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Bedrohung durch Islamisten und Nazis Juden in Deutschland: "Wir glauben nicht, dass unsere Kinder eine Zukunft in Deutschland haben"

Auf einer Kundgebung in Hannover gegen Antisemitismus trägt ein Mann eine Kippa
Auf einer Kundgebung in Hannover gegen Antisemitismus trägt ein Mann eine Kippa
© Christophe Gateau / DPA
Juden in Deutschland fühlen sich zunehmend bedroht – durch Islamisten und Rechtsradikale. Beide Gruppen schaukeln sich gegenseitig auf, erklärt der Berliner Elio Adler in einem Interview mit dem stern.

Der Berliner Dr. Elio Adler ist Jude und Vorsitzender des Vereins "WertIntiative", der jüdischen Deutschen eine Stimme geben will. Der 48-Jährige fürchtet, dass die Zukunft seiner Kinder nicht mehr in Deutschland ist. Ein Interview über den wachsenden Antisemitismus - und warum Politik sowie Gesellschaft mehr dagegen tun müssen.

stern: In den 80er Jahren trugen Sie als Jugendlicher stolz eine Kette mit einem Davidstern. Ihren Kindern verbieten Sie das heute. Warum?

Wir nehmen eine zunehmend aggressive Atmosphäre wahr, wenn Juden als Juden erkannt werden. Egal ob Erwachsene oder Kinder. Was dann dazu führt, dass sie Belästigungen und schlimmstenfalls Gewalt ausgesetzt sind. Deswegen sind wir als Eltern einfach vorsichtig und verzichten auf solche sichtbaren Symbole.

Haben Sie auch persönlich solche Erfahrungen gemacht?

Ja, ich wurde zum Beispiel von arabischen Jugendlichen in der S-Bahn in Berlin umringt und angemacht: "Ey, bist du Jude? Du bist Jude? Also, bist du Jude." Ich trug keinen sichtbaren Davidstern, an dem man das hätte sehen können. Trotzdem haben die das irgendwie gesehen. Das war eine der Erfahrungen, die ich gemacht habe. Solche Situationen kennen fast alle deutschen Juden inzwischen. Ich will das jetzt auch gar nicht überhöhen. Aber sie zeigen, dass sich die Lage gerade immer weiter ändert.

Sie haben einmal gesagt: "Wir Juden haben ein über Jahrtausende trainiertes Frühwarnsystem für extremistische Strömungen." Wie steht es um Deutschland in Sachen Antisemitismus?

Antisemitismus war hier schon immer vorhanden. Klar, im Land der Nazis ist Antisemitismus keine Neuigkeit. Es gab aber einen gesellschaftlichen Konsens, dass er etwas Falsches ist und abzulehnen ist. Dieser wird zunehmend aufgekündigt, weil es andere Gefäße gibt, in die Antisemitismus hineingegossen wird.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Die sogenannte Israel-Kritik. Also, die überhöhte, absurde und oftmals einseitige Verurteilung des Landes. Das wird gehandhabt, als sei es eine legitime Form des Antisemitismus. Es gibt Enthemmung seitens rechter Parteien, die ihre Wortwahl so verändern, dass an alte Dinge erinnert wird, die dann plötzlich wieder formulierbar sein sollen. Und es gibt einen islamistischen Antisemitismus, der zunehmend auf die Straße kommt, der tagespolitisch sehr aufgeheizt ist und Hass mit sich bringt. Dieser Cocktail ist ein sehr gefährlicher, weil sich diese Gruppen gegenseitig verstärken.

Die Rechten lernen von den Islamisten?

Nein, aber wenn die Rechten sehen, wie sich manche muslimische Extremisten hier im Land verhalten, glauben sie, sich als sogenannte Retter des Abendlandes aufspielen zu können. Dann ist das ein sich aufschaukelndes Prinzip.

Sie sagten gerade das Stichwort Israel-Kritik. Wo hat die Ihrer Meinung nach ihre Wurzeln?

