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Erfolg für Deutschen Eishockey Bund: Eishockey-WM 2017 findet in Köln und Paris statt

Zum achten Mal kommt die Eishockey-WM nach Deutschland, 2017 findet die Weltmeisterschaft in Köln und Paris statt. Spieler und Fans hoffen nun auf ein ähnliches Wunder wie 2010.

Das deutsche Eishockey kann schon in vier Jahren auf die Wiederholung der sensationellen Heim-WM von 2010 hoffen. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erhielt am Freitag gemeinsam mit Frankreich den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2017, die in Köln und Paris ausgetragen werden soll. Die Halbfinal- und Finalspiele sollen in der Domstadt am Rhein stattfinden.

Der Kongress des Weltverbandes IIHF entschied sich am Freitag mit 63 zu 45 Stimmen für die historische gemeinsame Bewerbung der beiden Länder und damit gegen das Kandidaten-Duo Dänemark und Lettland. "Ich danke all denjenigen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Für das deutsche Eishockey birgt die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Deutschland und Frankreich die Chance unseren Sport positiv in die Öffentlichkeit zu tragen", jubelte DEB-Präsident Uwe Harnos nach der Entscheidung in Stockholm.

Schicksalsentscheidung für den DEB

Dem gebeutelten DEB bleiben damit noch schwierigere Zeiten erspart. Eine Niederlage bei der Abstimmung hätte den Verband nach dem Desaster durch die erstmals verpasste Olympia-Qualifikation im Februar in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

"Wir sind froh, dass die letzten beiden Jahre harter Arbeit nun ein Happy End haben und wir gemeinsam mit Frankreich in den Hauptteil der Organisation übergehen können. Wir freuen uns auf ein großartiges Finale in Köln", sagte DEB-Generalsekretär Franz Reindl.

Mit der ersten gemeinsamen Bewerbung zweier Nationen wollte und muss der Verband dem Eishockey hierzulande wieder einen neuen Schub verleihen. Mit der WM in Aussicht können Nachwuchs-Förderprogramme angeschoben werden, hatte Bewerbungschef Reindl schon im Vorfeld betont. Wegen der verpassten Olympischen Spiele 2014 in Sotschi muss der DEB ohnehin mit weniger Fördergeldern auskommen als erhofft.

Heimkulisse kann DEB-Team zur Höchstform bringen

Welcher Impuls von einer Heim-WM ausgehen kann, hatte das deutsche Eishockey 2010 erlebt. Das Team des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp war sensationell in Halbfinale gestürmt und hatte nur mit viel Pech eine Medaille verpasst. "2010 hat man gesehen, dass wir mit den eigenen Fans im Rücken auch über uns hinauswachsen können", sagte NHL-Superstar Christian Ehrhoff. Die Auftritte Deutschlands vor drei Jahren um die Stars Ehrhoff und Marcel Goc hatten ganz Deutschland begeistert. Zum erfolgreichen WM-Eröffnungsspiel gegen die Eishockey-Großmacht USA (2:1 nach Verlängerung) waren damals knapp 78.000 Zuschauer ins Fußballstadion auf Schalke gepilgert.

Von so einer Begeisterung kann das deutsche Eishockey derzeit nur träumen. Im Februar verpasste das aktuelle Team von Bundestrainer Pat Cortina gegen die Außenseiter Österreich, Italien und die Niederland die Olympia-Qualifikation. Bei der aktuellen WM in Schweden und Finnland ist Deutschland bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Trotz meist ordentlicher Vorstellungen verpassten die Deutschen zum zweiten Mal hintereinander das WM-Viertelfinale.

Neben den Fans und Funktionären können sich auch die Darsteller auf dem Eis auf den Höhepunkt 2017 freuen. "Für einen deutschen Eishockeyspieler gibt es nichts Besseres als eine Weltmeisterschaft im eigenen Land", hatte Philip Gogulla jüngst in einem Interview gesagt.

Manuel Schwarz und Carsten Lappe, DPA / DPA

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