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Superwahlsonntag Manuela Schwesig siegt in Mecklenburg-Vorpommern, Wahlkrimi zwischen SPD und Grünen in Berlin

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig
© Jens Büttner / DPA
In Mecklenburg-Vorpommern hat sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ersten Hochrechnungen zufolge klar eine zweite Amtszeit gesichert. In Berlin zeichnet sich hingegen ein Wahlkrimi zwischen SPD und Grünen ab.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurde an diesem Superwahlsonntag gewählt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich Regierungschefin Manuela Schwesig die SPD zu einem klaren Sieg geführt. Deutlich knapper fallen die ersten Hochrechnungen in Berlin aus: Hier kommt es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Grünen.

SPD in Mecklenburg-Vorpommern nur knapp hinter bestem Wahlergebnis

Mit einem auf ihre Person zugeschnittenen Wahlkampf hat Manuela Schwesig der SPD in Mecklenburg-Vorpommern zu einem deutlichen Wahlsieg verholfen und sich selbst zugleich eine zweite Amtszeit als Ministerpräsidentin ermöglicht. Nur relativ knapp blieb sie laut ersten Hochrechnungen am Sonntag hinter dem bislang besten SPD-Ergebnis, das Ministerpräsident Harald Ringstorff 2002 mit 40,6 Prozent eingefahren hatte. "Das ist ein wunderbarer Abend für unser Land und für unser SPD in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Schwesig dazu.

Bei ihrem bisherigen Koalitionspartner CDU herrscht hingegen Katerstimmung. Die Christdemokraten setzen ihre schon seit 1990 anhaltende Talfahrt in der Wählergunst fort und kommen nur noch auf gut 14 Prozent – noch einmal fünf Prozent weniger als 2016. Ihr Spitzenkandidat Michael Sack sprach in einer ersten Reaktion von einem "katastrophalen Ergebnis".

Trotz Verlusten liegt die AfD in den Prognosen am Wahlabend mit einem Ergebnis von rund 18 Prozent erneut auf dem zweiten Platz, obwohl zuletzt interne Querelen das Erscheinungsbild der Partei prägten. Der Landesvorsitzende Leif-Erik Holm zeigte sich dennoch zufrieden. Auf einem "stabilen" Ergebnis lasse sich aufbauen. Die Linke kommt nur noch auf knapp zehn Prozent, was eher verhaltene Reaktionen am Wahlabend auslöste. Trotz der Verluste von rund drei Prozent kann sich die Linke aber noch Hoffnungen machen, von der SPD zu Koalitionsgesprächen eingeladen zu werden.

Mit Jubel feierten die Grünen und die FDP ihre mögliche Rückkehr in den Landtag. Die Liberalen waren 2011 und die Grünen 2016 ausgeschieden. Die FDP wird am Wahlabend bei sechs Prozent gesehen, bei den Grünen sind es sechs bis sieben Prozent.

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Extrem knappes Rennen in Berlin

Deutlich spannender hat sich die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gestaltet. SPD und Grüne haben sich ein extrem enges Rennen um Platz eins geliefert. In der ersten Hochrechnung des RBB am Sonntagabend lagen beide Parteien fast gleichauf: die Grünen bei 22,5 Prozent, die SPD bei 21,9 Prozent. Wer neue Regierende Bürgermeisterin wird, war zunächst nicht klar: SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey oder ihre grüne Konkurrentin Bettina Jarasch. Amtsinhaber Michael Müller (SPD) gibt das Amt ab, um in den Bundestag zu wechseln.

Unklar waren auch die Koalitionsoptionen. Eine Fortsetzung des regierenden rot-rot-grünen Bündnisses ist wohl in jedem Fall möglich, denn die Linken erreichten laut Hochrechnung 14,2 Prozent. Denkbar waren aber auch andere Dreierbündnisse. CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner sagte, seine Partei sei angetreten, um Rot-Rot-Grün zu beenden, und die Zahlen könnten das vielleicht auch noch hergeben.

Die CDU erreichte allerdings laut Hochrechnung wieder eines der schlechtesten Ergebnisse der Nachkriegszeit: 16,1 Prozent. Die FDP kam in der Hochrechnung auf 7,6 Prozent und damit geringfügig besser als 2016. Die AfD stürzte laut Hochrechnung regelrecht ab auf 6,8 Prozent - etwa die Hälfte des Werts vor fünf Jahren.

In der Hauptstadt war der Sonntag ein Superwahltag. Die Berlinerinnen und Berliner konnten neben dem Abgeordnetenhaus auch den neuen Bundestag und zwölf neue Bezirksparlamente wählen. Außerdem stimmten sie bei einem Volksentscheid darüber ab, ob große Wohnungskonzerne enteignet werden sollen.

yks AFP dpa

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