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Die Morgenlage Trump geht bei Explosion in Beirut nun von "Unfall" aus – THW schickt Expertenteam

Sehen Sie im Video: Luftaufnahmen über Hafen in Beirut – so sieht es nach der Explosion im Hafen aus.


Verheerende Aufnahmen aus Beirut:


Diese Bilder aus der Luft zeigen die libanesische Hauptstadt am Tag nach der Explosion.


Das Hafengelände ist fast völlig zerstört.


Am Dienstagabend erschüttert eine riesige Explosion weite Teile der Stadt.


Dabei kommen mehr als hundert Menschen ums Leben, Tausende werden verletzt.


Retter suchen am Tag nach der Detonation nach Überlebenden.


Die Ursache für die Explosion ist noch unklar.


Viele Hinweise deuten auf die Entzündung einer großen Menge an Ammoniumnitrat hin.


Nach offiziellen Angaben waren seit mehreren Jahren 2750 Tonnen davon im Hafen gelagert.


Die Explosion soll bis nach Zypern zu spüren gewesen sein.
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THW-Einsatzteam nach Beirut abgeflogen +++ RKI meldet 1045 neue Corona-Infektionen +++ Twitter sperrt vorübergehend Konto von Trump-Kampagne +++ Japan gedenkt des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 75 Jahren +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten geht die Suche nach der Ursache der verheerenden Detonation weiter. Hilfe bei der Suche nach Verschütteten bekommen die Helfer vor Ort nun auch vom Technischen Hilfswerk, das in der Nacht ein etwa 50-köpfiges Expertenteam in den Libanon ausflog. Indes geht jetzt auch US-Präsident Donald Trump von einem Unfall aus, der die Explosion auslöste. Am Vortag hatte Trump noch von einem "furchtbaren Angriff" mit einer "Art von Bombe" geredet.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was ansonsten in der Nacht passiert ist:

Trump: Explosionen in Beirut können Unfall gewesen sein

US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass entgegen seinen vorherigen Angaben die verheerenden Explosionen in Beirut doch durch einen Unfall ausgelöst worden sein könnten. Es könne sich um einen "Unfall" oder um einen "Angriff" handeln, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse dies "niemand". Am Vortag hatte Trump mit der Aussage für Wirbel gesorgt, bei den Explosionen habe es sich mutmaßlich um einen "furchtbaren Angriff" mit einer "Art von Bombe" gehandelt. Dies hätten ihm seine Generäle nahegelegt. Dem widersprach jedoch wenig später US-Verteidigungsminister Mark Esper. "Ich informiere mich über das, was passiert ist", sagte Esper bei einer Online-Diskussionsveranstaltung. "Die meisten Menschen denken, dass es ein Unfall war.

Indes geht die Suche nach der Ursache der verheerenden Detonation mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten weiter. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen. "

THW-Einsatzteam nach Beirut abgeflogen

Nach den verheerenden Explosionen in Beirut ist ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) zum Hilfseinsatz in der libanesischen Hauptstadt abgeflogen. Die Maschine mit rund 50 THW-Helfern hob in der Nacht von Frankfurt am Main ab, wie ein THW-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Einsatzeinheit soll bei der Bergung von Verschütteten helfen. An Bord derselben Maschine befanden sich auch sieben Experten der Hilfsorganisation Isar Germany. Dabei handelte es sich um Ärzte sowie Fachleute für Gefahrgut, wie ein Sprecher der Organisation zu AFP sagte. 

RKI meldet 1045 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 213.067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 6.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175. Bis Donnerstagmorgen hatten 195.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,9 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Deutsche Industrie erwartet im Herbst noch keinen Aufschwung 

Die deutsche Industrie erwartet wegen der weiterhin schweren Folgen der Corona-Krise keine schnelle Erholung der Wirtschaft und fordert Nachbesserungen bei staatlichen Hilfen. "Ohne mehr und zielgerichtetere Hilfen befürchten wir einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen ab Herbst", sagte Industriepräsident Dieter Kempf der Deutschen Presse-Agentur. "Die Liquidität muss verbessert werden, die Firmen brauchen Eigenkapital. Das kann zu einem großen Problem werden, wenn nicht gegengesteuert wird. Die Unternehmen sind sehr stark bankenfinanziert." 

Twitter sperrt vorübergehend Konto von Trump-Kampagne

Twitter hat das Konto der Wahlkampagne von US-Präsident Donald Trump vorübergehend komplett gesperrt. Das Unternehmen begründete die Maßnahme am Mittwoch damit, dass eine dort platzierte Botschaft falsche Informationen über die Corona-Pandemie enthalte. Das Konto werde erst wieder entsperrt, wenn das Wahlkampfteam den Tweet lösche. In der Twitter-Botschaft von Trumps Kampagnenteam wird behauptet, dass Kinder "fast immun" gegen das Coronavirus seien. Der Tweet verstoße gegen die Regularien des Unternehmens, wonach auf der Plattform keine "Falschinformation" über das Coronavirus verbreitet werden dürften, erklärte ein Firmensprecher. Kurz zuvor hatte bereits Facebook eine Botschaft Trumps zur Corona-Pandemie gelöscht. 

