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Nordrhein-Westfalen: Auch SPD soll Firmen mit Politikerbesuchen gelockt haben

Was die CDU kann, scheint auch die SPD zu können: Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Genossen in NRW Unternehmen angeboten, einen Stand auf ihrem Parteitag zu mieten - und dafür den Besuch prominenter Politiker versprochen.

Die SPD hat nach Informationen der "Bild"- Zeitung ebenfalls versucht, Unternehmen für eine Buchung von Parteitagsständen zu gewinnen und dafür den Besuch prominenter Politiker in Aussicht gestellt. Der Redaktion lägen die Anmeldungsschreiben einer Bonner Agentur vor, die im Februar 2009 im Namen der NRW-SPD zum Landesparteitag in die Gerry- Weber-Halle in Halle eingeladen habe. Das berichtet das Blatt in seiner Dienstagausgabe.

Nach den Unterlagen habe die Standmiete 200 Euro pro Quadratmeter betragen. Die Unternehmen hätten unter "besondere Wünsche" angeben können, welche SPD-Gesprächspartner "aus besonderen Fachbereichen" sie sich wünschten und welche Foto-Termine mit SPD-Promis sie sich vorstellen konnten. In dem Begleitschreiben zur Anmeldung hieß es "Bild" zufolge weiter: "Es ist 99%-ig sicher, dass Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier in Halle teilnehmen werden, und wir gehen davon aus, dass wir mit beiden und natürlich auch mit Hannelore Kraft und weiteren Vertretern des Landesvorstandes den Stand besuchen."

SPD sieht keinen Zusammenhang

Der Sprecher der nordrhein-westfälischen SPD, Dirk Borhart, sagte dazu auf Anfrage: "Das Schreiben zeigt klar, bei der SPD gibt es keine Gespräche gegen Geld."

In der Affäre um bezahlte Gespräche mit dem nordrhein- westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) war am Montag der Generalsekretär der NRW-CDU, Hendrik Wüst, zurückgetreten. Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel und die NRW-Landesvorsitzende Hannelore Kraft hatten Rüttgers wegen der Affäre zum Rücktritt aufgefordert.

DPA / DPA
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