HOME

Parteitag: Neue Ost-West Spitze bei der Linken

Die Linken haben eine neue Doppelspitze. In Rostock sind der bayerische Gewerkschafter Klaus Ernst und die Ost-Berliner Haushaltsexpertin Gesine Lötzsch als Doppelspitze der Partei gewählt worden.

Beim Parteitag am Samstag in Rostock sind Gesine Lötzsch und Klaus Ernst von den Delegierten mit klarer Mehrheit zu den neuen Vorsitzenden gewählt. Ernst und Lötzsch folgen Lothar Bisky und Oskar Lafontaine nach, die nach drei Jahren nicht erneut antraten.

Die Ost-Berlinerin Gesine Lötzsch bekam 92,8 Prozent der gültigen 557 Stimmen, Gewerkschafter Ernst 74,9 Prozent. Der Gegenkandidat von Ernst, der Kommunalpolitiker Heinz-Josef Weich aus Niedersachsen war mit 13,9 Prozent chancenlos. Lötzsch erhielt das bisher beste Ergebnis überhaupt bei den Wahlen zum Linke-Vorsitz - das gute Ergebnis für Ernst war überraschend, weil seine Kandidatur zunächst umstritten war - ihm war vorgeworfen worden, an der Demontage von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch beteiligt gewesen zu sein.

Die von Anfang unstrittige Lötzsch hatte vor ihrer Wahl wie auch Ernst betont, den Kurs von Lafontaine und Bisky fortsetzen wollen. Ihre Aufgabe in der Partei sieht sie darin, das Zusammenwachsen der Ost- und Westteile zu stärken. Dafür müssten parteiinterne Auseinandersetzungen mitunter hinten an stehen.

Zudem hofft die Partei nach dem Erfolg in Nordrhein-Westfalen auf mehr Regierungsbeteiligungen. Die Linke ist drei Jahre nach ihrer Gründung in 13 Landesparlamenten vertreten, regiert aber nur in Berlin und Brandenburg mit, wo es Koalitionen mit der SPD gibt.

DPA / DPA