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Vereitelte Bombenanschläge: Guttenberg warnt vor Terrorgefahr

Die USA sind nach dem Bombenfund in Frachtmaschinen alarmiert, jetzt schaltet sich auch die deutsche Regierung ein: Verteidigungsminister Guttenberg warnt vor einer "hoch konkreten" Terrorgefahr.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf jüdische Zentren in Chicago zu erhöhter Wachsamkeit gemahnt. "Wir befinden uns generell in einer Situation, wo es immer wieder Terroranschläge geben kann", sagte er Reuters TV am Samstag am Rande des CSU-Parteitags. "Für manche ist es abstrakt, aber es ist hoch konkret. Und es äußert sich manchmal an den entlegensten Orten dieser Erde. Deshalb müssen wir darauf unser Sicherheitsdenken einstellen", sagte er.

Nach der Entdeckung von Paketbomben in zwei Frachtflugzeugen haben die USA ihre Terror-Abwehr hochgefahren. Die Sprengsätze stammten aus dem Jemen und enthielten US-Präsident Barack Obama zufolge Sprengstoff. Das hätten erste Untersuchungen ergeben, sagte Obama bei einer Ansprache in Washington. Die Geheimdienste hätten eine "glaubwürdige terroristische Bedrohung für die USA" festgestellt, so der Präsident.

Die USA verdächtigen die al-Kaida-Gruppe auf der Arabischen Halbinsel, die bereits für den vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten vergangenen Jahres verantwortlich gemacht worden war. Nun suchen die Behörden nach weiteren Frachtsendungen aus dem Jemen, die ebenfalls Paketbomben enthalten könnten.

Bayerns Innenminister: Erhöhte Wachsamkeit nötig

Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann mahnte zur Vorsicht: "Das ist ein aktueller Beweis dafür, wie konkret die terroristische Bedrohung nach wie vor ist." Die Sicherheitsbehörden müssten das ernst nehmen, "denn solche Anschläge sind natürlich auch in Deutschland denkbar", sagte er Reuters TV. Es gebe seit Monaten Hinweise darauf, dass al-Kaida Anschläge auf die USA und Europa plane. Deutschland versuche die Gefahr von Anschlägen durch konsequente Kontrollen zu entschärfen. Nach dem Anschlagsversuch in den USA gelte auch hierzulande erhöhte Wachsamkeit, sagte Herrmann. Die Sicherheitskontrollen würden jedoch nicht grundlegend verändert. "Wir haben ein gutes Netzwerk der Sicherheit."

In Deutschland befinden sich große Luftfracht-Drehkreuze in Frankfurt, Köln, Leipzig und München.

ukl/Reuters/DPA / DPA / Reuters