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Zurückgetretener CDU-Landeschef: Boetticher beklagt "öffentliche Hinrichtung"

Der wegen seiner Beziehung mit einer 16-Jährigen zurückgetretene CDU-Landeschef Christian Bötticher fühlt sich öffentlich hingerichtet. Er werde "verfolgt wie ein Krimineller", sagte der Politiker einem Magazin.

Der frühere schleswig-holsteinische CDU-Landeschef Christian von Boetticher sieht sich von den Medien verfolgt. "Für mich war das eine öffentliche Hinrichtung auf Basis moralischer Wertungen", sagte von Boetticher dem Magazin "Focus". Er werde "verfolgt wie ein Krimineller, der die Bank of England ausgeraubt hat". Pläne für die Zukunft habe er im Moment nicht; derzeit versuche er vor allem "von meinem Ruf zu retten, was zu retten ist".

Der 40-Jährige war über eine Beziehung zu einem 16-jährigen Mädchen gestolpert. Nachdem diese bekannt geworden war, verzichtete er auf seine Ämter als Partei- und Fraktionschef der Landes-CDU.

Spekulationen über Intrige

"Focus" berichtete auch von Spekulationen, wonach eine Intrige zum Sturz von Boettichers geführt haben könnte. Dem Magazin zufolge suchte ein Mitglied der Jungen Union aus Schleswig-Holstein dessen Ex-Freundin im Juli auf, nachdem er zuvor über Facebook Kontakt zu ihr aufgenommen hatte. Wenig später sei die bereits mehr als ein Jahr zuvor beendete Beziehung von Boettichers zu der damals 16-Jährigen bekannt geworden. Auch ein weiteres JU-Mitglied aus Schleswig-Holstein habe zu dem Mädchen Kontakt gehabt. "Focus" berichtete auch, die Mutter des Mädchens habe von Boetticher nach dem Ende der Beziehung schriftlich aufgefordert, sich nicht mehr mit ihrer Tochter in Verbindung zu setzen. Daran habe sich der Politiker wohl auch gehalten.

be/DPA/AFP / DPA