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Aschewolke über Deutschland: Flugverbot noch bis Dienstag 2.00 Uhr in Kraft

Der deutsche Luftraum bleibt wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans bis Dienstagmorgen, 2.00 Uhr, gesperrt. Ein Hoffnungszeichen kam derweil aus Island, wo Wissenschaftler eine nachlassende Aktivität des Vulkans Eyjafjöll beobachteten.

Trotz der heftigen Kritik vieler Fluggesellschaften sind wegen der Aschewolke aus dem isländischen Vulkan die deutschen Flughäfen am Montag geschlossen geblieben. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte das Flugverbot zunächst bis Dienstagmorgen um 02.00 Uhr. Ein Hoffnungszeichen kam derweil aus Island, wo Wissenschaftler eine nachlassende Aktivität des Vulkans Eyjafjöll beobachteten.

Die rigorosen Flugverbote wurden aber zum Teil etwas gelockert. So wollte die Deutsche Lufthansa mit Ausnahmegenehmigungen 15.000 Passagiere zurück nach Deutschland holen. Aus Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika dürften 50 Langstreckenflugzeuge starten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Sie würden am Dienstag in Frankfurt, München und Düsseldorf erwartet. Die Maschinen würden im sogenannten kontrollierten Sichtflug fliegen, was von den Behörden genehmigt sei.

Auch Air Berlin flog mit Ausnahmegenehmigungen Passagiere aus Mallorca nach Deutschland. Eine Maschine sei nach einem kontrollierten Sichtflug in München gelandet, sagte eine Unternehmenssprecherin. Ein weiterer Flug sei unterwegs.

Die Bundesregierung wies derweil Vorwürfe von Fluggesellschaften wegen des Flugverbots erneut zurück. Solange nicht auszuschließen sei, dass ein Risiko bestehe, müsse die Sicherheit vorgehen, sagte ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Fluggesellschaften hatten die Sperrungen kritisiert, weil sie vor allem auf Computer-Simulationen beruhen und keine umfangreichen Messdaten vorliegen.

Ein Messflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollte am Montagnachmittag starten, um die Verbreitung der Vulkanaschewolke über Deutschland zu untersuchen. Dass der Testflug nicht vorher stattfand, begründete das DLR mit den umfangreichen Vorbereitungen. Das Forschungsflugzeug werde für verschiedene Missionen genutzt, sagte ein DLR-Sprecher. Die Vorbereitungen dauerten wegen des Einbaus der erforderlichen Instrumente und der notwendigen Genehmigungen normalerweise Wochen oder Monate.

Eine Entspannung der Situation könnte eine möglicherweise nachlassende Aktivität des Vulkans bringen. "Im Moment hat sich der Ausbruch deutlich abgeschwächt", sagte die Wissenschaftlerin Bryndis Brandsdottir von der Universität von Island der Nachrichtenagentur AFP. Die Asche-Säule übersteige nicht die Marke von 3000 Metern, sei also nur noch halb so hoch wie am Anfang. Bei anhaltender Aktivität würde laut Deutschem Wetterdienst die anhaltende nordwestliche Höhenströmung die Asche aber weiter nach Europa treiben.

In einzelnen europäischen Ländern kam der Flugverkehr langsam wieder in Gang. In Skandinavien, wo der Luftraum vergangene Woche zuerst gesperrt worden war, nahmen erste Flughäfen wieder den Betrieb auf. Auch auf dem Balkan, in Österreich und Tschechien kam es wieder zu Flügen. Laut Eurocontrol sollten am Montag mindestens 8000 Flüge starten, also knapp ein Drittel der sonst geplanten Flüge. Spanien, dessen Flughäfen alle wieder offen waren, bot sich als Drehkreuz für Rückkehrer aus Nordamerika an.

Die EU-Kommission erklärte sich grundsätzlich bereit, Staatshilfen für Fluggesellschaften zu erlauben, die unter den Folgen des Vulkanausbruchs leiden. Die Kommission könnte zu dem Zweck eine Regelung wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 anwenden, sagte eine Sprecherin.

AFP/DPA / DPA

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