Schlacht von Höchstädt Ein entsetzliches Gemetzel


Am 13. August 1704 wurden in der Schlacht von Höchstädt in Nordschwaben rund 25 000 Soldaten getötet, als ein bayerisch-französisches Heer auf ein österreichisch-englisches traf. Mit dem Sieg begann der Aufstieg Englands zur Weltmacht.

Die Donauebene war übersät von Leichen der beiden feindlichen Heere, die um die Hegemonie in Europa gekämpft hatten. Rund 56 000 französische und bayerische Soldaten waren an diesem schicksalsschweren Tag auf etwa 52 000 Mann des österreichisch-englischen Heeres getroffen. Die Franzosen und das verbündete Bayern verloren, mit der Schlacht von Höchstädt begann der unaufhaltsame Aufstieg Englands zur hegemonialen See-, Handels- und Kolonialmacht bis ins 20. Jahrhundert.

Die Vorgeschichte: Mit dem Tod des kinderlosen Königs Karl II. von Spanien im Jahr 1700 war plötzlich ein Weltreich zu vererben. Erbberechtigt auf Spanien sahen sich sowohl die österreichischen Habsburger, Kaiser Leopold I., als auch die französischen Bourbonen, Ludwig XIV. Der Spanische Erbfolgekrieg (1700-1714) brach aus. Dies und die verheerenden Folgen zeigt eine große Sonderausstellung im Schloss Höchstädt von 1. Juli bis 7. November.

Wittelsbacher schlagen sich auf die Seite der Franzosen

Bayerns Kurfürst Max Emanuel schlug sich damals auf die Seite der Franzosen und erhoffte sich so die Königswürde für Bayern. Der Wittelsbacher ließ mitten im Frieden Ulm überfallen und einnehmen. Danach besetzte er Memmingen, Lauingen, Dillingen, Neuburg und Regensburg. Die Empörung im Reich war groß. Am 30. September 1702 ließ der Kaiser von Wien aus gegen Bayern, Köln - dort residierte der Bruder von Max Emanuel als Erzbischof - und Frankreich den Krieg erklären. Anfang September 1703 besetzte die französisch-bayerische Armee Augsburg. Leopold ernannte daraufhin Prinz Eugen von Savoyen zum Oberbefehlshaber der österreichischen Armee.

Das Jahr 1704 sollte einen Wendepunkt in der Weltgeschichte auf bayerischen Boden bringen. Franzosen und Bayern wollten den Kaiser in Wien angreifen und hatten zum Waffengang bereits rund 600 000 Mann quer durch Mitteleuropa versammelt. Ihnen gegenüber standen die Truppen von Prinz Eugen und dem englischen Feldherrn Herzog von Marlborough. Frankreich wollte Spanien an sich reißen und die Weltherrschaft übernehmen.

In Süddeutschland prallten dann die Heere aufeinander. Die Franzosen hatten sich an jenem 13. August 1704 hinter dem Nebelbach um die schwäbischen Ortschaften Blindheim, Oberglauheim und Lutzingen bei Höchstädt eingebunkert. Den Raum dazwischen sollten Kavallerieeinheiten abschirmen. Im Donautal rückten die englischen Truppen an, zu ihnen stießen gegen Mittag die Österreicher. Und dann begann eine der blutigsten Schlachten der Weltgeschichte. Die kaiserliche Kavallerie durchbrach die französischen Linien, nach fast vier Stunden Kampf flüchteten die Franzosen. Gleichzeitig befahl Max Emanuel den Rückzug der Bayern.

Umliegende Dörfer lagen in Schutt und Asche

Nach rund sechseinhalb Stunden Kampf eine schreckliche Bilanz: Bayern und Franzosen beklagten rund 13 000 getötete Männer, die Gegenseite etwa 12 000 Tote. Die für unbesiegbar gehaltene französische Armee war geschlagen. Die umliegenden bayerischen Dörfer lagen in Schutt und Asche. Für Bayern begann eine zehn Jahre lange "brutale Besatzung" durch die Österreicher, erzählt der Höchstädter Heimatpfleger Georg Strobel. "Bayern wurde von den Kaiserlichen unterdrückt und ausgebeutet." Max Emanuel wurde verbannt und kehrte erst 1714 in sein Wittelsbacher Stammland zurück.

Nikolaus Dominik, DPA DPA

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