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Präsentation der Asylzahlen: Zahl der Asylanträge in Deutschland geht zurück - "deutlich unter vereinbartem Korridor"

Die Anzahl der in Deutschland gestellten Asylanträge gehen abermals zurück. Die getroffenen Maßnahmen haben "durchaus die gewünschte Wirkung", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Präsentation der Asylzahlen für 2018 in Berlin.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 185.853 Asylanträge gestellt worden. Das ist ein Rückgang um gut 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Demnach waren es 161.931 Erstanträge sowie knapp 23.922 Folgeanträge - insgesamt gut 36.800 weniger als 2017. Im Jahr 2016 waren es noch rund 280.000 und 2015 rund 890.000 asylsuchende Menschen. Das gab Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Präsentation der Asylzahlen für das Jahr 2018 und des Migrationsberichts für 2016/2017 bekannt.

"Getroffene Maßnahmen hatten durchaus die gewünschte Wirkung"

Die meisten Asylbewerber kamen laut Innenministerium aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und dem Iran, gefolgt von Nigeria und der Türkei. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin, diese zeigten, dass "die getroffenen Maßnahmen durchaus die gewünschte Wirkung hatten". Nach dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 sei ein "kontinuierlicher Rückgang" der Asylzahlen zu beobachten.

Insbesondere liege die Nettozuwanderung nach Abzug der Rückführungen und freiwilligen Rückkehrer im vergangenen Jahr "deutlich unter dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Korridor für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Personen jährlich", hob der Innenminister hervor. Es seien aber auch in Zukunft weitere Anstrengungen beispielsweise "auf den Gebieten der Schaffung eines Gemeinsames Europäisches Asylsystems oder einer effektiveren Rückführung unerlässlich".

Sommer: 35 Prozent der Anträge sind erfolgreich

Denn auch wenn die Zahl gegenüber dem hohen Niveau der Vorjahre nun rückläufig sei, "kommen weiterhin sehr viele Menschen nach Deutschland, die einen Schutzbedarf geltend machen", sagte der CSU-Politiker. "Wir brauchen daher weiterhin eine ordnende, steuernde und begrenzende Flüchtlingspolitik."

35 Prozent der Asylanträge seien erfolgreich, sagte Hans-Eckard Sommer, der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Dabei habe die Bearbeitungszeit der Anträge im Durchschnitt drei Monate gedauert. Der Bamf-Chef warb für eine vorübergehende Verlängerung der Fristen für die Widerrufsprüfung. Diese Prüfung steht in der Regel drei Jahren nach der Anerkennung des Flüchtlings an. Dabei wird - bevor er eine Niederlassungserlaubnis erhält - angeschaut, ob der Ausländer weiterhin Anspruch auf Schutz hat. Das hängt vor allem von der Lage im Herkunftsland ab, aber auch von möglichen neuen Erkenntnissen zur Identität. Laut Sommer stehen rund 750.000 Prüfungen in den nächsten Jahren an. "Das wird einen Großteil unserer Ressourcen binden", sagte Sommer.

fs / DPA / AFP