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Haarrisse an Tragflächen eines Super-Airbus: Flugsicherheit ordnet Check aller A380 an

Super-Airbus mit Riesenproblemen: Nachdem erneut Haarrisse an den Tragflächen eines A380 der Qantas entdeckt worden sind, müssen nun alle 67 Maschinen zum außerplanmäßigen Sicherheitscheck.

Von Till Bartels

Schon wieder schlechte Nachrichten vom Airbus-Flagschiff: Alle Exemplare des Riesenflugzeugs vom Typ Airbus A380 müssen einem außerplanmäßigen Sicherheitscheck unterzogen werden. Das hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) am Mittwoch angeordnet, nachdem an einem Airbus A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas Haarrisse an den Tragflächen entdeckt worden waren. Bereits Ende Januar hatte die EASA eine Überprüfung von 30 der 67 Maschinen vom Typ A380 empfohlen, die weltweit im Einsatz sind.

Bei einer Routineuntersuchung an einem Qantas-A380, der nach schweren Luftturbulenzen über Indien in Singapur gelandet war, fanden Mechaniker 36 Risse von bis zu zwei Zentimeter Länge, wie die Zeitung "Australien" berichtet. Laut Qantas haben die Haarrisse jedoch nichts mit den Turbulenzen zu tun, sondern lägen in der Herstellung des Flugzeugs begründet.

Airbus hat mehrfach betont, die Risse stellten keine Gefahr für die Flugsicherheit der A380-Maschinen dar. Als Ursache für die feinen Risse hat Airbus eine Kombination aus Mängeln bei Design und Fertigung der Tragflächen angegeben.

Qantas-A380-Flotte bleibt am Boden

Als Vorsichtsmaßnahme bleiben zunächst alle doppelstöckigen Flugzeuge von Qantas am Boden und kommen frühestens nach den Checks nächste Woche wieder zum Einsatz. Qantas bedient mit ihren zehn Airbus A380 vor allem Strecken von London via Singapur nach Sydney und Melbourne sowie Ziele an der Westküste Nordamerikas. Die Frankfurt-Flüge von Qantas sind nicht betroffen, da dieser Flughafen täglich mit Boeing 747-400 angeflogen wird.

Qantas berichtete auch, dass es sich nicht um dieselbe Art von Haarrissen handelt, die kürzlich auf A380-Tragflächen in Europa entdeckt worden waren. Die EASA hatte daraufhin empfohlen, die Inspektionen an 30 der insgesamt 67 Airbus A380 vorzunehmen. Nun geht die die Behörde noch einen Schritt weiter und ordnete die Überprüfung der kompletten Flotte an. Es solle sichergestellt werden, dass es bei den Flugzeugen keine Sicherheitsprobleme gebe, so ein EASA-Sprecher.

Betroffen sind demnach nicht nur Maschinen, die für Qantas fliegen. Auch bei Singapore Airlines, Emirates, Lufthansa, Air France, China Southern und Korean Airlines gehört der Reisen-Airbus zur Flotte.

Singapore Airlines haben bereits sechs ältere Airbus A380, die 1800 Flugzyklen hinter sich haben, überprüft und entsprechende Teile am Flügel ausgetauscht, wie ein Sprecher stern.de berichtete. Die Empfehlung der EASA "fassen wir als ein Muss auf". Die beanstandeten Klauen an den vertikalen Rippen gehören allerdings nicht zu den tragenden Teilen des Flügels. Nach Angaben der Airline sei von der EASA die Überprüfung in einem Zeitfenster von sechs Wochen angeordnet. Ein "komplettes Grounding der Flotte", wie es Qantas praktiziert, sei technisch nicht erforderlich.

mit Agenturen

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