Japan gedenkt des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 75 Jahren

Angesichts der Sorgen vor einem neuen atomaren Wettrüsten hat der Bürgermeister von Hiroshima zur nuklearen Abrüstung in der Welt aufgerufen. Bei einer Gedenkzeremonie zum 75. Jahrestag des Abwurfs einer US-Atombombe auf die japanische Stadt rief Bürgermeister Kazumi Matsui die Welt auf, sich gegen die Bedrohungen für die Menschheit zusammenzuschließen. 

Um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als der US-Bomber Enola Gay die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen "Little Boy" über Hiroshima abgeworfen hatte, legten die Menschen in Hiroshima eine Schweigeminute ein. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Gedenkzeremonie diesmal kleiner abgehalten. Die Teilnehmer trugen überwiegend Masken und mussten Abstand von einander halten.  

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Hamburg startet unter Corona-Bedingungen ins neue Schuljahr

Nach fast dreieinhalbmonatiger Corona-Zwangspause und sechs Wochen Sommerferien starten Hamburgs Schüler am Donnerstag unter verschärften Bedingungen ins neue Schuljahr. Wegen der Pandemie bestehen an allen 471 staatlichen und privaten Schulen der Hansestadt strenge Hygieneregeln und eine Maskenpflicht. Ausnahmen beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelten nur am Arbeitsplatz im Klassen- und Lehrerzimmer sowie für Grundschüler bis zehn Jahren. Insgesamt erwartet die Schulbehörde so viele Schüler wie seit Jahrzehnten nicht. Den Angaben zufolge besuchen in diesem Schuljahr in Hamburg 256.890 Jungen und Mädchen eine Schule. Das seien 5400 mehr als im vergangenen Schuljahr. 

EuGH-Anwalt legt Gutachten zu Beschwerde des Maddie-Verdächtigen vor

Der zuständige Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes legt am Donnerstag sein Rechtsgutachten zu einer Beschwerde des Tatverdächtigen im Fall Maddie vor. In dem Verfahren geht es darum, ob der Deutsche im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilt werden durfte. 

Dies ist nicht ganz sicher, weil der Mann ursprünglich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls für eine andere Straftat an Deutschland ausgeliefert worden war – und weil es die EU-Regeln für den Europäischen Haftbefehl eigentlich verbieten, dass jemand dann auch wegen anderer vor der Auslieferung begangener Straftaten belangt wird. Relevant ist das Verfahren auch wegen möglicher Auswirkungen auf den Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann. Sollte der Mann vom EuGH Recht bekommen, könnte ihm womöglich in Deutschland nicht der Prozess gemacht werden. 

Lufthansa präsentiert Zahlen zu Corona-Quartal

Die Lufthansa nennt an diesem Donnerstag (7.00 Uhr) ihre Geschäftszahlen zum zweiten Quartal dieses Jahres. Die Monate April, Mai und Juni waren für den Luftverkehrskonzern von extremen Flugausfällen in Folge der Corona-Pandemie geprägt. Umsatz und Gewinn sind dramatisch eingebrochen. Bereits im ersten Quartal hatte das Unternehmen einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro eingeflogen, obwohl die Folgen der Pandemie erst im März voll durchgeschlagen haben. 

Der deutsche Staat hält mittlerweile 20 Prozent der Anteile an der Lufthansa. Der überwiegende Teil der rund 760 Flugzeuge steht mangels Passagiernachfrage immer noch am Boden. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte. Nach früheren Berechnungen hat Lufthansa mit weltweit rund 138.000 Beschäftigten rund 22.000 Vollzeitstellen zu viel an Bord. 11.000 davon entfallen auf Deutschland. Mit den deutschen Gewerkschaften steht man in Verhandlungen über Einsparungen, mit denen Entlassungen möglichst vermieden werden sollen. 

DLRG zieht Bilanz: Wie entwickelt sich die Zahl der Badetoten?

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) informiert an diesem Donnerstag (11 Uhr) über die Zahl der Badetoten im bisherigen Sommer. Für das Jahr 2019 hatten die Wasserretter einen starken Rückgang an Badetoten verzeichnet. Hält dieser Trend im durchwachsenen Sommer 2020 an? Mindestens 417 Menschen waren 2019 bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben gekommen. Das waren rund 17 Prozent weniger als im Jahr 2018. Flüsse, Seen und Kanäle sind seit Jahren die größten Gefahrenquellen, weil nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen von Rettungsschwimmern überwacht werden. Auch durch Alkohol und Selbstüberschätzung gefährden sich Schwimmer immer wieder.

Polens Präsident Duda legt Eid für zweite Amtzeit ab

Polens Präsident Andrzej Duda wird am Donnerstag (10.00 Uhr) für seine zweite Amtszeit vereidigt. Der 48 Jahre alte nationalkonservative Politiker hatte bei der Stichwahl am 12. Juli seinen liberalkonservativen Herausforderer, Warschaus Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski, mit knappem Vorsprung geschlagen. 

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Ihre stern-Redaktion

mod DPA AFP

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