Wochenendbilanz Ein Dutzend tödliche Badeunfälle

Viele Menschen überschätzen ihre Kräfte bei der Abkühlung von der Hitze und ertrinken. Allein am Wochenende kamen neun Erwachsene und drei Kinder in Deutschland bei Badeunfällen ums Leben.

An diesem Wochenende ist es insgesamt zu zwölf tragischen Badeunfällen gekommen. Ein Fünfjähriger ertrank am Freitagnachmittag in einem Badesee bei Hodenhagen in Niedersachsen. Fast gleichzeitig verschwand ein ebenfalls fünfjähriger Junge zunächst unbemerkt von der Mutter am Ostseestrand bei Hohenfelde in Schleswig-Holstein. Erst gegen 1.00 Uhr in der Nacht entdeckte ein Geländewagenfahrer den Jungen leblos im Wasser treibend.

Leiche aus Entwässerungsleitung geborgen

Ein weiterer fünfjähriger Junge ging im Kleinen Rothsee bei Nürnberg unter. Er starb am Samstag in einer Klinik. Noch nicht geklärt sind die Umstände des Ertrinkens der achtjährigen Anastasia in Berlin. Die Leiche wurde am Freitagnachmittag, drei Tage nach dem Verschwinden des Mädchens, aus einer Entwässerungsleitung am Tegeler Hafen geborgen. Jetzt sollen die Sicherheitsvorkehrungen an dem Rohrleitungssystem überprüft werden.

Im Ostseebad Möwenstein bei Travemünde entdeckten Badegäste am Nachmittag den leblosen Körper einer 81-Jährigen im Wasser. Die Frau starb am Freitagabend im Krankenhaus. In Nordrhein-Westfalen ertranken vier Menschen. Ein 40-jähriger Mann, der nach Polizeiangaben nicht gut schwimmen konnte, hatte am Freitagnachmittag versucht, mit seiner Lebensgefährtin den Hermeler See bei Emsdetten-Sinnigen zu durchschwimmen. Im Bleibtreusee bei Brühl kam ein 43-jähriger Kölner ums Leben. Im Unterbacher See in Düsseldorf starben zwei Männer.

Am Samstag ging ein 50-Jähriger beim Schwimmen vor den Augen eines 47-jährigen Verwandten plötzlich unter. Obwohl er sofort geborgen wurde, konnte er nicht mehr gerettet werden. Am Sonntagmorgen wurde ein 20-Jähriger tot aus dem Unterbacher See geborgen. Er war mit sieben anderen jungen Leuten in Tretbooten in Richtung einer Insel gefahren. Dort schwammen sie und kehrten mit Booten ans Ufer zurück. Dort bemerkten sie gegen 5.00 Uhr, dass der 20-Jährige fehlte. Taucher bargen ihn bei der Suchaktion gegen 9.00 Uhr.

Urlauber starben im Wasser

In Sachsen-Anhalt ertrank ein 34-jähriger Urlauber im Birnbaumteich im Landkreis Quedlinburg. Ein Zeuge sah ihn am Samstagnachmittag untergehen und eilte ihm zu Hilfe, konnte ihn aber nicht mehr greifen. Auch eine Frau im Ruderboot versuchte dies vergeblich. Drei Stunden später wurde der aus Nigeria stammende Mann tot geborgen. Er wohnte in der Nähe von Bremen und hatte mit seiner Ehefrau den Harz besucht. In Bayern kamen drei Männer bei Badeunfällen ums Leben. Ein 54-Jähriger ging am Freitagabend im Main bei Erlabrunn unter. Er konnte zwar vom Notarzt wiederbelebt werden, starb dann aber in einer Würzburger Klinik.

Im Landkreis Neumarkt gingen zwei polnische Leiharbeiter im Alter von 48 und 27 Jahren am Samstagabend im Bögl-Weiher in Sengenthal baden. Der 48-Jährige verschwand unter Wasser. Die Suchmaßnahmen verliefen ohne Erfolg. Im Strandbad Murnau am Staffelsee ertrank ein als schlechter Schwimmer bekannter 34-jähriger Urlauber aus Bozen. Zusammen mit drei Begleitern aus Südtirol wollte er zu einem Floß schwimmen. Eine Stunde später wurde er tot geborgen. Die DLRG zählte von Januar bis Ende Juni 250 Ertrunkene. Im gleichen Zeitraum 2005 waren es 175.

AP AP

Mehr zum Thema

Newsticker