HOME

SPD-Troika: Es kann nur Einen geben

…und jetzt, liebe Sportfreunde, schalten wir um nach Berlin zum, ähem, Atem raubenden Wettbewerb um die SPD-Kanzlerkandidatur. Es kommentiert für Sie Andreas Hoidn-Borchers

Herzlich Willkommen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, hier im Willy-Brandt-Stadion, wo das Ausscheidungsrennen der Sozialdemokraten, wer im kommenden Herbst die mehrfache deutsche Meisterin im Kanzlerwerden herausfordern darf, in eine offenkundig zwischenvorentscheidende Phase geht. Inzwischen haben die drei Aspiranten Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel, wenn ich richtig mitgezählt habe, 537 Runden hinter sich gebracht, fragen Sie mich besser nicht, wie viele noch vor Ihnen liegen, und auch das Interesse des Publikums hat nach einer leichten Ermüdungsphase wieder zugenommen. Ich sehe, dass sich die ersten zwei Reihen auf der Südtribüne inzwischen doch einigermaßen gefüllt haben, ja, man gewinnt den Eindruck, dass sich im Stadion bald so viele Zuschauer eingefunden haben werden wie hier oben bei uns auf der Pressetribüne.

Falls Sie jetzt erstmals zugeschaltet haben, ich kann Ihnen versichern, Sie haben noch nicht allzu viel verpasst. Das Tempo ist nach wie vor nicht sehr hoch. Die drei da unten auf der Tartanbahn hätten auch gut in London bei den deutschen Schwimmer mit hinterher paddeln können, wenn Sie mir den kleinen scherzhaften Vergleich erlauben.

*

Der allgemein als Geheimfavorit geltende Steinmeier, der lange im Windschatten des anderen Geheimfavoriten Steinbrück mitgelaufen ist, hat aber mit Hilfe eines geschickt im "Spiegel" platzierten Artikels am Wochenende überraschend einen kleinen Zwischenspurt eingelegt und sich etwas von den anderen abgesetzt. Steinbrück allerdings ließ sich nicht abschütteln und konterte mit sechs Seiten im stern. Das Rennen bleibt offen, ja, das muss man wohl so sagen.

Sigmar Gabriel, von dem er hieß, er werde für ein paar Runden aussetzen, ist zum allgemeinen Erstaunen weiter mit im Rennen. Er schleppt allerdings ein paar Kilo zuviel mit sich herum, er läuft mit seiner Tochter Marie im Baby-Björn. Allerdings scheint ihn das nicht großartig zu behindern. Es gelingt ihm sogar, weiter pausenlos Mitteilungen und Artikel auf seinem Smartphone zu verfassen. Er gilt ja als einziger Politiker weltweit, der blind in unter zehn Minuten eine Seite fürs FAZ-Feuilleton verfassen kann. Zur Verschleierung seiner Allgegenwart hat er sich ein aber ein paar Pseudonyme zugelegt. So publiziert er neuerdings unter anderem als Habermas, Bofinger und Nida-Rümelin. Er scheint jedenfalls nicht gewillt, sich abhängen zu lassen.

Vor einiger Zeit, lassen Sie mich nachsehen, es muss in Runde 364 gewesen sein, ging kurz ein Raunen durch das zwei Reihen der Südtribüne. Hannelore Kraft hatte das Rund betreten und es sah kurz so aus, als wolle sie sich warmmachen und noch in das Rennen einsteigen. Sie winkte dann aber nur kurz und tätschelte Steinmeier den Rücken. Es wirkte, als wolle sie ihn ein wenig anschieben. Wir sind gespannt, ob die Wettkampfleitung dies als unerlaubte Hilfestellung werten wird oder nicht.

*

Da sich da unten so wenig tut, nutzen wir die Zeit für eine kurze Unterbrechung und unser beliebtes Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es zwei Jahre beitragsfreie Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen inklusive mindestens einer Rundumbeleidigung durch den SPD-Vorsitzenden. Bitte ordnen Sie die Namen Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier folgenden Sätzen zu:

a. Könnte Kanzler, aber nicht Kandidat.

b. Könnte Kandidat. Aber Kanzler?

c. Oh Gott, oh Gott, oh Gott!

Einsendungen bitte bis drei Wochen nach der Niedersachsen-Wahl.

*

Ich kriege hier gerade einen Zettel zugesteckt, den Sigmar Gabriel angeblich in einer Wickelpause verloren haben soll. Ich lese einmal kurz vor. Kubicki Finanzen, Ponader Verteidigung, Trittin Außen, Steinmeier Entwicklung… Ja, ich vermute, dabei handelt es sich um die geheime Kabinettsliste Gabriels, der, sollte er hier als erster über die Ziellinie gehen, Angela Merkel mit einer von den Linken tolerierten Piraten-Ampel, kurz: Pampel-Koalition ablösen will.

Ich sehe, da unten tut sich gerade wieder etwas. Steinbrück mobilisiert offenbar neue Kräfte. Es gehen ja Gerüchte, er habe sich in Südafrika mit Nashornblut dopen lassen, wenn Sie mich fragen, halte ich diese aber für haltlos. Der Mann, der schon den inoffiziellen Titel des Euro-Meisters errungen hat, will sich an diesem Wochenende, so hört man, mit einer Reihe gewichtiger Interviews an Steinmeier vorbeischieben. Wir dürfen gespannt sein, wie die anderen beiden diese Attacken zu kontern wissen.

*

Ah, ich höre aus der Sendezentrale, dass wir leider wieder abgeben müssen. Die Zuschauer vor ihren Geräten daheim sind zurück vom Bierholen oder, pardon, hähä, -wegtragen. Ja, der Quotendruck! Aber, Freunde: Das Rennen geht weiter! Wir sehen uns wieder. Und nun zurück zu unserer beliebten Übertragungsreihe aus dem Kanzleramt: Hier regiert der Wahnsinn.

Von Andreas Hoidn-Borchers
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(