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Schleswig-Holstein: Ein Nachfolger für Peter Harry Carstensen

Auf dem Landesparteitag der CDU in Schleswig-Holstein hat Peter Harry Carstensen seinen Rückzug eingeläutet. Zum neuen Landesvorsitzenden wurde Christian von Boetticher gewählt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zieht sich auf Raten aus der Politik zurück. "Ich werde bei der nächsten Wahl nicht wieder kandidieren", sagte der 63-Jährige am Samstag auf einem Landesparteitag in Neumünster. Dort kandidierte der Christdemokrat bereits nicht wieder für die Wahl zum Landesvorsitzenden. Diesen Schritt hatte er bereits wenige Stunden nach der Neuwahlanordnung durch das Landesverfassungsgericht Ende August angekündigt. Er will sich künftig voll auf das Amt des Regierungschefs konzentrieren.

Fraktionschef Christian von Boetticher wurde am Samstagnachmittag von den mehr als 240 Delegierten zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 39-Jährige gilt als kommender Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Boetticher erhielt 221 der 244 abgegebenen Stimmen. 17 Delegierte der Union stimmten jedoch gegen den Juristen. Fünf weitere enthielten sich. Eine Stimme war ungültig. "Natürlich werde ich mich bewerben", sagte Boetticher mit Blick auf eine mögliche Spitzenkandidatur bei der vorgezogenen Neuwahl.

Von einem Abschied Carstensens könne noch keine Rede sein, meinte Boetticher. Angesichts der kommenden Aufgaben als Ministerpräsident mit den von der Landesregierung geplanten Sparvorhaben brauche der Regierungschef "Elan und Tatkraft". Ein erfolgreicher Wahlkampf sei auch möglich, ohne bereits Regierungschef zu sein.

Konservativ und generationengerecht

Boetticher ist seit 2009 Vorsitzender der Landtagsfraktion. Zuvor war der frühere Europaabgeordnete zu Zeiten der großen Koalition Landwirtschaftsminister im Kabinett Carstensen. Er wolle dafür sorgen, dass in der Partei "wieder mehr miteinander" geredet werde. Als Leitbilder seiner Politik nannte der 39-Jährige die Attribute "konservativ und generationengerecht".

Carstensen geht mit gutem Gefühl

"Ich gehe mit einem guten Gefühl als Landesvorsitzender, dass die Bilanz in Ordnung ist", sagte Carstensen. Er hatte die Nord-CDU seit acht Jahren geführt. Damals war die CDU noch Oppositionspartei. Seit 2005 ist er Ministerpräsident. Boetticher ist seit 2009 Vorsitzender der Landtagsfraktion. Zuvor war der frühere Europaabgeordnete zu Zeiten der großen Koalition Landwirtschaftsminister im Kabinett Carstensen.

Die geplante Übernahme des Landesvorsitzes gilt als Vorentscheidung für die Spitzenkandidatur zur Neuwahl des Landtags. Sie muss nach den Vorgaben des Landesverfassungsgerichts bis spätestens 2012 stattfinden. Die Schleswiger Richter hatten Ende August das Landeswahlrecht in Teilen für verfassungswidrig erklärt.