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US-Wahl: Zwei prominente Polit-Beobachter glauben: Trump hält keine vier Jahre durch

Donald Trump ist noch kein US-Präsident, da prophezeien die ersten Experten schon das vorzeitige Ende seiner Amtszeit. Nicht irgendwelche Experten: Michael Moore und Allan Lichtman hatten den Sieg des Milliardärs früh vorhergesehen.

Donald Trump und Reince Priebus

Donald Trump (l.)  und sein Mann für die Partei, Reince Priebus. Der moderate Pragmatiker Priebus soll die Republikaner auf den US-Präsidenten einschwören.

Die bulgarische Wahrsagerin Baba Wanga, die schon den Untergang des russischen U-Boots "Kursk", den Brexit und den Tsunami 2004 prophezeit haben will, ist sicher, dass es keinen 45. Präsidenten der USA geben wird. Nach der "dunkelhäutigen Nummer 44" (Barack Obama) sei Schluss mit US-Staatsoberhäuptern, sagte sie einst voraus. In anderen Worten: Donald Trump wird sein Amt erst gar nicht antreten. Warum und wieso? Unklar.

Michael Moore glaubt an Amtsenthebungsverfahren

Werden sich die Wahlleute unerwartet doch gegen den Immobilienmilliardär wenden? Machen ihm seine diversen anhängigen Verfahren noch ein Strich durch die Rechnung? Bekommt er selbst Muffensausen? Wahrscheinlicher ist wohl, dass Trump planmäßig am 20. Januar 2017 vereidigt werden wird, er aber möglicherweise unplanmäßig wieder wird aufgeben müssen. Diese Ansicht vertreten zwei "Propheten", die frühzeitig den Wahlsieg Donald Trumps vorhergesagt haben: Der linke Aktivist Michael Moore sowie der Wahlforscher Allan Lichtman.

Moore ist durch die Schulmassaker-Doku "Bowling for Columbine" bekannt geworden. Im Sommer hatte er fünf Gründe aufgeführt, die für einen Erfolg Trumps bei der Präsidentschaftswahl sprechen, fast alle davon trafen zu. In einem Interview mit dem US-Sender MSNBC äußerte er jetzt die Vermutung, dass das umstrittene designierte Staatsoberhaupt entweder selbst aufgeben oder durch ein Amtsenthebungsverfahren aus dem Weißen Haus gejagt werde. "Donald Trump wird sich nicht an Gesetze halten, weil nur daran denkt, was für ihn selbst das Beste ist", so Moore.

Donald Trump hat die Mehrheit im Kongress

Versuche eines solchen "Impeachments" von Präsidenten hat es in der Geschichte der Vereinigten Staaten bislang zweimal gegeben, beide verliefen erfolglos. Zuletzt angewendet wurde das Amtsenthebungsverfahren 1999, als sich Bill Clinton, Ehemann der gescheiterten Kandidatin Hillary Clinton, wegen Meineids verantworten musste. Er hatte im Zuge der Lewinsky-Affäre gelogen. Das Impeachment verlief im Sande, da in den zuständigen Gremien (dem Abgeordnetenhaus und dem Senat) zwar Anklage erhoben wurde, aber letztlich nicht die nötige Zweidrittelmehrheit zustande kam.

Designierter US-Präsident: Wo macht ein Donald Trump eigentlich Urlaub?

Ob es zu einem solchen Verfahren auch gegen Donald Trump kommen wird, ist allerdings noch völlig ungewiss. Zum einem muss er als US-Präsident überhaupt erst einmal gegen Gesetze verstoßen. Und sollte er das tun, müssten die beiden Kongresskammern darüber entscheiden, ob die Verfehlungen eine Amtsenthebung rechtfertigen. Da aber sowohl das Abgeordnetenhaus, vergleichbar mit dem deutschen Bundestag, als auch der Senat von Trumps Republikaner-Partei dominiert werden, müsste der Widerwille gegen Donald Trump schon sehr stark sein.

"Anders als Pence ist Trump nicht kontrollierbar"

Auch Allan Lichtman, Geschichtsprofessor in Washington DC., glaubt tatsächlich genau das, auch wenn ihn bislang nur das Gefühl umtreibt und er keine stichhaltigen Belege dafür hat. Der "Washington Post" sagte Lichtman, dass er mit einem erfolgreichen Amtserhebungsverfahren rechne: "Die Republikaner wollen Trump nicht als Präsidenten haben, da sie ihn nicht kontrollieren können." Anders übrigens als seinen Vize Mike Pence, der "bodenständig, konservativ und kontrollierbar" sei.

Der Historiker ist durch ein äußerst zuverlässiges Prognose-Modell bekannt geworden. Anhand von 13 Fragen hat er bislang jeden Wahlausgang seit 1984 richtig vorhergesagt. Dieses Jahr lag es allerdings nur halbrichtig. Zwar stand Donald Trump für Lichtman bereits vor Wochen als Sieger fest, falsch lag er jedoch mit der Einschätzung, dass die meisten Amerikaner Trump wählen würden. Tatsächlich hat Clinton 600.000 Stimmen mehr bekommen als der Republikaner, der nur wegen der Eigenheiten des amerikanischen Wahlsystems Präsident werden wird. Oder eben auch nicht, wenn es nach der bulgarischen Wahrsagerin Baba Wanga geht.

nik