemand, der nie gearbeitet hat,  die Arbeitswelt verstehen?“

Dieter Schmidt, Erlangen

Vermietung ohne Rendite

„Grundbedürfnisse von Menschen sollten der Renditewirtschaft entzogen werden. Wohnraum zum Beispiel darf nicht von Privatiers mit hohen Renditeansprüchen an Meistbietende vermietet werden. Und: Wer für den Klimaschutz einschränkt oder verbietet, muss Alternativen schaffen:  Wenn ich also Autos aus Innenstädten verbannte, dann würde ich gleichzeitig alternative Verkehrswege ausbauen und den Öffentlichen Nahverkehr günstiger machen.“

Rita Kubutat

Zukunft statt Gegenwart gestalten

„Die Politiker sollten endlich verstehen, dass es nicht nur um die Verwaltung der Gegenwart und die Reaktion auf akute Ereignisse geht, sondern um die aktive Gestaltung der Zukunft. Von der Reaktion in die Aktion. Dazu braucht es neue Konzepte und Ideen. Die Probleme, die gelöst werden müssen, sind hinreichend bekannt.“

Michael Englisch, Hessisch Oldendorf

Steuergesetze vereinfachen

„Erstens würde ich die Deregulierung der Finanzwirtschaft rückgängig machen. Zweitens den Einfluss von Lobbyisten auf politische Entscheidungen absolut und relativ begrenzen sowie in jedem Entscheidungs-Prozess transparent machen. Drittens würde ich die Steuergesetzgebung deutlich vereinfachen und fair gestalten. Viertens: Anpassung der Gehälter in den Pflegeberufen, zugleich Begrenzung der Renditen der Gesundheits- und Pharmakonzerne. Fünftens würde ich mit Mut und Wumms für einen zeitnahen Klimaschutz sorgen und sechstens die Hausarzt-Medizin insbesondere auf dem Land nachhaltig fördern.“

Dr. med. Richard Beitzen, Bornheim

AKWs abschalten

„Wenn ich regiere, werden sofort die deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet und auch mit Frankreich über die Abschaltung ihrer Kraftwerke verhandelt. Wir gehen immer noch unbedarft mit der Atomspaltung um. Das Hochwasser-gefährdete Würgassen an der Weser würde ich nicht zu einem atomaren Bereitstellungslager erklären, sondern dezentrale Lager favorisieren.“

Arno Schelle, Fredelsloh

Gemeinnützigkeit statt Maximalprofit

„Ich würde mich für eine wichtige Ergänzung des §14 Abs. 2 des Grundgesetzes einsetzen: Eigentum an Kapital oder Produktionsmitteln verpflichtet zur Gemeinnützigkeit. Beginnend in den Bereichen Gesundheit, Altenpflege und Wohnen als wesentliche Bestandteile der gesellschaftlichen Daseinsfürsorge würde ich alle Unternehmensformen vom Zwecke des Strebens nach Maximalprofit auf Gemeinnützigkeit umstellen. Außerdem würde ich das bedingungslose Grundeinkommen einführen. Seine Finanzierung wäre mit der Einführung der Gemeinnützigkeit sowie durch die Einführung der Finanztransaktionssteuer und durch eine progressive Besteuerung von Einkommen und Vermögen  zu sichern. Ferner würde ich dem Gedanken des tschechischen Ökonomen Tomáš Sedláček folgen und der Wirtschaft „sieben magere Jahre“ auferlegen. Ich würde das stetige Wachstum der Wirtschaft als einen systemrelevanten Irrweg, als das Verbrauchen der Zukunft kommender Generationen bewerten und grundsätzlich mit der Bewältigung der Klimaerwärmung verbinden.“

Dietmar Gabriel, Leipzig

Wachstum des Bewusstseins fördern

„Wachstum weniger auf den materiellen Ebenen, sondern verstärkt auf der Bewusstseinsebene, weil dem physischen Wachstum jetzt schon in vielen Bereichen Grenzen gesetzt sind.“

Klaus Kaufhold, Köln

Mehr Wohlstand für Bedürftige

„Ich würde eine Diskussion darüber anregen, wie eine Regierungsform aussehen könnte, bei der nicht die am meisten abbekommen, die am lautesten schreien, sondern die, die wahrhaft bedürftig sind –  und diejenigen, die die Leistungskraft der Volkswirtschaft nachhaltig steigern.“

Olaf Muradian, Gladbeck

Digitalverweigerer zum Lernen bringen

„Im Digitalen sollte alles versucht werden, auch die vielen Verweigerer zu erreichen: die Älteren, Ignoranten, Ängstlichen. Diese leben noch zu sehr in der vergehenden Gegenwart oder sogar Vergangenheit. Allzu sehr verlassen diese Menschen sich darauf, dass man bis in alle Ewigkeit auf sie Rücksicht nehmen werde. Es braucht klare Ansagen. Der Gedanke des lebenslangen Lernens sollte forciert und belohnt werden. Die Angebote sollten nicht nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Bereich gestärkt werden. Dazu braucht es viele ehrenamtlich Tätige und gute Netzwerke.“

