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Alternativen zur Deutschen Bahn: Wie Sie trotz Bahnstreik ans Ziel kommen

Die Lokführergewerkschaft GDL wird ab Mittwoch auch den Personenverkehr der Deutschen Bahn zu bestreiken. Ein Ersatzfahrplan ist eingerichtet. Antworten auf die wichtigsten Fragen von Bahnfahrern.

Wegen eines Lokführerstreiks müssen sich Hunderttausende Bahnreisende am Mittwoch und Donnerstag auf Verspätungen und Ausfälle bei der Deutschen Bahn einstellen.

Wegen eines Lokführerstreiks müssen sich Hunderttausende Bahnreisende am Mittwoch und Donnerstag auf Verspätungen und Ausfälle bei der Deutschen Bahn einstellen.

Bahnreisende müssen sich in den nächsten Tagen wieder auf Verspätungen und Stillstand einstellen. Die Lokführer wollen von Dienstagnachmittag an erneut bundesweit ihre Arbeit niederlegen.

Zuletzt waren die Lokführer Anfang November in den Ausstand getreten. Bislang hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sechsmal in dem Konflikt gestreikt. Im November begann sie einen Ausstand, der rund 100 Stunden dauern sollte, dann aber nach gut 60 Stunden abgebrochen wurde.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die Bahnreisende und Pendler haben.

Wann genau wird gestreikt?

Am Dienstag beginnt um 15 Uhr der Streik zunächst im Güterverkehr und endet am Freitagmorgen um 9 Uhr. Der Personenverkehr soll von Mittwochfrüh um 2 Uhr bis Donnerstag um 21 Uhr bestreikt werden.

Die Güterbahn stellte sich angesichts der angekündigten 66 Stunden Streik auf erhebliche Beeinträchtigungen ein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisierte den Streik als "Gift für den Standort Deutschland".

Wo wird gestreikt?

Wieder flächendeckend in ganz Deutschland. Sowohl Fernzüge als auch Regionalzüge und S-Bahnen der Deutschen Bahn dürften ausfallen.

Gibt es einen Notfahrplan der Bahn?

Ja, die Deutsche Bahn hat inzwischen eine Website mit dem Ersatzfahrplan und den ausfallenden Linien veröffentlicht.

Details zur aktuellen Situation finden Bahnreisende im Internet unter www.bahn.de/aktuell. Die Deutsche Bahn hat eine kostenfreie Servicenummer unter der Telefonnummer 08000 - 99 66 33 eingerichtet, die über die Auswirkungen der Streiks informiert. Die gebührenpflichtige Hotline, die auch aus dem Ausland zu erreichen ist, lautet: +49 0180 - 699 66 33.

Wer ein Smartphone hat, sollte sich die kostenlose App "DB Navigator" für Android-Handys oder das iPhone runterladen.

Gibt es Privatbahnen, die nicht bestreikt werden?

Bei Fernzügen hat die Bahn kaum Konkurrenz. Auf der Strecke Hamburg - Köln fahren jedoch die Züge des Anbieters HKX, die nicht bestreikt werden.

Auf der Nord-Süd-Strecke in Ostdeutschland verkehren zwischen Leipzig, Berlin und Warnemünde die Züge von Interconnex, allerdings nur noch bis zum 13. Dezember. Dann zieht sich das Unternehmen aus dem Schienenfernverkehr aus wirtschaftlichen Gründen zurück.

Dagegen gibt es im Regionalverkehr zahlreiche Alternativen in vielen Bundesländern. Unter der Website das-eiserne-netz.de sind die privaten Bahngesellschaften aufgelistet.

Welche Alternativen habe ich zum Fernverkehr der Bahn?

Wer Ausfälle und Verspätungen von ICE-Zügen ausschließen möchte, kann bei längeren Entfernungen zwischen großen Metropolen einen Flug von Lufthansa, Germanwings oder Air Berlin in Erwägung ziehen, die über das dichteste Streckennetz in Deutschland verfügen. Doch kurzfristig gebuchte Flugtickets sind besonders teuer.

Nutznießer der Streiks sind regelmäßig die Fernbusse. "Sobald die Ankündigungen für den Ausstand kommen, spüren die Busunternehmen sofort eine sprunghafte Nachfrage auf ihren Webseiten", sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer. Zwischen Anbietern wie ADAC Postbus, FlixBus oder MeinFernbus herrscht seit der Liberalisierung des Marktes im Jahre 2013 ein ruinöser Preiskampf, von dem die Passagiere derzeit profitieren. Bei der Suche nach günstigsten Tickets helfen Vergleichsportale wie fahrtenfuchs.de oder checkmybus.de.

Wie komme ich an einen Mietwagen?

An Streiktagen sind Leihwagen ein knappes Gut. Die Autos können auf der Homepage der Autovermieters wie Avis, Europcar, Hertz und Sixt gebucht werden oder direkt in der Niederlassung. Der Preis hängt von der Größe des Wagens ab. Ein Kleinwagen kostet rund 70 Euro am Tag. Oft gibt es Sonderangebote, wenn der Wagen für mehrere Tage gemietet wird.

Wie kann ich über Mitfahrzentralen eine Fahrt organisieren?

Große Internetportale wie www.mitfahrgelegenheit.de oder www.drive2day.de bringen Fahrer und Mitfahrer zusammen. Vorteil: Mehrere Parteien teilen sich dann die Spritkosten: Fahrten von Berlin nach München schlagen mit nur 50 Euro zu Buche.

Kann ich kostenlos meine Fahrkarte stornieren?

Bei "streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten" kann man sich die Fahrkarte und Reservierung in den DB Reisezentren oder DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, heißt es bei der Bahn. "Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben."

Gibt es bei Verspätungen durch Streik eine Entschädigungszahlung?

Ja, die Bahn kann sich nicht mehr wie bei früheren Streiks auf höhere Gewalt berufen und sich einer Ausgleichszahlung verweigern. Das hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) im vorigen Jahr entschieden. Kommt ein Bahnkunde mindestens eine Stunde zu spät am Zielort an, steht ihm auch im Streikfall ein Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises zu, ab zwei Stunden gibt es 50 Prozent. werden.

Wie kann ich eine Entschädigung beantragen?

Das Beschwerdeformular ist in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder im Internet unter www.fahrgastrechte.info erhältlich. Das Formular können Reisende in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen einreichen. Wer keine Bestätigung für die Verspätung hat, nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder etwa eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Service-Center Fahrgastrechte wenden.

Worum geht es im Streik der Lokführer?

Nach 16 Runden bei den Tarifverhandlungen fehlten in wichtigen Fragen immer noch Ergebnisse, erklärte die GDL zur Begründung. Die Bahn appellierte an die Gewerkschaft, den Streikaufruf zurückzunehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Weil der DB-Vorstand beim Tarifabschluss mit der GDL streikt, müssen die GDL-Mitglieder erneut für bessere Arbeitszeiten, höheres Entgelt und Belastungssenkung in den Arbeitskampf ziehen", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky. Bislang hat die GDL sechsmal in dem Konflikt gestreikt.

tib mit Agenturen

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