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stern-RTL-Wahltrend: Dienstwagenaffäre schadet SPD nachhaltig

Die SPD kommt nicht aus dem Tief - auch aufgrund Ulla Schmidts Dienstwagenaffäre. Jeder fünfte Befragte gab im stern-RTL-Wahltrend an, dass die Affäre seine Wahlentscheidung beeinflusse. Viele Jungwähler kündigten an, erst gar nicht ins Wahllokal zu gehen.

Gut einen Monat vor der Bundestagswahl ist von einer Aufholjagd der SPD nach wie vor nichts zu spüren. Nach dem stern-RTL-Wahltrend verharrt die SPD in der zweiten Woche in Folge bei 22 Prozent. Die Union liegt mit 37 Prozent weiter unangefochten vorn. Auch die Werte für FDP (13 Prozent) und Grüne (12 Prozent) änderten sich nicht. Die Linke fiel um 1 Punkt auf 10 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich 6 Prozent der Wähler entscheiden (+1). Gemeinsam hätte Schwarz-Gelb damit eine Mehrheit von 50 Prozent, 6 Punkte mehr als SPD, Linke und Grüne zusammen (44 Prozent).

Ein Grund für die anhaltend schlechten SPD-Werte könnte die Dienstwagenaffäre von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sein. Mehr als jeder fünfte Wähler (22 Prozent) bejahte die Frage, ob die Affäre Einfluss auf seine Wahlentscheidung habe. Unter den SPD-Anhängern liegt der Anteil bei 12 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, die Dienstwagenaffäre habe diejenigen in ihrer Meinung bestärkt, die ohnehin nicht vorhatten, die SPD zu wählen. Bei den SPD-Anhängern habe sie "zumindest für Irritationen" gesorgt.

Wie seine Partei kommt auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier nicht aus dem Umfragetief: Nur 18 Prozent der Deutschen würden ihn nach dem stern-RTL-Wahltrend direkt zum Kanzler wählen, 2 Punkte weniger als in der Vorwoche. Unverändert 56 Prozent wollen, dass Angela Merkel im Amt bleibt.

Bei den Jungwählern unter 30 Jahren zeichnet sich eine relativ niedrige Wahlbeteiligung ab. Nur 59 Prozent wollen nach dem stern-RTL-Wahltrend "ganz sicher" am 27. September den neuen Bundestag wählen, 19 Prozent wollen sich "eher nicht" an der Wahl beteiligen. 22 Prozent sind noch nicht entschieden.

Die jungen Wähler erwarten von der Politik vor allem, dass sie sich um Arbeitsplätze, Bildung und Kinder kümmert: 94 Prozent wünschen, dass Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden; 90 Prozent erwarten, dass das Bildungssystem verbessert wird; 88 Prozent verlangen, dass die Politik für ein kinderfreundliches Klima sorgt. An vierter Stelle der Prioritätenliste rangiert laut stern-RTL-Wahltrend das Thema "Kriminalität und Gewalt bekämpfen" (85 Prozent). Umweltschutz spielt unter den Jungwählern keine vorrangige Rolle mehr: Mit 77 Prozent folgt der Kampf gegen den Klimawandel erst an fünfter Stelle. An einer Senkung des Wahlalters sind jüngere Wähler kaum interessiert: Die Forderung liegt mit 7 Prozent auf dem letzten Platz.

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