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NRW-CDU: Krautscheid wird der neue General

Jürgen Rüttgers schickt seine Allzweckwaffe ins Rennen: Andreas Krautscheid soll als neuer Generalsekretär der NRW-CDU die Wogen der Sponsoring-Affäre in Nordrhein-Westfalen glätten. Die Christdemokraten müssen um den Sieg bei der Landtagswahl im Mai bangen.

Der nordrhein-westfälische Minister für Bundesangelegenheit, Europa und Medien, Andreas Krautscheid, wird neuer Generalsekretär der Landes-CDU. Das teilte der Parteivorsitzende, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, am Dienstagabend in Düsseldorf mit. Krautscheid werde das Amt kommissarisch übernehmen, sagte Rüttgers nach der Entscheidung des Landesparteivorstands.

Der bisherige Generalsekretär Hendrik Wüst war am Montag wegen der Sponsoren-Affäre der Landes-CDU zurückgetreten. Die CDU-Landeszentrale hatte Werbebriefe an Sponsoren verschickt, in denen gegen Bezahlung Gespräche mit Rüttgers angeboten worden waren. Mit der schnellen Personalentscheidung bemüht sich die CDU um Schadensbegrenzung. Der Ministerpräsident hatte zuvor eingeräumt, dass die Affäre der CDU rund elf Wochen vor der Landtagswahl politisch schade.

Der Mann für die schwierigen Fälle

Rüttgers schickt Krautscheid immer dann im Landtag ins Gefecht, wenn es knifflige Situationen zu bewältigen gilt. Der 49-Jährige hat für den Ministerpräsidenten bereits als Regierungssprecher und Minister gearbeitet. Jetzt soll er als Nachfolger des über die Sponsoren-Affäre gestürzten Generalsekretärs Wüst den Sieg bei der Landtagswahl am 9. Mai sichern. Krautscheids bevorzugte Waffe ist das Florett, mit dem er seinem Chef die Opposition vom Leibe hält: Der wortgewandte Jurist versteht es, bissige Fragen mit Wortwitz zu parieren.

Der neue Generalsekretär, der noch kein Landtagsmandat hat, gilt auch als möglicher CDU-Fraktionschef für die Zeit nach der Landtagswahl. Vor allem wenn über eine mögliche schwarz-grüne Koalition spekuliert wird, fällt sein Name. Im Rhein-Sieg-Kreis hat er als CDU-Kreisvorsitzender bereits ein solches Bündnis auf kommunaler Ebene mitgeschmiedet. Einen innerparteilichen Dämpfer musste Krautscheid im vergangenen Jahr hinnehmen, als er im Rennen um den Vorsitz des CDU-Bezirks Mittelrhein Bundesumweltminister Norbert Röttgen unterlag.

DPA / DPA