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Pro und Contra zur Frauenquote: Nicht nur Frauensache

Skandinavien hat sie schon, Deutschland diskutiert noch. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt sie ab, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen befürwortet sie. Was bringt eine Frauenquote? Auf stern.de streiten sich zwei Männer.

Von David Bedürftig und Lutz Kinkel

Frauen, macht es besser!

Den besten Kommentar zur Frauenquote liefert die Statistik. Wie viele weibliche Führungskräfte gibt es in der Wirtschaft, der Politik, der Wissenschaft? Um nur eine Zahl zu nennen: In den 200 größten deutschen Unternehmen sind 3,2 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt. Das ist nicht der Rede wert. Diese Zahl spricht der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichberechtigung Hohn.

Nun setzt die Politik - mitunter in bester Absicht, nicht alles regulieren zu wollen - gerne auf Selbstverpflichtungen. Sie sind nicht mehr zu zählen, diese feierlich zelebrierten Selbstverpflichtungen, Appelle und Absichtserklärungen, egal, ob es um Spitzenjobs für Frauen, Qualitätskontrollen, Umweltschutz oder Gottweißwas geht. Die Resultate sind oft erbärmlich. Siehe oben.

Selbst die CSU (!) hat mittlerweile erkannt, dass sich bei der Frauenförderung ohne Quote nichts bewegt. Männerzirkel haben nun mal eine Tendenz, Männerzirkel zu bleiben, was einem psychologischen Prinzip geschuldet ist: Man(n) wählt als Mitstreiter gerne jene, die einem selbst ähnlich sind. Das kann fatale Folgen haben, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Eine Schicht von gierigen, zahlenfixierten, amoralischen Spielertypen hätte fast die gesamte Weltwirtschaft ruiniert.

Wäre das zu verhindern gewesen, wenn mehr Frauen Spitzenbanker gewesen wären? Keiner kann das belegen. Belegt ist aber, dass es Männer waren, die diesen Wahnsinn veranstalteten, für den die Steuerzahler nun bluten müssen. Also gilt der Satz: Es kann nur besser werden. Allein das ist ein triftiger Grund, eine Quote einzuführen.

Zugleich verbindet sich mit der Quote die Hoffnung, dass die Wirtschaft familienfreundlicher werden würde. Mehr Kitas und Betriebskindergärten, mehr Verständnis für elterliche Pflichten, weniger Abendtermine und Präsenzpflicht am Arbeitsplatz. Davon würden Frauen und Männer profitieren, es könnte eine Arbeitswelt entstehen, die Kinder als Normalfall und nicht als Störfall definiert. Es ist höchste Zeit, der jungen Generation dieses Angebot zu machen. Wer's nicht glaubt, sollte einen Blick auf die demographische Kurve werfen.

Allen, die noch zögern, sei gesagt: Die Einführung der Quote wird eines Tages auch deren Abschaffung rechtfertigen. Genau dann, wenn es so viele weibliche Vorbilder gibt, dass sie keine Vorbilder mehr sein müssen. Das ist das Ziel.

Quotenfrauen, wehrt euch!

Alle Jahre wieder dröhnt es aus der Politik: Frauenquote! Diesmal will die EU vorschreiben, wie viele Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten sitzen sollen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gefällt der Plan, sie möchte noch 2011 eine 30-Prozen-Quote einführen. Ihre innerparteiliche Widersacherin, Familienministerin Kristina Schröder, strebt eine von den Firmen selbst festgelegte Quote an. Ginge es nach Manuela Schwesig (SPD), gäbe es schon längst eine Quote - wenngleich ihre Partei es in ihren Regierungsjahren versäumt hat, dieselbe durchzuboxen. Die Debatte droht zum Profilierungsgerangel zu verkommen.

Gleichwohl ist das Problem zu bedeutsam, um darüber hinwegzusehen: Frauen sind in den großen Wirtschaftsunternehmen eindeutig unterrepräsentiert. Doch wäre eine Quote wirklich hilfreich?

Vorweg ein prinzipieller Einwand: Noch leben wir in einer Marktwirtschaft. Also können Unternehmen einstellen, wen sie wollen. Das muss so bleiben, denn die Personalplanung ist eine zentrale Stellschraube im Wettbewerb, sie entscheidet über Wohl und Wehe einer Firma. Und nun soll der Staat einen Teil der Personalplanung übernehmen? Übernimmt er dann auch die Mitverantwortung? Zumal es nicht bei der Frauenquote bleiben würde. Andere, die sich benachteiligt fühlen, könnten auch ihr Recht einfordern: Eine Quote für Migranten oder eine Quote für Über-60-Jährige. Willkommen in der Personalplanwirtschaft.

Zudem ist es blauäugig zu glauben, eine Quote würde wirklich die Kultur eines Unternehmens verändern. Vorstände würden sich in Kamingesprächen genau jene Frauen aussuchen, die am besten zu ihnen passen: profitorientiert, kämpferisch, im Zweifelsfall rücksichtslos. Es gibt bereits eine ganze Reihe von weiblichen Führungskräften, vor allem in den USA, denen sich viel nachsagen lässt, aber nicht, dass sie sanfteres Wirtschaften gefördert hätten.

Auch Frauen selbst haben gute Gründe, gegen die Quote zu sein: Wer sich nach oben arbeitet, ist stolz auf die eigene Leistung und Kompetenz. Es würde diese Karrierefrauen schwächen, wenn es die Chance gäbe, sie als "Quotenfrauen" zu belächeln. Eine Quote ist eine positive Diskriminierung - und das wissen auch viele Frauen, denen damit geholfen werden soll. Sie bevorzugen die Freiheit, ihren beruflichen Weg selbst zu gestalten.

Natürlich gibt es offenkundig einen Mangel beim weiblichen Führungsnachwuchs. Hier könnten Staat und Gewerkschaften tatsächlich eingreifen - indem sie auf flexiblere Arbeitzeiten drängen, den Vaterschaftsurlaub verlängern, mehr Kita-Plätze zur Verfügung stellen. Es geht darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern, die berufstätigen Frauen den Aufstieg ermöglichen. Das muss das Ziel sein - und nicht eine Quote.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(