Sie ist ein sehr willkommenes Vehikel, weil man viele antisemitische Gefühle und Bilder, die man in sich trägt, darin transportieren kann. Natürlich darf man Israel kritisieren. Es gibt aber wenige Länder auf der Welt, die öffentlich so viel kritisiert werden wie Israel.

Aber ist das ein Problem?

Nein, überhaupt nicht. Mir geht es um die Art und Weise. Und zwar indem oftmals an antisemitische Bilder appelliert wird. Wenn man die Kritik so formuliert, dass Israel dabei delegitimiert wird, dabei seine Existenz angegriffen wird, es dämonisiert wird und doppelte Standards angesetzt werden, dann ist das ein Problem. Wenn zum Beispiel der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern komplett einseitig in der Schuld verortet wird, dann ist ein Maß erreicht, wo solch angebliche Kritik zu Antisemitismus wird.

Warum nimmt die Israel-Kritik derzeit zu?

Sie stößt hier auf sehr fruchtbaren Boden. Und wird täglich genährt durch verschiedene Komponenten. Ein Problem sind sicher auch Medien, die oftmals sehr einseitig über den Konflikt berichten. Die Kritik wird tagespolitisch genährt durch arabisch-muslimmische Narrative, die den Dämonisierungs-Aspekt rein bringen. Und das wird auch von der hiesigen Bevölkerung teilweise gerne aufgenommen, weil es viel leichter ist, mit der Schuld der Großeltern zu leben, wenn die Nachfahren der Opfer sich vermeintlich so verhalten wie ihre Großeltern damals.

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist es zu einer antisemitischen Attacke gekommen. Der 21-jährige Adam ist mit einem Freund in der Raumerstraße unterwegs, als er von Unbekannten attackiert wird. Der Angreifer schreit mehrmals "Jahudi" – das arabische Wort für Jude. Im Gespräch mit dem stern schildert Adam den Angriff. Adam: "Irgendwann hat mein Kumpel gesagt, dass sie aufhören sollen, uns zu beleidigen. Dann ist einer aggressiv geworden und hat angefangen mich mit dem Gürtel zu schlagen. In dem Moment, wo ich gesehen habe, dass er zu mir kommt, habe ich mein Handy rausgeholt, weil es mir wichtig war, dass ich einen Beweis für die Polizei habe." Der gebürtige Israeli trug eine Kippa: Ein Zeichen für seinen jüdischen Glauben. Adam: "Die Kippa habe ich vor ein paar Tagen von einem Freund in Tel Aviv bekommen. Er sagte, dass es gefährlich sein kann mit einer Kippa in Berlin rauszugehen. Ich hab ihm gesagt, dass es nicht stimmt und, dass es sicher sei in Deutschland mit der Kippa rauszugehen. Gerade in Berlin. Berlin ist so multikulti. Ich habe es einfach nicht geglaubt. Gestern war die Enttäuschung sehr groß als das passiert ist. Und auch, dass da so viele Leute waren und gleichzeitig hat nur eine Frau etwas gesagt. Die anderen haben gar nichts gesagt. Das finde ich schon sehr traurig." Nach dem Angriff versucht Adam, den Täter festzuhalten. Adam: "Danach habe ich versucht ihn festzuhalten bis die Polizei kommt. Er hat versucht mich mit einer Glasflasche zu attackieren und mir auf den Kopf zu schlagen. Zum Glück ist eine Frau dazu gekommen und hat es verhindert." Mike Samuel Delberg: "Das war in der Politik geäußert wurde – und das ist oftmals sehr wichtig – kommt noch nicht beim Rest der Gesellschaft an. Diese Brücke müssen wir bauen, damit wir das Problem auch wirklich bekämpfen können. Ich glaube, dass der Antisemitismus offener geworden ist. Leute wie Adam trauen sich, darüber zu reden, wenn ihnen etwas widerfahren ist. Leider häuft es sich in letzter Zeit, so ist zumindest der Eindruck. Aber das, was wir auf jeden Fall merken, ist, dass die Möglichkeit, Antisemitismus zum Thema zu machen jetzt gegeben ist. Diese Chance möchten wir nutzen, um das Problem so zu bekämpfen, dass es auf Dauer kein Problem mehr ist." Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt fahndet nach den Unbekannten.
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Was dachten Sie, als Sie die Äußerungen des Rassismus-Beauftragten der Bundesregierung Dr. Felix Klein gehört haben, dass Juden in Deutschland nicht mehr überall Kippa tragen sollen?

