HOME

RTL/ntv-Trendbarometer: Umfrage: AfD verliert nach Hanau an Zuspruch

Die Morde von Hanau schaden der AfD offenbar deutlich: Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts verliert die Partei rund zwei Prozentpunkte und fällt unter zehn Prozent bundesweit. Die Grünen legen hingegen zu.

Wahlkampfplakate in Hamburg: Die AfD hat ihre für Freitag geplante Wahlkampfabschluss-Veranstaltung abgesagt 

Wahlkampfplakate in Hamburg: Die AfD hat ihre für Freitag geplante Wahlkampfabschluss-Veranstaltung abgesagt 

AFP

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag in Hanau verliert die AfD einer Umfrage zufolge an Zustimmung. In der zweiten Wochenhälfte sinkt der Zuspruch für die AfD von 11 Prozent (Montag, Dienstag, Mittwoch) auf 9 Prozent (Donnerstag und Freitag), wie das am Samstag veröffentlichte RTL/ntv-Trendbarometer des Forsa-Instituts ergab. Die Grünen gewinnen demnach im selben Zeitraum 2 Prozentpunkte hinzu und liegen bei 25 Prozent. Für alle übrigen Parteien ändert sich nichts: CDU/CSU: 27 Prozent, SPD: 14 Prozent, FDP: 7 Prozent, Linke: 10 Prozent.

Habeck attackiert AfD

Die anderen Parteien hatten die AfD deutlich kritisiert. Grünen-Chef Robert Habeck warf der AfD vor, sie schüre Rassismus und leiste Rechtsextremismus Vorschub. Die Relativierungen und Verharmlosungen der Morde von Hanau durch AfD-Politiker seien unerträglich. Der "Passauer Neuen Presse" sagte Habeck, die AfD solle als Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz beobachtet werden. Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil pocht auf eine härtere Gangart gegenüber der AfD. Klingbeil warf dem Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke vor, mit seinen Reden als "Katalysator für rechten Terror wie in Hanau" zu wirken.

In Fußgängerpassage: "Unverschämte Frechheit!" – wütende Rentnerin geigt Hamburger AfD-Chef  ihre Meinung

Ein 43 Jahre alter Deutscher hatte am Mittwochabend im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze tötete auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

tis / DPA