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Metropole im Jemen Aden angeblich von Huthi-Rebellen zurückerobert


Die im südlichen Jemen gelegene Metropole Aden soll angeblich von der Besatzung durch Huthi-Rebellen befreit worden sein - so die jemenitische Exilregierung in Saudi-Arabien. Augenzeugen berichten jedoch von anhaltenden Kämpfen.

Im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben regierungstreue Truppen nach Angaben der Exilregierung einen bedeutenden Sieg errungen. Die südliche Stadt Aden und die Provinz seien "befreit", erklärte Vizepräsident Chaled Bahah im saudiarabischen Exil am Freitag im Internet. Nach Angaben von Augenzeugen standen einige Gebiete der Hafenstadt aber noch unter Kontrolle der Aufständischen. Zudem hielten die Kämpfe vor Ort an.

Es werde nun alles dafür getan, "das Leben in Aden und allen anderen befreiten Städten" wiederherzustellen, erklärte Bahah auf seiner Facebook-Seite. Das gelte vor allem für die Wasser- und Stromversorgung. Er verkünde die Botschaft "am ersten Tag des Eid al-Fitr", des Festes zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Bahah ist zugleich Exilministerpräsident des Jemen. Auch in einer weiteren Erklärung der Regierung war von der "Befreiung der Provinz Aden" die Rede.

Gegenoffensive "Goldener Pfeil"

Um die Stadt und die Region Aden war monatelang erbittert zwischen Aufständischen und Truppen, die dem Exilpräsidenten Abdrabbo Mansur Hadi und seiner Regierung treu sind, gekämpft worden. Die Huthi-Rebellen waren Ende März in Aden eingedrungen. Am Dienstag starteten die regierungstreuen Kämpfer des Volkswiderstands die Gegenoffensive "Goldener Pfeil". Unterstützt wurden sie von in Saudi-Arabien ausgebildeten und bewaffneten jemenitischen Einheiten.

Die regierungstreuen Truppen eroberten zunächst mit Unterstützung der arabischen Militärkoalition den Flughafen der Hafenstadt sowie anschließend mehrere Viertel von Aden. Der offiziellen Nachrichtenagentur der Exilregierung zufolge gelang es dann am Donnerstag, den zuvor noch unter der Kontrolle der Rebellen stehenden Bezirk Mualla vollständig einzunehmen.

Indes sagten Augenzeugen, dass die Rebellen noch immer den Adener Stadtteil Tawahi kontrollierten. Am Rande des Nachbarbezirks Mualla gebe es weiterhin Kämpfe. Regierungstreue Kämpfer versuchten, "nach Tawahi vorzudringen, aber sie treffen auf Widerstand", sagte ein Bewohner. Auch in Dar Saad im Norden sowie am nördlichen und südlichen Stadtrand hielten die Huthis weiterhin die Stellung. Nach Angaben von Ärzten wurden in den Bezirken Mualla und Crater fünf Zivilisten und sieben regierungstreue Kämpfer getötet.

"Aden wird der Schlüssel zur Rettung des Jemen sein"

In einer Fernsehansprache anlässlich des Fastenbrechens würdigte Exilpräsident Hadi am Donnerstagabend indes die Erfolge und den "Widerstand" der regierungstreuen Kämpfer. "Aden wird der Schlüssel zur Rettung des Jemen sein", sagte er. "Von Aden aus werden wir den gesamten Jemen zurückerobern."

Im Jemen wüten seit Monaten schwere Kämpfe. Eine Militärkoalition unter Führung des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabiens unterstützt die loyalen Truppen mit Luftangriffen. Nach Schätzungen der UNO wurden bereits mehr als 3200 Menschen in dem Konflikt getötet, die Hälfte davon Zivilisten.

Außerdem wird der Jemen von einer schweren humanitären Krise beherrscht. Mehrere Versuche der UNO, eine humanitäre Feuerpause durchzusetzen, scheiterten. Das Bundesentwicklungsministerium kündigte am Freitag an, seine Mittel für den Jemen über das Welternährungsprogramm um knapp 26 Millionen Euro aufzustocken. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) erklärte dazu, mit dem Jemen drohe ein weiteres Land in der Region in eine "schwere und anhaltende Krise abzurutschen". Zugleich sprach er sich für eine politische Lösung für den Konflikt aus.

amt AFP

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