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Mord in Freiburg: Merkel spricht über Fall der getöteten Studentin

Der Fall der getöteten 19-Jährigen aus Freiburg und die Herkunft des Tatverdächtigen haben heftige Diskussionen ausgelöst. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich jetzt dazu geäußert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt in der Debatte um den Fall der in Freiburg getöteten Studentin vor Pauschalurteilen gegenüber Migranten (Archivbild)

Im Fall der ermordeten Freiburger Studentin hat die Festnahme eines 17-jährigen Tatverdächtigen aus Afghanistan die Debatte um die Flüchtlingspolitik wieder neu befeuert. Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Tat als "schrecklich". Über das "tragische Ereignis" müsse "ganz offen" gesprochen werden, sagte die CDU-Chefin am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen", warnte aber zugleich vor einer pauschalen Verurteilung aller Flüchtlinge. "Wenn es sich herausstellen sollte, dass es ein afghanischer Flüchtling war, dann ist das absolut zu verurteilen, genauso wie bei jedem anderen Mörder, aber auch ganz deutlich zu benennen", erklärte Merkel. "Und dann sage ich, dass damit aber nicht die Ablehnung einer ganzen Gruppe verbunden sein kann, so wie wir auch sonst nicht von einem auf eine ganze Gruppe schließen können."

"Wir werden keine Volksverhetzung zulassen" 

Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) warnte vor Stimmungmache gegen Flüchtlinge. "Wir werden nach solchen Gewaltverbrechen - egal, wer sie begeht - keine Volksverhetzung zulassen" betonte Gabriel in der "Bild"-Zeitung. "Es geht darum, die Täter zu ermitteln, vor Gericht zu stellen und hart zu bestrafen."

Die Migrationsbeauftragte Aydan Özoguz nannte es "schäbig, dass nun einige aus dieser furchtbaren Gewalttat politisches Kapital schlagen wollen". "Wer dieses Verbrechen instrumentalisiert, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen, handelt absolut verantwortungslos", sagte die SPD-Politikerin.

Die AfD hatte zuvor Merkel und Gabriel scharf angegriffen. "Entscheidende Mitverantwortung für diese grausame Tat und viele andere 'Einzelfälle', die seit der ungehinderten Einreise illegaler Einwanderer täglich in Deutschland passieren, trägt Frau Merkel und ihr Unterstützer in der großen Koalition, Sigmar Gabriel", erklärte der Chef der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion, Jörg Meuthen, der auch Bundesvorsitzender seiner Partei ist.

Vorgehen der "Tagesschau" stößt weiter auf Kritik

Dass sich die ARD-"Tagesschau" nach Bekanntwerden der Festnahme am Wochenende zunächst entschieden hatte, nicht darüber zu berichten, stößt weiter auf Kritik. Der Fall der getöteten Studentin sei schon vor der Festnahme in ganz Deutschland präsent gewesen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), der Funke Mediengruppe. "Ich halte die Entscheidung der Tagesschau deshalb für falsch, weil sie natürlich den Eindruck erweckt, man wolle nicht berichten, weil der Tatverdächtige ein unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber ist. Ein solcher Eindruck ist fatal", meinte Heveling, der auch Unions-Obmann im Kultur- und Medienausschuss ist.

Der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Dörmann, sprach hingegen von einem "Grenzfall". "Die Kritik an der Entscheidung der Tagesschau ist zwar verständlich. Es wäre aber genauso ein schiefes Bild entstanden, wenn über diesen Mord berichtet worden wäre, aber über andere Mordfälle nicht", sagte Dörmann der Funke Mediengruppe.

Ein am vergangenen Freitag gefasster 17-Jähriger soll die 19 Jahre alte Studentin Mitte Oktober vergewaltigt und ermordet haben. Ein Haar hatte die Ermittler auf die Spur des Afghanen geführt, der 2015 als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen und bei einer Familie untergebracht war. Er sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft. Am Samstag wurde die Festnahme bekannt.

mad / DPA / AFP