Bundespräsident
Schloss-Bellevue-Sanierung für 601 Millionen Euro – sie könnte noch teurer werden

Schloss Bellevue, Sitz des Bundespräsidenten
Bundespräsidialamt, Spreeweg 1, 10557 Berlin – die Adresse von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten
© Elisa Schu / DPA
Das Schloss Bellevue in Berlin ist in die Jahre gekommen, Zeit für eine Sanierung also. Die fällt recht teuer aus – und dauert viele Jahre.

Seit 1994 residiert hier der Bundespräsident, die Geschichte des Bauwerks ist aber weitaus länger. Das Berliner Schloss Bellevue wurde im 18. Jahrhundert erbaut, hat zwei Weltkriege überstanden und etliche Hausherren beherbergt – nun ist es mehr als 20 Jahre nach der letzten Renovierung Zeit für eine umfassende Sanierung, meint das Bundespräsidialamt.

Schloss Bellevue unter Denkmalschutz

Es gehe dabei darum, "zahlreiche bauliche und technische Mängel zu beheben und den gestiegenen Anforderungen an Sicherheit, Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit gerecht zu werden". Das hat seinen Preis: Rund 601 Millionen veranschlagt die Bundesbehörde laut Mitteilung vom Mittwoch für die Arbeiten. Ein Grund für die hohen Kosten: Schloss Bellevue steht unter Denkmalschutz.

Aber es geht nicht nur um die Sanierung des mehr als rund 240 Jahre alten Gebäudes, sondern auch um einen Neubau und die Außenanlagen:

  • Die Sanierung des Schlosses schlägt den Angaben zufolge mit 146 Millionen Euro zu Buche.
  • Die Ertüchtigung des Verwaltungsgebäudes kostet 120 Millionen Euro.
  • Die Hauptwache sowie die Technikzentrale sollen neu gebaut werden, Kosten: 173 Millionen Euro.
  • Hinzu kommen Ausgaben für die Sicherheits- und Parkanlagen in Höhe von 162 Millionen Euro.

Eine zusätzliche "Risikoreserve" von 188 Millionen sowie eine "Vorsorge für Baupreissteigerungen" von 71 Millionen Euro sollen das Projekt finanziell absichern. Das Bundespräsidialamt spricht von einer "Komplexität der Gesamtbaumaßnahme".

Luftbild von Schloss Bellevue und den Außenanlagen
Luftbild von Schloss Bellevue und den Außenanlagen
© Oliver Lang / Picture Alliance

Die gesamten Arbeiten sollen rund acht Jahre dauern und im Sommer beginnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger führen die Amtsgeschäfte währenddessen von einem Büroneubau in Berlin-Moabit. "Der Bundespräsident bleibt während der gesamten Sanierungsphase uneingeschränkt handlungsfähig", verspricht das Bundespräsidialamt. Ein zweiter Amtssitz befindet sich in der Villa Hammerschmidt in der früheren Bundeshauptstadt Bonn.

Für Steinmeier ist der nötige Auszug ein Abschied für immer vom Schloss Bellevue. 2027 wählt die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt. Nach zwei Amtszeiten darf Steinmeier nicht noch einmal wiedergewählt werden. 

Quellen: Bundespräsidialamt, Nachrichtenagentur DPA

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