Monika Sintram-Meyer, Jahrgang 1948, Rehhorst

Innenstädte retten

„Innenstädte sind für mich ein echter Kulturauftrag! Das erste Date mit einer Stadt beginnt im Stadtkern. Marktplätze sind echte Begegnungsstätten. Dort treffen sich Bürger und kaufen bei regionalen Händlern ein. Regionale Kaufkraft wandert derzeit über große Online-Händler und Online-Makler aus den Kommunen ab. Das heißt, der Handel wird sukzessive geschwächt und mit dieser Kaufkraftabwanderung seitens der Kommunen allein gelassen. Kommunen müssen ihren Händlern den Weg in die Digitalisierung ebnen, bestenfalls den Gedanken des „lokalen Marktplatzes“ in die Digitalisierung bringen, um lokale Online-Alternativen für den Konsumenten zu schaffen.“

Birgit Unland, Bocholt

Mehr soziale Gerechtigkeit

„Ich würde daraufhin wirken, dass alle Arbeitnehmer in die gleiche Rentenversicherung einzahlen:  Arbeiter, Angestellte und peu a peu auch Beamte! Schließlich sind die heute nicht mehr so schlecht bezahlt wie früher. Das würde zu mehr Gerechtigkeit und Frieden führen! Österreich macht es vor!“

Michael Seeburg, Hamburg

Fachkompetenz statt Parteibuch

„Ich wünsche mir, dass uns mehr jüngere Menschen, nicht parteigebunden regieren sollten. Also Fachleute aller Berufsgruppen, die ihr Handwerk verstehen – und keine so genannten Berufspolitiker mit Parteibuch.“

Gisela Gaetcke-Schuh

Weniger Abgeordnete

„Als erstens würde ich das Wahlrecht ändern, damit nicht mehr so viele Abgeordnete im Bundestag und im Europäischen Parlament sitzen. Das ist teuer, und später belasten die hohen Pensionen die Staatsausgaben. Was wiederum die nächste Generation schultern muss.“

Hugo Schock, Aichwald

Kindergrundsicherung

„Ich würde den sozialen Mietwohnungsbau attraktiver fördern und wieder gemeinnützig machen, die Vergütungen von Klinikleistungen grundlegend reformieren und die private und gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung vereinigen.  Außerdem brauchen wir eine Kindergrundsicherung für alle.“

Harald Groth

Soziale Berufe besser bezahlen

„Ich würde ein gerechtes Steuersystem einführen. Relativ hohe Steuern für die Reichen des Landes und entsprechend weniger für die, die weniger verdienen. Die Ungleichheit bei uns hat Dimensionen angenommen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft untergraben. Es muss umverteilt werden. Wir brauchen auch wieder starke Gewerkschaften und Betriebsräte, um den Beschäftigten die ihnen zustehenden Rechte zurückzugeben. Außerdem müssen Lohnverhandlungen wieder auf Augenhöhe stattfinden. Drittens brauchen wir nur eine gesetzliche Krankenkasse für alle. Also auch für Staatsdiener, Politiker, Selbständige und Arbeitslose. Alle zahlen entsprechend ihres kompletten Einkommens ein. Wer kein Einkommen hat, zahlt nichts, ist aber trotzdem versichert. Alle bekommen die gleichen Leistungen. Wem das nicht genügt, der kann eine zusätzliche private Versicherung abschließen, die extra Leistungen bezahlt. Private Zahlungen an Ärzte und Kliniken sind verboten. Privatisierte Kliniken sind wieder zu verstaatlichen. Keine Gewinnmaximierung mehr auf Kosten der Gesundheit. Die Bezahlung für Berufe, die Dienst am Menschen verrichten, muss drastisch erhöht werden. Private Dienstleister werden abgeschafft. Dazu zählen sämtliche Pflegeberufe, sowie LehrerInnen, ErzieherInnen, KindergärtnerInnen etc. Alle Dienstleistenden in diesen Berufen sind staatlich angestellt. Damit dürfen keine privaten Gewinne erwirtschaftet werden.“

Jutta Schreiter, Erlangen

Von allem die Hälfte

„Wann, wenn nicht jetzt raffen wir uns endlich auf, tiefgreifende Reformen anzupacken?  Aber die Corona-Pandemie und die Flutkatastrophe haben riesige Löcher in die Staatskasse gerissen. Wie all das finanzieren? Von allem die Hälfte heißt die Zauberformel. Acht statt sechzehn Bundesländer, 299 statt 709 Abgeordnete, Bürokratieabbau auf breiter Front. Natürlich müssen diese Reformen von einem Referendum abgesegnet werden. Die Bevölkerung wird aber diese Reformen neuen Schulden, Steuererhöhungen und Kürzungen der Altersbezüge vorziehen.“

