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Wahlen in Berlin Grauer Himmel, schleppende Wahlbeteiligung


Wowi kam mit Freund, Henkel mit seinen Eltern, Künast sagte, heute lasse sie den Mittagsschlaf ausfallen. Von den 2,47 Millionen Wahlberechtigten hat bislang nur ein Bruchteil das Wahllokal aufgesucht.

Nach einem geradezu sommerlichen Samstag ist der Wahlsonntag in Berlin meteorologisch eine einzige Enttäuschung: Am Vormittag regnete es in Strömen, seitdem ist der Himmel grau und verhangen, gelegentlich nieselt es. Offenbar verdirbt das den 2,47 Millionen wahlberechtigten Berlinern die Lust, sich auf den Weg ins nächste Wahllokal zu machen. Bis 12 Uhr hatten lediglich 19,1 Prozent ihre Stimme abgegeben, deutlich weniger als noch vor fünf Jahren.

Klaus Wowereit ahnte das wohl, als er zusammen mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki in einem Jugendkulturzentrum auftauchte, um sein Kreuzchen zu machen. "Die Leute sollen wählen gehen, damit die Kleinen nicht so viel Macht bekommen", sagte der SPD-Kandidat. Für den Wahlerfolg der großen Parteien ist es traditionell entscheidend, ob sie ihre Anhänger mobilisieren könnten - Wahlenthaltung gefährdet ihr Ergebnis am meisten. Frank Henkel, Spitzenkandidat der CDU, wählte in Begleitung seiner Eltern und sagte, er sei optimistisch. Gleiches ließ Grünen-Rivalin Renate Künast verlauten und schon noch den ironischen Spruch hinterher, dass sie "heute sogar den Mittagsschlaf ausfallen lässt."

Ein Coach für die Piraten

Alle Meinungsumfragen sagen einen klaren Sieg für die SPD voraus, der alte Regierende Bürgermeister wäre auch der neue: Klaus Wowereit. Eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ist allerdings unwahrscheinlich, in den Umfragen war die Linke schwach. Eine kleine Sensation könnte an diesem Sonntag die Piratenpartei verbuchen. Wahlforscher sehen sie jenseits der 5-Prozent-Hürde, wie aus dem Lager der Piraten zu hören ist, wollen sie sich einen Coach einstellen, der ihnen beibringt, was ein Abgeordneter zu tun und zu lassen hat. Das Berliner Landesparlament hat, abhängig von Überhangs- und Ausgleichsmandaten, ungefähr 130 Sitze.

2006 lag die Wahlbeteiligung bei 58 Prozent. Damals landete die SPD mit 30,8 Prozent deutlich vor der CDU, die auf 21,3 Prozent kam. Die Linke erhielt 13,4 Prozent, die Grünen lagen mit 13,1 Prozent knapp dahinter auf dem vierten Platz. Die FDP erreichte 7,8 Prozent.

lk/DPA DPA

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