Ich hätte mir den Nachsatz gewünscht: "Und meine Aufgabe ist es eben, dafür zu sorgen, dass es wieder normal sein wird, in Deutschland Kippa zu tragen." Ich kenne Herrn Klein gut genug, um zu wissen, dass dieser Nachsatz für ihn natürlich klar ist.

Aber so ist es doch eine Kapitulation der Bundesregierung...

Er hat es gemacht, um ein Thema anzusprechen. Er wollte damit aufrütteln und alarmieren, das ist ihm geglückt. Es war eine Zustandsbeschreibung. Vor diesem Hintergrund kann ich verstehen, was er gesagt hat.

Aber wäre es nicht besser gewesen, wenn er kämpferischer aufgetreten wäre?

Absolut, er ist beruflich Diplomat und nicht Mensch der lauten Demo-Töne. In der Zustandsbeschreibung hatte er recht. Ich kann als Jude nicht überall mit Kippa rumlaufen. Das ist so. Das Alarmieren hat zwar geklappt, nur die Perspektive fehlte.

Mit welchem Gefühl tragen Sie Kippa in der Öffentlichkeit?

Ich trage die Kippa schon immer nur in religiösen Situationen. Was in der Reaktion der Öffentlichkeit jetzt etwas falsch verstanden wurde, war: Die Kippa ist kein Demonstrations-Zeichen.

Also ging der Aufruf: "Deutschland trägt Kippa" am Thema vorbei?

Es war sicher gut gemeint, aber beim Kippa-Tragen geht es nicht darum, irgendjemanden damit irgendwas zu zeigen. Sie ist ein Symbol für die Demut des Trägers Gott gegenüber. Die Kippa jetzt zum äußeren Symbol zu machen, zu politisieren und daraus ein Demo-Zeichen zu machen, dass ist überhaupt nicht der Sinn der Kippa.

Was wäre aus Ihrer Sicht eine angemessene Reaktion gewesen?

Dass die deutsche Politik ein stringentes Handeln durch alle Bereiche zeigen würde.

Was meinen Sie damit?

Es gibt ein großes Vakuum. Die deutsche Gesellschaft weiß in Wahrheit nur sehr ungenau, wofür sie steht. Wir würden uns wünschen, dass es ein wertebasierendes und gelebtes patriotisches Gefühl gibt. Wir Deutschen sollten aktiv leben, dass Frauen und Männer gleiche Rechte haben, dass der Stärkere den Schwächeren schützt. Wir sollten die Meinung der anderen schützen. Also, all die Werte des Grundgesetzes müssten viel fühlbarer gelebt werden. Dann hätten es all die Hater viel schwerer.

Sie fordern mehr Staat?

Absolut. Wir Juden hatten in Deutschland lange Angst vor einem zu starken Staat, jetzt fürchten wir einen zu schwachen. Wenn das Narrativ der Bundesrepublik wie nach dem Zweiten Weltkrieg immer nur bleibt "Nie wieder", wenn das nicht ergänzt wird, durch ein positiv-emotionales Update, haben es die Antisemiten leicht.

Erleben Sie dieses Gefühl auch bei Ihren Freunden und Bekannten?

Ja, und das ist kein Alarmismus, aber die meisten in unserem jüdischen Umfeld sagten derzeit: Wir glauben nicht, dass unsere Kinder eine Zukunft in Deutschland haben.

Wie geht es Ihnen?

Wenn ich das nicht auch denken würde, würde ich nicht einen Großteil der Zeit außerhalb meiner hauptberuflichen Arbeit damit verbringen, politische Arbeit zu machen. Wir als Werteinitiative machen ja unter anderem Lobbyarbeit. Wir wollen aber nicht etwa mehr Geld für Synagogen oder mehr Parkplätze für Rabbiner. Wir wollen schlicht und einfach, dass die freiheitlich demokratische Gesellschaft sich ihrer Zerbrechlichkeit bewusst ist und erkennt, an welchen Stellen sie erodiert - und diese abdichtet.

