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Erster Auftritt nach "Lolita"-Affäre: Von Boetticher kehrt zurück ins Parlament

Einen Monat nach seinem tränenreichen Abschied wegen seiner Liebesbeziehung zu einer 17-Jährigen meldet sich der ehemalige Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen CDU, Christian von Boetticher, zurück im Kieler Landtag. Es gibt Umarmungen, Schulterklopfen und Freundschaftsbekundungen - und einen wichtigen Auftrag.

Nach einem Monat Auszeit von der Öffentlichkeit ist Schleswig-Holsteins gefallener Kronprinz wieder da: Am Dienstag kehrte Christian von Boetticher (CDU) zurück in den Kieler Landtag. Im dunkelgrauen Anzug und violetter Krawatte nahm er am Mittag an einer Sitzung der CDU-Fraktion teil - und wurde freundlich begrüßt.

"Ein Willkommen unter Freunden"

"Ich freue mich, dass er wieder da ist", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. "Das ist ein Willkommen unter Freunden", meinte Wirtschaftsminister Jost de Jager, der nach dem Sturz von Boettichers über eine Affäre mit einer 16-Jährigen nun Spitzenkandidat zur Landtagswahl und CDU-Landesvorsitzender werden soll. Dazwischen gab es demonstrative Umarmungen, Schulterklopfen und warme Worte für den Rückkehrer.

Denn der wird - auch - politisch dringend gebraucht: Die schwarz-gelbe Koalition benötigt am Mittwoch jede Stimme, um im Landtag ihr umstrittenes Glücksspielgesetz beschließen zu können. CDU und FDP haben nur ein Mandat mehr als die Opposition.

Vor der Sitzung bestätigte von Boetticher, dass er vorhabe, sein Mandat als direkt gewählter Abgeordneter bis Ende der Wahlperiode wahrzunehmen. Ob er zur Landtagswahl im nächsten Mai erneut antritt, ließ er offen. Boetticher dankte seiner Familie und allen, die ihn in den letzten Wochen sehr stark unterstützt hätten. Er sei zwei Wochen mit seinem Vater in den Bergen wandern gewesen. "Das war persönlich sehr wichtig für mich." Der 40-Jährige hatte Mitte August unter Tränen alle Spitzenämter aufgegeben.

fw/DPA / DPA