Spitzentreffen Bush huldigt Merkel und dem Land


Der Empfang für George W. Bush auf dem Marktplatz in Stralsund war herzlich und von Jubel begleitet. In einer kurzen Rede lobte der US-Präsident Angela Merkel und pries ihre "kühnen Visionen".

US-Präsident George Bush ist bei seinem dritten Deutschlandbesuch in Stralsund begeistert empfangen worden. Die rund 1000 ausgesuchten Bürger bereiteten dem amerikanischen Staatsoberhaupt auf dem historischen Marktplatz der Hansestadt einen herzlichen Empfang mit viel Applaus.

Bush zeigte sich in glänzender Laune und lobte die deutsch-amerikanische Partnerschaft und Kanzlerin Angela Merkel. "Es ist eine große Ehre für die Amerikaner, die Deutschen als Freunde und Partner zu haben", rief der US-Präsident in die Menge. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut über die Gelegenheit dem Gast aus den USA den eigenen Wahlkreis im Osten Deutschland zeigen zu können.

"Die Region hat eine hervorragende Kanzlerin hervorgebracht"

Merkel nutzte die zudem Gelegenheit, den Amerikanern ihren Dank für die Unterstützung auf dem Weg zur deutschen Einheit auszusprechen. Bush zeigte sich begeistert von Land und Leuten und von seiner Gastgeberin, die er nahezu euphorisch lobte. Die Region habe eine hervorragende Kanzlerin hervorgebracht, sagte der Präsident. "Amerikaner und Deutsche erkennen in ihr kühne Visionen und ein Herz voller Demut", sagte der US-Präsident. Er habe große Achtung vor Merkels Urteilsvermögen und lege Wert auf ihre Meinung.

Demonstrativ bekräftigten die beiden Regierungschefs den engen Schulterschluss zwischen Amerika und Deutschland. "Wir können zusammen so viel erreichen, wenn Amerika und Deutschland Seite an Seite stehen", sagte Bush.

Gemeinsam internationalen Gefahren trotzen

Merkel sagte, sie wolle dem Präsidenten am Beispiel ihres Wahlkreises zeigen, wie die Menschen ihr Schicksal in die Hand genommen hätten und "wie wir gemeinsam den internationalen Gefahren trotzen wollen, damit wir weiter in Frieden und Freiheit in unseren jeweiligen Ländern leben können".

Bush war mit seiner Frau Laura am Donnerstagmorgen vom Ostseebad Heiligendamm nach Stralsund geflogen, wo er neben Merkel auch von deren Ehemann Joachim Sauer und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfangen wurde.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Stralsund zog sich Bush mit Merkel für etwa zwei Stunden zu politischen Gesprächen zurück. Dabei dürfte es vor allem um die sich dramatisch verschärfende Situation im Nahen Osten gehen, wo Israel nach der Verschleppung zweier israelischer Soldaten durch die radikalen Hisbollah-Milizen ihre Militäroffensive im Libanon und auch im Gaza- Streifen fortsetzte. Weitere Themen sind der Atomstreit mit dem Iran, die Lage nach den Raketentests in Nordkorea und der bevorstehende G-8-Gipfel in St. Petersburg am Wochenende.

Besuch der Nikolaikirche

Nach einer Pressekonferenz sowie einem Mittagessen im Ratskeller der Stadt wollen Bush und Merkel am Nachmittag die Nikolaikirche in Stralsund besuchen. Anschließend fliegt Bush wieder zurück nach Heiligendamm. Am Abend ist im Dorf Trinwillershagen zwischen Rostock und Stralsund ein Grillfest zu Ehren des Präsidenten geplant.

Die angekündigten Proteste fanden weitgehend außerhalb der Stadtmitte statt. Der Umweltschutzorganisation Greenpeace gelang es allerdings, prominenter Stelle gegen Bushs Politik zu protestieren. Aktivisten entrollten vom Turm der Nikolaikirche kurz vor dem Eintreffen des Präsidenten ein großes Plakat mit der Aufschrift "No Nukes - No War - No Bush" gegen die amerikanische Atom- und Außenpolitik. Zwei Greenpeace-Aktivisten wurden danach in Polizeigewahrsam genommen, teilte die Umweltorganisation mit. Bush-Gegner planen im Laufe des Tages weitere Protestkundgebungen.

DPA/AP AP DPA

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