Die israelfeindliche Al-Quds Demo in Berlin war vor knapp zwei Wochen. Hätten Sie sich ein Verbot des Marsches gewünscht?

Ja, das hätten wir. Wir nehmen aber zur Kenntnis, dass das der Berliner Senat auch wollte, es aber wohl rechtlich nicht möglich gewesen ist.

Weil die Demo unter Meinungsfreiheit fällt.

Richtig, aber wenn das so ist, dann lebt das davon, dass sich eine starke und sichtbare Gegenmeinung zeigt. Es waren zwar größere Gegendemos als im vergangenen Jahr, aber es war im Prinzip noch immer eine ganz kleine Gruppe. Man muss sich doch noch mal klar machen, dass die Teilnehmer der Al-Quds-Demos gegen alle unseren freiheitlich demokratischen Grundwerte sind. Sie missbrauchen unsere Grundlagen des Zusammenlebens. Sie sind gesteuert aus dem Iran. Sie stehen für Ideale des Regimes, und wie dort umgegangen wird, zum Beispiel mit der Meinungsfreiheit, wissen wir ja alle. Meiner Meinung nach hätte die Mehrheitsgesellschaft eine gute Gelegenheit, hier deutlich zu zeigen, wo sie steht.

Finden Sie, dass die deutsche Gesellschaft insgesamt genug macht?

Im kommenden Jahr sollte der Kudamm voll sein mit hunderttausenden Gegendemonstranten, die ein Demokratiefest feiern. Es geht um die Interessen der Mehrheit. Wir können das nicht aussitzen. Auch nicht beim Thema Integration.

Warum?

Viele glauben, das sei erledigt. Flüchtlingslager werden abgebaut, Turnhallen frei gegeben. Super. Aber so ist das nicht.

Sondern?

Das Thema Nicht-Integration wird uns in der nächsten Generation um die Ohren fliegen. Teile der Migranten - und das sehen wir in Frankreich - werden, wenn sie sich eingelebt haben, gegen das System auflehnen, in dem sie leben. Da werden Unzufriedenheiten sein. Und dann sehen wir plötzlich, dass Integration zu oft nicht statt gefunden hat.

Wie könnte man das verhindern?

Mit einer deutlich größeren Konfliktbereitschaft. Eine der bitteren Wahrheiten ist, dass wir noch so viel in Bildung, Erziehung und Prävention investieren können. Aber wir werden nicht jeden erreichen können. Wir müssen deswegen bereit sein, auch im Bereich der Repression und Sanktion aktiv zu sein.

Was meinen Sie damit konkret?

Zum Beispiel, die Hisbollah zu verbieten. Und zwar die Gesamtorganisation. Die lachen doch selber darüber, dass sie in einen militärischen und politischen Arm unterteilt werden.

Und wer das Grundgesetz nicht akzeptiert, wird abgeschoben?

Wer diese Grundwerte nicht anerkennt, kann nicht Teil der Gesellschaft sein. Das kann von Abschiebung bis zu strafrechtlichen Maßnahmen sein. Es ist ein Wertebekenntnis, das nicht an Hautfarbe oder Religion gebunden ist. Das darf aber nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss gelebt und auch kontrolliert werden.

Wir haben aber auch auf der rechten Seite ein Problem...

Und auf der linken Seite auch. Wir deutschen Juden haben keine Illusionen darüber, aus wie vielen Ecken wir angefeindet werden. Die Antworten sind aber letztendlich nicht so verschieden. Der Staat muss erkennbar wertebasiert das durchsetzen, was er für richtig hält. Und das verhindern, was er für falsch hält. Die rechten Hater zum Beispiel als die Verlierer der Wende schön zu reden, hilft überhaupt nicht. Wir sollten keine Angst haben, breitschultrig aufzutreten. Aber die Furcht vieler Politiker ist sehr groß.

