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P. Köster: Kabinenpredigt: Favre raus, dann wird alles gut? Von wegen!

Vieles spricht für die Trennung des BVB von Coach Lucien Favre. Doch ein Rauswurf würde nur grundsätzliche Probleme des Klubs verdecken, meint stern-Stimme Philipp Köster. 

Lucien Favre

Wird das Problem gelöst, wenn Favre weg ist?

Getty Images

Als Klubboss Aki Watzke am Sonntag auf der alljährlichen Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund das Wort ergriff, war einer der ersten Botschaften eine an den Trainer. "Lucien, du hast weiterhin unser Vertrauen", sprach Watzke zu Favre, um dann aber zu ergänzen: "Eins ist klar: Am Ende ist Fußball immer über Ergebnisse definiert." Schon ein schlechter Auftritt beim anstehenden Champions-League-Auftritt in Barcelona könnte also Favres Entlassung bedeuten. Das erst in letzter Sekunde gesicherte 3:3-Unentschieden gegen Schlusslicht Paderborn und insbesondere die spektakulär miserable erste Hälfte hatte offenbar nicht nur vielen Anhängern, sondern auch den Funktionären den Glauben an den Coach und seine Gestaltungskraft geraubt. 

Dabei sind es weniger die nackten Zahlen und Fakten, die die Stimmung in Dortmund so trüben. Fünf Punkte beträgt der Abstand zum Tabellenführer in der Bundesliga, im DFB-Pokal stehen die Dortmunder im Achtelfinale und in der Champions League öffnet schon ein Remis in Barcelona die Tür zum Weiterkommen sperrangelweit. Es ist stattdessen der sehr verspätete Abschied von einer großen und lange gepflegten Illusion. Die bestand in der irrigen Vorstellung, es sei in den legendären Jahren mit Trainer Jürgen Klopp gelungen, eine Art unverwüstliches und im Klub tief verwurzeltes Selbstverständnis zu verankern, das alle Entscheidungen und Handlungen begleitet und prägt und das im Kern darin besteht, sich immer wieder aufs Neue vom Fußball überwältigen zu lassen. 

Unter jedem Trainer ging BVB-Philosophie verloren

Das mag esoterisch klingen, war aber letztlich abseits aller taktischen Innovationen das eigentliche Geheimnis der legendären BVB-Jahre: jedes Spiel als großes Abenteuer zu begreifen, die schier unendlichen taktischen und spielerischen Möglichkeiten auf dem Platz zu nutzen und durch Leidenschaft und Geschick das Spielglück auf seine Seite zu bringen. Das bedeutete nicht, dass immer gewonnen wurde. Aber es war eine gemeinsame Überzeugung, die immer sichtbar wurde, wenn der BVB den Platz betrat. 

Streng genommen ging unter jedem der folgenden Trainer ein wenig von dieser Philosophie verloren. Unter Thomas Tuchel lernte die Mannschaft, dass Leidenschaft auch zerstören kann, unter Peter Bosz verflüchtigte sich das fein austarierte Gleichgewicht zwischen defensiver Stabilität und kraftvoller Offensive und unter Lucien Favre hielt ein Fußball Einzug, der letztlich geradezu einen Gegenentwurf zur Dynamik und Rasanz früherer Jahre ist. Es ist ein auf maximale Sicherheit und geduldiges Warten auf günstige Gelegenheiten getrimmter Fußball, der sich nicht durch besonders spektakuläre Aktionen, sondern durch Ergebnisse rechtfertigt. Publikumswirksame Aufholjagden wie gegen Inter Mailand und den SC Paderborn sind untypisch für Favres Fußball und eher ein Indiz dafür, dass die Mannschaft zu viel mehr im Stande wäre, würde sie nicht spielerisch und taktisch gegängelt.

Timo Werner, Serge Gnabry und Nico Schulz stehen vor einem blauen Hintergrund und schauen in weißen Fußball-Trikots geradeaus

Trainer-Diskussion bei der Borussia

Natürlich gibt es Gründe, nicht mehr auf Favres Wirkungskraft zu vertrauen, sei es die Entfremdung des Publikums, seien es die vielen lausigen und unlustig daher gespielten Partien der letzten Wochen. Am Ende reicht sogar eine einzige Szene, nämlich das auf groteske Weise verlorene Laufduell von Julian Weigl gegen den Paderborner Holtmann vor dem 0:3, um zu begreifen, dass in der BVB-Elf etwas ganz Grundsätzliches nicht stimmt. Keine Mannschaft, die an sich selbst und ihren Auftrag glaubt, verteidigt derart schülerhaft. 

Es stellt sich trotzdem für die BVB-Spitze eine Frage, die weit über das Schicksal von Trainer Favre hinausgeht: Sucht man wieder einmal nach der kongenialen Mischung aus Taktikfuchs und gestikulierendem Zampano an der Seitenlinie und hofft inständig, er möge ähnliche Qualitäten mitbringen wie einst Jürgen Klopp? Oder leistet sich der BVB endlich eine viel wichtigere Diskussion, nämlich die, welchen Fußball ein Klub spielen will, der längst kein Underdog mehr ist, der mit Begeisterung, Korpsgeist und Raffinesse die großen Klubs ärgert. Der sich stattdessen in der Bundesliga um die Meisterschaft mitspielen und in der Champions League ganz selbstverständlich überwintern will. Und der dafür vielleicht auch in Kauf nehmen muss, rationaler und weniger spektakulär zu kicken.

Wenn diese Diskussion ehrlich geführt wird, wird manche Selbsttäuschung vergangener Tage offenbar werden. Beispielsweise die, dass der Umstand, viele Millionen auf dem Transfermarkt versenkt zu haben, keine Privilegien im Meisterschaftskampf verspricht. Und dass es vielleicht angesichts der Qualität des Kaders keine zu zögerliche, sondern eher eine realistische Einschätzung von Lucien Favre war, die Meisterschaft nicht als Ziel auszurufen. Und dass Favre vielleicht doch der Trainer sein kann, der die Borussia zu neuen Erfolgen führen kann. 

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.