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Formel 1: Imola: Ralf und Michael in der ersten Startreihe

Ferrari-Pilot Michael Schumacher startet beim Großen Preis von San Marino am Ostersonntag von der Pole-Position. Sein Bruder war Zweitschnellster.

Dem Schock und der Sorge um die schwer kranke Mutter folgte die souveräne Sport-Show mit der ersten Startreihe als Krönung: Michael und Ralf Schumacher waren im Qualifikationstraining zum Großen Preis von San Marino eine Klasse für sich und ließen den Konkurrenten keine Chance. Am Schluss hatte der große Bruder minimale 14/1000 Sekunden Vorsprung und sicherte sich in Imola für das Ferrari-Heimrennen die insgesamt 52. Pole-Position seiner Karriere. "Bitte, erwartet keine Antwort", sagte Michael Schumacher nach seiner Bestzeit am Samstag bedrückt, wie sie mit der schweren Situation umgingen. Ihre Mutter Elisabeth war in der Uniklinik Köln nach einem Zusammenbruch operiert worden und liegt jetzt im künstlichen Koma.

Sofort zur Mutter geflogen

Nach der obligatorischen Pressekonferenz verließen die die Schumacher-Brüder sofort mit ihren Ehefrauen Corinna und Cora das Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Sie flogen direkt nach Köln zu ihrer Mutter. Beim Rennen am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) werden sie antreten. "Sie kommen am Samstagabend oder Sonntagfrüh zurück", sagte Ralf Schumachers Pressebetreuer Thomas Hofmann.

"Realistische Chance auf den Sieg"

So bedrückend die familiäre Lage der beiden Kerpener derzeit ist, so erfreulich stellt sich die sportliche Seite dar. "Wir haben eine realistische Chance, das Rennen zu gewinnen", sagte Michael Schumacher nach seiner schnellsten Runde von 1:22,327 Minuten zuversichtlich. "Mein Bruderherz wird mir allerdings das Leben schwer machen. Mal schauen, was am Sonntag passiert."

Mit seiner insgesamt vierten Pole-Position im Autodromo Enzo e Dino Ferrari löste der Rheinländer trotz spärlich besetzter Tribünen ein Festival in Rot aus. "Es ist toll, wieder da zu sein", meinte Michael Schumacher nach den jüngsten sportlichen Rückschlägen. "Es ist toll für unsere Tifosi. Sie haben es verdient." Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien) rundete den Erfolg als Dritter ab.

Freude pur bei Ralf

Freude pur herrschte auch bei Ralf Schumacher nach seinem zweiten Platz. "Nach meinem Patzer am Vormittag habe ich nicht erwartet, dass es so gut läuft", räumte der Williams-BMW-Pilot ein. Weil er seinen weiß-blauen Wagen im freien Training in einen Reifenstapel geknallt hatte, musste er im Qualifying im Ersatzauto antreten. "Ich glaube, dass wir um den Sieg mitfahren", so der jüngere Schumacher-Bruder.

"Das ist eine gute Ausgangsposition fürs Rennen. Wir sind auf Schlagdistanz zu Ferrari", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen und spielte auf Ralf Schumachers ersten Karrieresieg in Imola vor zwei Jahren an. "Die Höhle des Löwen scheint uns zu liegen." Der Kolumbianer Juan-Pablo Montoya belegte den vierten Rang.

Frust bei den Silberpfeilen

Dagegen überwog im Silberpfeil-Lager Ernüchterung. WM- Spitzenreiter Kimi Räikkönen wurde Sechster, David Coulthard nur Zwölfter. "Beide Fahrer haben keine optimale Runde geschafft», stellte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fest. In der Fahrerwertung liegt der Finne aber mit 24 Punkten souverän vor seinem schottischen Teamkollegen (15). Michael Schumacher ist Achter vor seinem punktgleichen Bruder (beide 8) und Heinz-Harald Frentzen (7). Dem Sauber-Piloten reichte es im Qualifying nur zum 14. Platz. Er war damit noch drei Ränge schlechter als sein Mönchengladbacher Teamkollege Nick Heidfeld.

Elmar Dreher / DPA

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