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Reisen nach Japan: Auswärtiges Amt verschärft Reisewarnung

Wegen der Atom-Katastrophe sollen alle Deutsche die Region um die AKWs Fukushima und den Ballungsraum Tokio vorübergehend verlassen. Lufthansa leitet alle Tokio-Flüge nach Osaka und Nagoya um.

Von Till Bartels

Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Teile Japans verschärft und die Sicherheitshinweise am Mittwoch aktualisiert. "Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen aus der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und dem Großraum Tokyo/Yokohama, vorübergehend nach Osaka oder über Osaka ins Ausland auszuweichen", heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes. Generell wird von nicht erforderlichen Reisen nach Japan abgeraten.

Nach einer groben Schätzung hielten sich derzeit noch etwa 1000 von bisher rund 3600 Deutschen im Großraum Tokio/Yokohama auf, sagte die Sprecherin. Aus dem Erdbebengebiet im Nordosten des Landes lägen für Deutsche keine Vermisstenmeldungen mehr vor.

Die deutsche Botschaft in Tokio hatte bereits in den Vortagen Mitarbeiter an die Flughäfen und Bahnhöfe in Tokio und Osaka entsandt, um Deutschen bei der Ausreise zu helfen. Auf ihrer Homepage rät die Vertretung wegen zahlreicher Anfragen davon ab, ohne Aufforderung durch die Behörden Jodtabletten einzunehmen. Jodmittel würden im Ernstfall durch die japanischen Behörden in den Evakuierungszentren bereitgestellt. Außerdem macht die Botschaft Angaben zur Wetterlage, die für die Verbreitung radioaktiver Strahlung entscheidend ist.

Die Website der Deutschen Botschaft in Tokio informiert über aktuelle Stromsperrungen, die Verkehrseinschränkungen in der Hauptstadt, im Zugverkehr und zum internationalen Flughafen Tokio-Narita.

Veranstalter sagen Japan-Reisen ab

Japan verzeichnete im letzten Jahr 124.000 Besucher aus Deutschland. Besonders Rundreisen, die von Studienreisenveranstaltern durchgeführt werden, sind bei den Reisenden beliebt. Aufgrund der Ereignisse haben im Laufe des Montags mehrere Unternehmen ihre Reisen nach Japan abgesagt. "Bei keiner unserer Japan-Reisen sind Aufenthalte in der vom Erdbeben besonders betroffenen Region vorgesehen", sagt eine Pressesprecherin von Studiosus. "Dennoch sehen wir uns vor dem Hintergrund der insgesamt unübersichtlichen Lage und der nach wie vor nicht gebannten radioaktiven Gefahr gezwungen, alle Japan-Reisen mit Abreise bis einschließlich 31. März abzusagen." Der Gäste werden angeschrieben und können bis zum 30. April kostenlos umbuchen.

Ähnlich verfährt die Rewe-Gruppe, die ihren Gästen emphielt, alle Reiseabsichten Richtung Japan dringend zu überdenken. Der Veranstalter sagt deshalb Japan-Reisen bis 21. März aktiv ab. Auch Gebeco hat alle Japan-Kunden über die Sicherheitslage informiert und den Betroffenen mit Abreise bis einschließlich 31. März die kostenlose Umbuchung oder Stornierung angeboten.

Lufthansa fliegt nicht mehr Tokio an

Nach eine kurzen Unterbrechung am Freitag hatten die Airlines den Flugbetrieb nach Tokio-Narita wieder aufgenommen. Allerdings hält die Lufthansa nicht mehr an ihrem regulären Flugplan fest: Sie hat inzwischen ihre Flüge nach Tokio zunächst bis zum Sonntag eingestellt und leitet die Flugzeuge auf die weiter südlich gelegenen Städte Osaka und Nagoya um. Eine Sonderseite der Lufthansa informiert über die aktuellen Flugzeiten.

mit Agenturen

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