Hermann Mezger, Prüm

Alle zahlen ein

„1. Alle BürgerInnen zahlen in die Rentenkasse ein. 2. Wer über eine Million Euro verdient, muss 50 Prozent Steuern zahlen. 3. Statt Hartz-4 ein Grundeinkommen von 2500 Euro für alle. 4. Kostenlose Mahlzeiten für Kinder und Studenten. 5. Kostenloser Nahverkehr für alle, dafür Erhöhung der Kfz-Steuer für Autos mit mehr als 150 PS. 6. Solardächer auf allen Neubauten und Parkhäusern. 7. Ausbau der Windkraft. 8.  Verstaatlichung der Krankenhäuser und Pflegeheime.“

Monika Dieter

Lobbyismus einschränken

„Ich würde als ersten Schritt die Anzahl der Bundesländer auf maximal zwölf reduzieren. Allein hierdurch könnten jede Menge Kosten reduziert werden. Länderhoheiten müssen auf ihren Sinn überprüft werden. Warum haben wir keine deutschlandweit geltenden einheitlichen Schulbücher, Lernpläne usw.? Auch hier könnten erhebliche Kosten eingespart werden.  

 Drittens gehört unser kopflastiges und dadurch viel zu langsam arbeitendes Verwaltungssystem auf den Prüfstand. Dazu gehört auch das Beamtenwesen mit seiner Besoldung und Ruhestandsabsicherung. Würden in den Ministerien und Verwaltungen nur z. B. mehr tatsächliche Fachleute vorhanden sein, die auch über den Rand ihres Schreibtisches hinausschauen könnten, würden etwa 80 Prozent der Berater und Arbeitskreise überflüssig. Auch der in unserem derzeitigen Staat ausgewucherte Lobbyismus erführe erhebliche Einschränkungen.“

Heinz Wetten, Hadamar

Klimawahn beenden

„Der Klimawahn hierzulande, der vom Größenwahn nicht weit entfernt ist, wird beendet.“

Hanns Schneider

Biologieunterricht stärken

„Ich würde dem Biologieunterricht in der Schule einen wesentlich höheren Stellenwert einräumen. Nicht Goethe, Schiller, Heine sichern uns das Überleben, sondern das Wissen um ökologische Zusammenhänge. Dazu gehören Fragen wie: Welche Nahrungsketten gibt es? Was passiert, wenn Tierarten aussterben? Welche Folgen hat das für das gesamte ökologische System? Die Anzahl der Biologiestunden müsste mindestens verdoppelt werden.“

Christiane Gehrke, Hanstedt

Flüchtlinge ins Land holen

„Wenn ich bestimmen könnte, würde ich erstmal alle Flüchtlinge nach Deutschland holen. Wenn ein Teil der Flüchtlinge, der bei uns ausgebildet wurde, wieder ins Herkunftsland zurückgeht, nimmt er unseren deutschen, demokratischen Geist mit zum Wiederaufbau des Landes.“ 

Antje Jung

Raumfahrt für Milliardäre verbieten

„Verboten werden sollten die Tourismus-Reisen der Milliardäre in den Weltraum (Branson und Bezos). Nur um fünf Minuten Schwerelosigkeit und die Aussicht zu genießen, muss man nicht so viel Energie verschwenden und CO2 produzieren.“

Peter Salisch, Treuchtlingen

Einzelhändler stärken

„Der Einzelhandel ist extrem in Mitleidenschaft geraten. Städte müssen, auch durch die Politik, attraktiver gestaltet werden. Bitte nicht so viele Filialbetreiber, denn die sind austauschbar. Alleinstellungsmerkmale sind hilfreich, denn nur Ware zu präsentieren reicht nicht mehr aus.“

Frank Schnitzler, Düsseldorf

Überholverbot für LKW

„Die von LKW verursachten Staus und Behinderungen durch die allseits beliebten Elefantenrennen  könnten mit einem  bundesweiten Überholverbot für LKW  reduziert werden.“

Thomas Beckmann, Velburg

Reform des Rentensystems

„Ich würde das Wahlrecht so gestalten, dass wir von unseren hohen Verwaltungskosten herunterkommen. Weniger Personal, das aber arbeitet effizient. Als zweites steht die Reform des Rentensystems an. Alle für alle! Die Schere zwischen Pension und Rente muss sich verkleinern. Damit steht auch das Beamtenrecht auf der Agenda.“

Werner Gugetzer, München

Was würden Sie ändern?

Schreiben Sie uns Ihre Ideen an: ich-regiere@stern.de

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