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Die Morgenlage Vergifteter Kremlkritiker Nawalny: EU droht Russland offen mit Sanktionen

Nawalny
Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, auf einem Archivbild aus dem Februar
© Pavel Golovkin/AP/dpa
Twitter versieht Trump-Tweet mit Warnhinweis +++ Gesundheitspolitiker wollen kürzere Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen +++ Biden in Kenosha +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die EU hat Russland nach der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny offen mit Sanktionen gedroht. In einer am Erklärung heißt es, die Europäische Union rufe zu einer gemeinsamen internationalen Reaktion auf und behalte sich das Recht vor, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehörten auch Sanktionen. An diesem Freitag werden zudem Vertreter der Nato-Staaten in einer außerplanmäßigen Sitzung über mögliche Reaktionen auf die Vergiftung Nawalnys beraten. In Deutschland wird heftig diskutiert, ob als Sanktionsmöglichkeit auch ein Baustopp für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 infrage kommen könnte.

"Die russische Regierung muss alles dafür tun, um dieses Verbrechen gründlich in aller Transparenz aufzuklären und um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen", heißt es in der vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell im Namen der Mitgliedstaaten veröffentlichten Erklärung. "Straffreiheit darf und wird nicht akzeptiert werden." Der Einsatz chemischer Waffen sei unter keinen Umständen akzeptabel und stelle einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und die internationalen Menschenrechtsnormen dar. "Die Europäische Union verurteilt den Mordversuch gegen Alexej Nawalny auf das Schärfste", heißt es. 


Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Twitter versieht Trumps Aufruf zu doppelter Stimmabgabe mit Warnhinweis                     

Der Internetdienst Twitter hat den Aufruf von US-Präsident Donald Trump zur potenziell illegalen doppelten Stimmabgabe bei den Präsidentschaftswahlen mit Warnhinweisen versehen. Zu zwei Tweets des Präsidenten mit diesen Aussagen seien wegen Verstoßes gegen die Nutzerregeln zur "staatsbürgerlichen Integrität" solche Hinweise hinzugefügt worden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Der US-Präsident hatte am Donnerstag die US-Wähler auf Twitter aufgerufen, ihre Stimme bei der Präsidentschaftswahl am 3. November unter Umständen zweimal abzugeben - einmal per Post und einmal persönlich im Wahllokal. Sie sollten nach Versenden ihrer Briefwahlstimme im Wahllokal überprüfen, ob diese gezählt worden sei. Sei dies nicht der Fall, sollten sie nochmals abstimmen.

Gesundheitspolitiker wollen kürzere Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen       

Gesundheitspolitiker mehrerer Fraktionen haben für kürzere Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen plädiert. "Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der Zeitung "Welt" (Freitagsausgabe). Es sei bekannt, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der Corona-Test noch ein positives Ergebnis ausweise. Zuvor hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kürzere Quarantänezeiten bei Verdachtsfällen vorgeschlagen. 

Biden verspricht in Kenosha Kampf gegen tief sitzenden Rassismus

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat in der von Protesten erschütterten Stadt Kenosha ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus in den USA versprochen. "Der tief sitzende Rassismus ist institutionalisiert in den USA, er existiert immer noch, schon seit 400 Jahren", sagte Biden am Donnerstag. Jetzt sei die Chance, dagegen anzugehen.

Löw nach Spanien-Ausgleich in Alarmstimmung - "Spieler sind platt"

Die Enttäuschung über den Last-Second-Ausgleich der Spanier hatte Joachim Löw ziemlich schnell überwunden. Nach dem 1:1 im Corona-Geisterspiel der Ex-Weltmeister waren dem Bundestrainer andere Themen viel wichtiger als das ärgerliche Resultat. "Insgesamt muss ich sagen, dafür dass einige im Urlaub waren, einige neu dabei waren, die Mannschaft so noch nie gespielt hat, haben wir es gut gemacht", lobte Löw seine Fußball-Nationalspieler für den ersten Auftritt nach monatelanger Zwangspause zum Start der Nations League.

Was heute wichtig wird: 

Ermittler informieren im Fall der fünf getöteten Kinder in Solingen

Fünf Kinder sind tot, die Mutter steht unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt die Aufklärung in den Mittelpunkt. Heute wollen die Ermittler Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz über die Hintergründe des Falls informieren. Die Leichen der Kinder waren gestern entdeckt worden. Die 27 Jahre alte Mutter war nach Angaben der Polizei nicht in der Wohnung. Sie habe sich etwa eine Viertelstunde, bevor die toten Kinder entdeckt wurden, am Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und werde schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Ihr ältester Sohn hatte die Mutter noch zum Hauptbahnhof begleitet, war dann aber allein weitergefahren, zur Oma. Was hat der Elfjährige mit angesehen? Was ist in seinem Zuhause geschehen? Wie sind die Geschwister gestorben? Noch sind viele Fragen offen. Heute wollen die Ermittler über erste Einzelheiten informieren.

Katholiken beraten über Reformen

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise setzen die deutschen Katholiken ihre Beratungen über den Reformprozess Synodaler Weg fort. Allerdings gibt es anders als zunächst geplant keine große Synodalversammlung in Frankfurt am Main, sondern fünf kleinere Regionalkonferenzen in Frankfurt, Berlin, Dortmund, Ludwigshafen und München. Der Synodale Weg umfasst vier Themenkomplexe: den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die Ehelosigkeit von Priestern und die Position der Frauen in der Kirche.

Deutsches Tennis-Trio strebt in New York ins Achtelfinale

Bei den US Open in New York strebt ein deutsches Tennis-Trio ins Achtelfinale. Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev trifft in seiner Drittrundenpartie auf den Franzosen Adrian Mannarino. Vor einer deutlich schwierigeren Aufgabe steht Jan-Lennard Struff, der es mit dem serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic zu tun bekommt. Zudem spielt die deutsche Nummer eins bei den Frauen, Angelique Kerber, gegen die Amerikanerin Ann Li.

Tagestouristen in Mecklenburg-Vorpommern wieder willkommen

Von diesem Freitag an dürfen Tagestouristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Wegen der Corona-Pandemie waren seit Mitte März Gäste meist aus den umliegenden Bundesländern nicht mehr willkommen. Solche Ausflüge galten als illegal und konnten mit Bußgeldern von bis zu 2000 Euro belegt werden. 

Schätzungen zufolge sind den Unternehmen im Land aufgrund fehlender Tagestouristen drei bis fünf Millionen Euro pro Tag an Umsatz verloren. Aus Sicht der Landesregierung waren die Beschränkungen ein wirksames Instrument, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

rös DPA AFP

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