Rückblick Die schillernden Eskapaden des Hamburger Senats


Seit seinem Start im Herbst 2001 belasten Krisen die Arbeit des Hamburger Senats aus CDU, Schill-Partei und FDP. Für die meisten Schlagzeilen sorgte Ronald Schill, der jetzt entlassene Innensenator.

Seit seinem Start im Herbst 2001 belasten Eskapaden und Krisen die Arbeit des Hamburger Senats aus CDU, Schill- Partei und FDP. Für die meisten Schlagzeilen sorgte Ronald Schill, der jetzt entlassene Innensenator.

20.06.2003 - Affäre Wellinghausen:

Der Staatsrat in der Innenbehörde Schills, Walter Wellinghausen, gibt zu, dass er neben seinen Dienstbezügen weiterhin Einnahmen aus früherer Tätigkeit hat.

06.12.2002 - Narkosegas-Vorschlag:

Auf der Innenministerkonferenz in Bremen schlägt Schill die Beschaffung des umstrittenen Gases vor, das die Moskauer Polizei bei einem Geiseldrama benutzt hatte. Dabei waren weit über 100 Geiseln an dem Gas gestorben. Wichtig sei die Entwicklung eines Gegenmittels, um hier zu Lande Todesopfer unter Geiseln zu vermeiden, sagt Schill. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und andere Teilnehmer weisen die Idee zurück.

29.08.2002 - Eklat im Bundestag:

In einer Bundestags-Debatte über die Folgen der Hochwasserkatastrophe bringt Schill die Finanznöte des Bundes mit Ausgaben für Flüchtlinge in Zusammenhang. Vizepräsidentin Anke Fuchs (SPD) stellt ihm das Mikrofon ab. Bürgermeister von Beust missbilligt verärgert das Schüren von ausländerfeindlichen Ressentiments, will die "gute Zusammenarbeit" aber fortsetzen. Die Bürgerschaftskoalition lehnt einen Entlassungsantrag gegen Schill ab.

06.02.2002 - Senatorin:

Nach 85-tägiger Kandidatensuche ist der Senat komplett: Die parteilose Dana Horàkovà wird Kultursenatorin. Von Beust hatte allerlei Anwärter von Nike Wagner über Justus Franz bis Vicky Leandros ins Spiel gebracht. Zunächst machen Spitzelvorwürfe gegen die aus Prag stammende frühere Journalistin die Runde, danach gerät ihre Amtsführung in die Kritik. Die Opposition spricht von einer «Banalisierung des Kulturlebens» in der Hansestadt.

23.01.2002 - Filz-Vorwürfe:

Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft gibt Bausenator Mario Mettbach (Schill-Partei) bekannt, dass seine Lebensgefährtin aus seiner Behörde ausscheidet. Vor Mettbachs "Fehleinschätzung" hatte der Bürgermeister die "Vermischung von höchst Privatem und Beruflichem" abgelehnt. Eine Freundin Schills hatte bereits zuvor ihren Plan aufgegeben, Staatsrätin im Kulturressort zu werden.

04. Januar 2002 - Kokain-Vorwürfe:

'*Der Spiegel' spekuliert, die Schill unterstehende Polizei verschone "Schickeria"-Kreise von Rauschgift-Razzien. Einen Monat später wird in der TV-Sendung 'Panorama' behauptet, Schill selbst konsumiere Kokain. Schill spricht von einer "Schmutzkampagne". Ein Haartest entkräftet den Vorwurf. Von Beust hatte angeblich "nie Zweifel".


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