HOME

Stern Logo Wahl

Mission Bundestag (5): Ludewig und die 8,1 Prozent

Jetzt wird's ernst. CDU-Kandidat Gottfried Ludewig muss in die Elefantenrunde seines Wahlkreises Berlin-Pankow. Gegen Thierse und andere Spitzenkandidaten. Als rotbackiger Besserwisser geht er unter.

Von Franziska Reich

Eigentlich ist es genau die Art von Leuten, an die er ran will. Junge Leute. Moderne Leute. Eine ganze Aula voll besetzt mit jungen, modernen Leuten. Eigentlich ist es also genau die Art Termin, bei der Gottfried Ludewig seine frischen Ideen ans frische Wahlvolk bringen könnte. Eigentlich.

Doch er sitzt da auf dem Podium im Oberstufenzentrum Berlin Weißensee, der jüngste der Runde, ganz links, ganz rot im Gesicht, und er sieht aus, als sei er zum Dinner eingeladen worden und an der Imbissbude gelandet. Verspannt in der falschen Veranstaltung. Verschüchtert in dieser Runde seiner Wahlkreis-Konkurrenten. Konkurrent 1: FDP-Kandidat Martin Lindner - hektisch, laut und entsetzlich selbstgerecht. Konkurrent 2: SPD-Kandidat Wolfgang Thierse - pastoral, moralin-getränkt, der Dinosaurier der Runde. Konkurrent 3: Grünen-Kandidat Heiko Thomas – farblos aber freundlich. Konkurrent 4: Linken-Kandidat Stefan Liebich – unverkrampft, jungenhaft, selbstgewiss.

Fünf Kampfhähnchen also, die richtig streiten. Fünf Kampfhähnchen, die sich zu politischen Themen festlegen müssen. Zu Krankenkassen, Rente und Atomkraft. Zu Afghanistan, Benzinsteuer und Kündigungsschutz. Wann hat man dieses Vergnügen einer inhaltlichen Auseinandersetzung überhaupt einmal gehabt im lahmsten aller lahmen Wahlkämpfe 2009?

Das Problem mit dem "Nach-vorn-Bringen"

Doch Gottfried Ludewig windet sich. Er kann diese Art Auseinandersetzung einfach nicht leiden. Und so geht er lautlos unter.

Am Ende werden die jungen, modernen Leute abstimmen darüber, wen dieser fünf Männer sie am ehesten wählen würden. An diesem Ende wird Gottfried Ludewig bei 8,1 Prozent landen. Letzter Platz. Sechs. Setzen.

Er ahnt das schon, während er dort sitzt. Man sieht es ihm an. Man hört es an seiner atemlosen Stimme. Man spürt es an seinen hilflosen Worten. Er sagt: "Das funktioniert doch nicht, wenn wir das Land nach vorn bringen wollen!" Er ruft: "Aber das ist doch keine Lösung, wenn wir die Gesellschaft nach vorn bringen wollen!" Bei jedem Vorschlag - ein besserwisserisches Nein-so-nicht! Bei jeder Frage - ein ratloses Das-ist-zu-komplex! Und immer und immer wieder die Phrase vom "Nach-vorn-Bringen". Nach der Veranstaltung sagt eine Schülerin: "Ich weiß nicht, was der wollte. Ich weiß nicht, ob der überhaupt was will."

Gottfried Ludewig kann an diesem Tag keinen einzigen Punkt fürs CDU-Lager holen. Er vergeigt es. Komplett.

"Herr Lindner hat zugespitzt"

Sein Auftritt wirkt so merkwürdig verdruckst. So kindlich unsicher. So ganz und gar anders, als wenn man ihn in den vergangenen Wochen unter vier Augen sprach. Da brannte er. Loderte. Lichterloh. Worte zu Bildung, Betreuung, Wirtschaft, zu egal was und warum: im Zehntelsekundentakt. Angriffe auf den politischen Gegner, die SPD, den ollen Thierse: im Hundertsteltakt. Energie. Adrenalin.

Wie auf Droge!

Doch irgendwas ist anders geworden. Die Selbstsicherheit scheint verschwunden. Die Welle der Begeisterung über den eigenen Weg - wie eine ferne Erinnerung im Nebel. Nach seinem Auftritt sagt er: "Herr Lindner hat für sein Klientel stark zugespitzt. Mit seinen äußerst zugespitzten Positionen macht er es der CDU nicht immer leicht. Aber das ist ihm egal."

Ein bisschen beleidigt. Ein bisschen wehleidig und verletzt.

Die Wandlung der CDU vom siegessicheren Imperator zum zaudernden Feldherr erstreckt sich eben auch auf brave Parteisoldaten wie den freundlichen Herrn Ludewig. Die SPD holt auf - nicht gewaltig aber immerhin. Die Kanzlerin schwächelt - nicht substantiell aber ein bisschen. Die Union wird unruhig - nicht hysterisch aber unwirsch.

Der Mut des Verzweifelten

Manchen Unionisten erinnert die kippende Stimmung an den Wahlkampf 2005. Monate der Glückseligkeit nahe der absoluten Mehrheit. Wenige Wochen des Absturzes in Richtung Augenhöhe mit der darbenden SPD. Seit 2005 weiß jeder CDUler, dass es nicht vieler Fehler bedarf, um am Wahlabend hart aufzuschlagen. Diesmal wollen sie es nicht vergeigen. Bitte diesmal nicht!

Und so hat sich Gottfried Ludewig also viel vorgenommen für die endlich letzte und damit heißeste Woche des Wahlkampfes 2009. Dritte Welle der Plakate. Wahlkampfstände allüberall. Häuserkampf bis zum letzten Gartenzaun. Am Samstag eine Radtour durch den Prenzlauer Berg. In der Nacht zum Wahlsonntag noch mal 10.000 Gottfried-Tür-Anhänger für den ganzen Bezirk.

"Es wird noch mal hart nächste Woche", sagt Gottfried Ludewig, "es wird hart, aber am Ende wird es sich gelohnt haben."

Für wen auch immer.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(