Haben Sie dafür Verständnis?

Ja, absolut. Weil sie gehasst werden, sobald sie aktiv werden. Aber wenn wir uns nicht mehr trauen, proaktiv zu handeln, werden diese Ränder immer mehr Zulauf haben. Die schrecken nicht zurück, klare Worte zu wählen.

Fürchten Sie die Wahlergebnisse aus dem Osten im Herbst?

Es ist beängstigend, weil wir keine gesunde Gegenbewegung sehen. Wir sehen Besorgnis, aber es gibt keine Kräfte aus der Mehrheitsgesellschaft, die sich dem entgegen stellen. Und es ist auch ein Ende in Sicht. Die AfD scheint deutlich nachhaltiger zu sein als es etwa die Republikaner waren. Es ist auch eine deutliche Entwicklung zu sehen, sie driften immer deutlicher nach rechts.

Es gibt aber auch die Gruppe "Juden in der AfD"...

Wir haben die als erste sehr deutlich verurteilt. Die Juden, die in der AfD sind sind, erleben wir als solche, die sehr große Angst haben vor einer islamischen Aggression, so dass sie sagen, wir suchen uns die Partei, die uns am ehesten davor schützt - und das ist eben die AfD. Das ist eine Angstreaktion. Ich will das nicht schön reden, auch Juden haben eine Verantwortung dafür, was sie mit ihrer Angst machen.

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist es zu einer antisemitischen Attacke gekommen. Der 21-jährige Adam ist mit einem Freund in der Raumerstraße unterwegs, als er von Unbekannten attackiert wird. Der Angreifer schreit mehrmals "Jahudi" – das arabische Wort für Jude. Im Gespräch mit dem stern schildert Adam den Angriff. Adam: "Irgendwann hat mein Kumpel gesagt, dass sie aufhören sollen, uns zu beleidigen. Dann ist einer aggressiv geworden und hat angefangen mich mit dem Gürtel zu schlagen. In dem Moment, wo ich gesehen habe, dass er zu mir kommt, habe ich mein Handy rausgeholt, weil es mir wichtig war, dass ich einen Beweis für die Polizei habe." Der gebürtige Israeli trug eine Kippa: Ein Zeichen für seinen jüdischen Glauben. Adam: "Die Kippa habe ich vor ein paar Tagen von einem Freund in Tel Aviv bekommen. Er sagte, dass es gefährlich sein kann mit einer Kippa in Berlin rauszugehen. Ich hab ihm gesagt, dass es nicht stimmt und, dass es sicher sei in Deutschland mit der Kippa rauszugehen. Gerade in Berlin. Berlin ist so multikulti. Ich habe es einfach nicht geglaubt. Gestern war die Enttäuschung sehr groß als das passiert ist. Und auch, dass da so viele Leute waren und gleichzeitig hat nur eine Frau etwas gesagt. Die anderen haben gar nichts gesagt. Das finde ich schon sehr traurig." Nach dem Angriff versucht Adam, den Täter festzuhalten. Adam: "Danach habe ich versucht ihn festzuhalten bis die Polizei kommt. Er hat versucht mich mit einer Glasflasche zu attackieren und mir auf den Kopf zu schlagen. Zum Glück ist eine Frau dazu gekommen und hat es verhindert." Mike Samuel Delberg: "Das war in der Politik geäußert wurde – und das ist oftmals sehr wichtig – kommt noch nicht beim Rest der Gesellschaft an. Diese Brücke müssen wir bauen, damit wir das Problem auch wirklich bekämpfen können. Ich glaube, dass der Antisemitismus offener geworden ist. Leute wie Adam trauen sich, darüber zu reden, wenn ihnen etwas widerfahren ist. Leider häuft es sich in letzter Zeit, so ist zumindest der Eindruck. Aber das, was wir auf jeden Fall merken, ist, dass die Möglichkeit, Antisemitismus zum Thema zu machen jetzt gegeben ist. Diese Chance möchten wir nutzen, um das Problem so zu bekämpfen, dass es auf Dauer kein Problem mehr ist." Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt fahndet nach den Unbekannten.
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