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Volksaufstand in Tunesien: Nicht alle Deutschen wollen nach Hause

Den eigenen Urlaub wegen der Unruhen abbrechen? Nicht alle Touristen in Tunesien waren dazu bereit - und schlugen das Rückholangebot der Reiseveranstalter in den Wind.

Trotz der unsicheren Lage in Tunesien haben sich mindestens 500 Bundesbürger zum Bleiben in dem nordafrikanischen Land entschlossen. Wie das Auswärtige Amt am Montag mitteilte, wurden in den vergangenen Tagen mehr als 6000 Urlauber mit verschiedenen Flügen zurückgebracht. Man gehe davon aus, dass "alle diejenigen, die zurückwollten, auch zurückgekehrt sind", sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke.

Genaue Angaben, wie viele Bundesbürger jetzt noch in Tunesien sind, hat auch die Bundesregierung nicht. Nach Schätzungen des AA-Sprechers sind es "zwischen 500 und knapp über 1000 Leuten". Darunter seien auch Deutsche, die in Tunesien ihren ersten Wohnsitz hätten. Das Auswärtige Amt rät bereits seit vergangener Woche von Reisen nach Tunesien ab.

Die Lufthansa hat unterdessen den Linienverkehr nach Tunis bei Tagesflügen wieder aufgenommen, wie ein Lufthansa-Sprecher am Montag berichtete. Die Nachtflüge sind wegen der nächtlichen Ausgangssperre in Tunesien aber bis auf weiteres ausgesetzt.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte über das Wochenende insgesamt rund 2100 Urlauber mit 14 Sonderflügen zurück nach Deutschland geholt. Die letzte der Maschinen sei am Sonntagabend auf dem Flughafen Düsseldorf gelandet, sagte Sprecher Mathias Brandes am Montag in Oberursel bei Frankfurt. Die auf eigenem Risiko vor Ort geblieben Touristen könnten ihren Urlaub fortsetzen und würden später zurückgeflogen. Wenn eine gewisse Zahl von Rückreisewilligen zusammenkomme, werde gegebenenfalls nochmal eine Sondermaschine geschickt.

Auch Rewe Touristik flog bis Sonntagabend 2100 Urlauber mit 12 Sondermaschinen zurück nach Deutschland. "Einige wenige Urlauber wollten ihren Aufenthalt nicht abbrechen und haben auf unser Rückreise-Angebot verzichtet", sagte ein Sprecher von Rewe Touristik der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Die Reiseveranstalter Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann Reisen und Rewe Touristik haben bis einschließlich 24. Januar alle Tunesienreisen abgesagt. Gebuchte Angebote können kostenfrei bis zum 31. Januar in andere Länder umgebucht werden.

DPA / DPA