Vor hundert Jahren Fritz Thyssen: Wie ein rechter Kapitalist während der Ruhrbesetzung zum Helden wurde

Fritz Thyssen
Ruhrbaron Fritz Thyssen wurde vom Förderer zum Gegner der Nationalsozialisten
© dpa / Picture Alliance
Am 24. Januar 1923 stand Fritz Thyssen vor Gericht – weil er Widerstand leistete gegen die französischen Besatzer des Ruhrgebiets. Eher unabsichtlich schützte er die Republik.

Das Öffnen der Fenster war ein Akt des Widerstandes -  denn von draußen drangen die Stimmen von Tausenden in den Mainzer Gerichtssaal: "Deutschland, Deutschland über alles", sang die Menge. Und die "Wacht am Rhein": "Solang ein Tropfen Blut noch glüht, noch eine Faust den Degen zieht…." Der kalte Regen prasselte aufs Pflaster. Es war der 24. Januar 1923. Das ganze Reich schaute nach Mainz, wo Fritz Thyssen, der schwerreiche Ruhrbaron, vor seinen französischen Richtern stand. Vor den Männern, deren Armee das deutsche Kohlerevier plündern wollte, um Reparationszahlungen durchzusetzen.

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